Donnerstag, April 19, 2018

Ministerin Giffey (SPD) will wegen Frauenquote mehr Druck machen – News vom 19. April 2018

1. Von wegen Erneuerung: Die SPD hat nichts das Geringste aus ihrem Absturz beim Wähler gelernt und macht weiter im gewohnten Trott.



2. Noch im Jahr 2018 muss man die Menschenrechte vor den großen Religionen retten: Die obersten Katholiken Islands prangern das dort geplante Gesetz gegen Beschneidung als antisemitisch an: "Das bringt uns zurück ins Jahr 1933, als Hitler die Macht in Deutschland übernommen hat. Und wir wissen, wie das endete."

Mit dem winzigen Unterschied, dass sich deutsche Juden vor Hitlers mörderischem Antisemitismus nicht schützen konnten, indem sie eines ihrer Rituale änderten.



3. CNN bewegt sich mit einer aktuellen Schlagzeile am Rande der Ketzerei: "It's okay to criticize the MeToo Movement".

Mittwoch, April 18, 2018

"Verleumdung und Niederbrüllen von Wissenschaft als Frühlingsspaziergang" – News vom 18. April 2018

1. Auf der Website von Roland Tichy beschäftigt sich Zara Riffler, selbst Studentin an der Frankfurter Goethe-Universität, mit den absonderlichen Reaktionen auf Professor Amendts Anti-Gewalt-Kongress:

Frankfurt galt lange als weltoffene, liberale Stadt. Wer dort heute einen wissenschaftlichen Kongress abhält, läuft Gefahr, in das Visier der rotgrünen Stadtpolitik, schlampig arbeitender Zeitungen und rotgrüner Studentenvereinigungen zu geraten.


Hier geht es weiter. Für den in Gänze lesenswerten Artikel hat Zara Riffler auch bei den Gegnern des Kongresses gründlich recherchiert und arbeitet mit punktgenau treffenden Formulierungen heraus, warum die Anfeindungen gegen den Kongress so unsäglich waren. Ich halte den Artikel für derart gelungen, dass ich regelrecht verwundert darüber bin, dass es sich um die erste Online-Veröffentlichung dieser jungen Autorin handelt. Chapeau!



2. Ebenfalls bei Roland Tichy fragt Rainer Zitelmann besorgt, ob die FDP jetzt dem (vermeintlichen) feministischen Zeitgeist hinterher laufe.



3. Heide Oestreich hat in der "taz" die Frauenrechtlerin Sonja Fatma Bläser zu der aktuellen Streitfrage interviewt, ob junge Mädchen das Kopftuch tragen sollten. (Oestreichs eigenes Buch zum Kopftuch-Streit ist übrigens vor allem zum Schluss hin wunderbar differenziert.) Das Interview enthält auch eine für Männerrechtler relevante Passage:

Oestreich: Aber dann müsste man doch sicher auch sagen: Die Beschneidung eines kleinen Jungen gefährdet das Kindeswohl mindestens genauso, oder?

Bläser: Ja. Die Beschneidung sollte auch verboten werden. Auf den Jungen liegt doch auch dieser furchtbare Druck: Wer nicht beschnitten ist, ist kein richtiger Mann. Der kann in der Dusche vor den anderen nicht bestehen. Es gibt Menschen, die fragen den Metzger ihres Halal-Fleisches, ob er denn auch "rein" ist! Viele junge Männer haben uns schon gesagt, dass sie sich nicht hätten beschneiden lassen, wenn sie selbst hätten entscheiden dürfen. Ich bin dafür, dass Kinder, bis sie religionsmündig sind, überhaupt nicht religiös "behandelt" werden dürfen.




4. Die Tagesschau beschäftigt sich mit der Verfolgung von Schwulen in der islamischen Welt und was deutsche Muslime dazu sagen.



5. Finnische Männer befinden sich aufgrund ihrer schlechten sozialen Lage in einem Zeugungsstreik:

Während rund 10 Prozent der Frauen einkommensschwach seien, so wären es unter den Männern bereits 18 Prozent, Tendenz weiter steigend. (...) Grund dieser Entwicklung sei auch eine allgemeine Marginalisierung der finnischen Männer in der Ausbildung. Die Familien-Soziologin Anna Rotkirch von der Universität Helsinki sieht das Problem schon in der Schule angelegt. "Wenn die Ergebnisse der Förderungspädagogik der Mädchen so schlecht wären wie die der Jungen, wäre das ein nationaler Skandal", erklärt sie der Zeitschrift "Talouselämä". (...) Gleichzeitig gelten in Finnland immer noch die gleichen Vorstellungen, dass Männer alles ertragen müssen, während Frauen mit Problemen Hilfe zusteht, wie ein Männergleichberechtigungsverein bemängelt.


Bislang hat die finnische Regierung auf diese Situation reagiert, indem sie Verkehrsschilder in geschlechtsneutrale Piktogramme änderte, an Kindergärten den Vatertag abschaffte und das Buch "Mehr Feminismus!" der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie an alle Neuntklässler des Landes kostenlos verteilen ließ. Es herrscht also derselbe ideologisierte Irrsinn wie hierzulande.

Der von mir gerade zitierte "Telepolis"-Beitrag enthält auch eine Umfrage dazu, ob Männer zum schwachen Geschlecht geworden seien. Die erste mögliche Antwort, "Nein, das ist nur Gejammere, wel es mehr Gleichberechtigung gibt", liegt bei 16 Prozent. Die zweite Antwort, "Ja, es gibt eine Krise der Männlichkeit und eine Tendenz zur Männerdiskriminierung" liegt bei 84 Prozent.

Allerdings besitzen die 16 Prozent in unseren Leitmedien die Macht.



6. In der Genderama-Rubrik über den Kampf für Männerrechte in einem aus unserer Perspektive "exotischen" Land geht es heute um Malawi.

Dienstag, April 17, 2018

FAZ zieht Fazit zu Anti-Gewalt-Kongress: "Professor Amendts schmerzhafte Therapie"

In einem Artikel für die Frankfurter Allgemeine, der leider nur im Anriss online steht, zeigt Sascha Zoske, dass man sich auch sachlich und unaufgeregt statt ressentimentgetrieben mit Professor Gerhard Amendts Kongress zur Bekämpfung von Gewalt in der Partnerschaft befassen kann.

"Auch wenn manche Erregungs-Leiter mit blinden Flecken auf dem rechten oder linken politischen Auge es anders sehen werden: Der gute Ruf der Uni Frankfurt hat an diesem Wochenende nicht gelitten" stellt Zoske schon zu Beginn seines Artikels fest. Glücklicherweise sei

die Hochschule nicht der Versuchung erlegen, den Kongress mit zweifelhafter Begründung zu verhindern. Und gleichfalls zum Glück haben sich Amendts Gegner, die ihm Frauen- und Schwulenfeindlichkeit vorwerfen, nicht zu Gewalt hinreißen lassen. (...) Recht hat ein Wortführer aus dem Lager der Gegendemonstranten, der am Samstag in kleiner Runde feststellte, ohne die Beteiligung Amendts und des ebenfalls der 'Männerrechts-Bewegung' zugeordneten Mitorganisators Tom Todd wäre der Kongress in der Öffentlichkeit kaum beachtet worden.


Ich sehe das offen gesagt genauso. Indem manche Blätter unaufhörlich gegen den Kongress polemisierten und zugleich zeigten, dass sie weder ernsthaftes Interesse noch tiefer gehende Vorkenntnisse besitzen, was sein Thema angeht, haben sie eine Aufmerksamkeit erzeugt, auf die die Veranstaltung sonst hätte verzichten müssen. Auch deshalb hat Genderama sehr ausführlich über solche Attacken berichtet, zumal mich die hohen Zugriffszahlen auf diese Beiträge bestätigt haben. Das war einer der Fälle, wo Genderama nicht nur von den Stammlesern dieses Blogs aufgesucht wurde.

Sascha Zoske berichtet weiter:

Was die angereisten Forscher aus England, Amerika und Israel zum Thema Familientherapie vortrugen, war wenig anstößig – so sah es jedenfalls Uni-Kanzler Albrecht Fester, der sich von den Vorträgen hatte berichten lassen. Ein Vertreter des "queerfeministischen Schwulenreferats" sagte bei der Gegenkundgebung am Samstag, Amendts Einführungsreferat habe wegen seines "Antifeminismus" Unmut bei manchen Zuhörern geweckt, die daraufhin den Saal verlassen hätten. Mit empörenden Zitaten aus dem Munde des 78 Jahre alten Professors konnte der Aktivist allerdings nicht aufwarten.


Zoske äußert Verständnis dafür, dass ein im Jahr 2004 veröffentlichter Aufsatz Amendts über Homosexualität und Pädophilie auch mehr als zehn Jahre später und nachdem Amendt seine früheren Formulierungen inzwischen selbst kritisch sieht, Unmut auslöste. Bedauerlich sei es, dass es zu keiner öffentlichen Diskussion zwischen Vertretern beider Seiten über die Inhalte des Kongresses gekommen sei, sondern der Linken-Bundestagsabgeordnete Achim Kessler Amendt stattdessen in eine Kategorie einsortierte,

die bisher für Figuren wie Baschar al-Assad und Anders Breivik reserviert schien: die der Urheber "gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit", die nach Kesslers Überzeugung keine Meinungsfreiheit für sich beanspruchen können. Schon gar nicht an einer Hochschule.


Der Bundestagsabgeordnete Achim Kessler, der sich in einem offenen Brief für die Unterbindung des Wissenschaftskongresses eingesetzt hatte, zählt der Wikipedia zufolge zur LGBT-Bewegung, er studierte in Marburg und ist Mitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Sascha Zoske berichtet in seinem FAZ-Artkel weiter:

Wenig überraschend, dass Kessler sich am Samstag über die Frankfurter Uni-Präsidentin Birgitta Wolff empörte. Sie hatte den Linken in ihrer Antwort auf dessen Protestbrief gegen den Amendt-Kongress auf eine Selbstverständlichkeit hingewiesen, die anscheinend nicht mehr selbstverständlich ist: Universitäten müssen Orte des Meinungsstreits sein. Daran erinnert auch Joybrato Mukherjee, Präsident der Uni Gießen und Sprecher der Konferenz hessischer Universitätspräsidien.

(...) Amendts gemäßigte Kritiker würden sich scheuen, ihn einen Verfassungsfeind zu nennen. Aber viele von ihnen finden schon, jemand mit seinen Ansichten habe in einer weltoffenen Forschungs- und Bildungsstätte nichts verloren. Das aber verkleinert das Terrain des Tolerierbaren in unzulässiger Weise, wie auch Frank Dievernich deutlich macht. "Eine Hochschule darf eine Veranstaltung nicht absagen, weil diese gegen den 'guten Ton' verstößt", mahnt der Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences und Sprecher der hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften. "Der wahre gute Ton ist der Ton des Diskurses."


Der Gießener Unipräsident Mukherjee, so Zoske, sei ohnehin sensibilisiert für die drohende Einschränkung der Meinungsfreiheit im akademischen Sektor:

Als Anglistikprofessor verfolgt Mukherjee aufmerksam die Entwicklungen an amerikanischen und englischen Universitäten. Kollegen haben ihm berichtet, in manchen Hochschulen bekämen die Dozenten Listen mit Wörtern, die im Umgang mit Studenten zu vermeiden seien, weil sich bestimmte Gruppen dadurch angegriffen fühlen könnten. Mukherjee, in Deutschland geborener Sohn indischer Eltern und SPD-Mitglied, hält das für Irrsinn. Er beklagt eine zunehmende "Weinerlichkeit" in den Universitäten, einhergehend mit dem Unwillen, Ansichten, die den eigenen entgegenstehen, überhaupt zur Debatte zuzulassen.


Als Ursache für diese Entwicklung betrachte Frank Dievernich die wachsende Bedeutung des Individuums bis hin zur Selbstinszenierung in unserer Gesellschaft, wobei kritische Selbstreflexion verloren zu gehen drohe. Auch gaukele "die Digitalisierung dem Menschen vor, er sei Herr seines Wissens, obwohl sie ihn in Wahrheit komplett überfordert. Das alles kann dazu führen, dass jemand sich nichts mehr sagen lassen will und sich von allem und jedem verletzt fühlt."

Zoske vermutet, dass Amendts Widersacher dessen Kongress "ohne bleibende psychische Schäden verkraften" dürfen und sieht in dieser Veranstaltung somit die "erste Stufe einer Desensibilisierungs-Therapie". Diese könne als erfolgreich gelten, wenn jemand mit unliebsamen Meinungen nicht lediglich ertragen werde, sondern man sogar in der Lage sei, mit so jemandem sachlich zu diskutieren: "Gewiss wird sich der Therapiefortschritt bald überprüfen lassen. Der nächste Amendt kommt bestimmt."

FDP denkt über Frauenquote nach – News vom 17. April 2018

1. Die "Welt" berichtet über aktuelle Diskussionen bei den Freidemokraten:

Lassen sich Parteiveranstaltungen frauenfreundlicher organisieren? Braucht es spezifische Kampagnen zur Gewinnung weiblicher Mitglieder? Braucht es mehr gendergerechte Sprache in der Kommunikation oder Schulungsprogramme zum Diversity Management, vor allem für Männer? Darüber hinaus wagt sich die Partei aber auch an Tabus heran. So lehnte die FDP Zwangsquoten bislang stets ab. Nun aber wird die Einführung einer "Fallbeil-Quote" vorgeschlagen – für den Fall, dass eine Selbstverpflichtung, "ein Drittel Frauenpartizipation auf Bundes- und Landesebene als formale Zielsetzung" zu erreichen, ihr Ziel verfehlt.


Man kann nur hoffen, dass sich bei den Liberalen die Kräfte, die sich gegen Geschlechterdiskriminierung engagieren, durchsetzen. Wenn die FDP auch hier von all den anderen Bundestagsparteien ununterscheidbar wird, dürften sich viele Wähler nach einer Partei umsehen, die ihnen als einzige Alternative erscheint.

Immerhin lehnen die FDP-Frauen eine Frauenquote eher ab:

Dass am Montag aber zur Abwechslung Generalsekretärin Nicola Beer im Anschluss an die Präsidiumssitzung über die Gespräche informierte und nicht Parteichef Lindner, lässt sich allerdings eher als Zeichen deuten, dass es bis zur Quote noch ein langer Weg sein dürfte - wenn sie denn überhaupt kommt. Beer gilt als Quotengegnerin. Sie machte klar, dass das Präsidium keine Entscheidung darüber getroffen habe. "Da ist nicht festgelegt: die Quote kommt", sagte Beer. Sie werde als eine unter anderen Maßnahme mitgeprüft. Sie selbst habe eine "relativ große Skepsis", was alle Formen von Quoten betreffe.


Diese Skepsis sei auch der Tatsache zu verschulden, dass eine Frauenquote keineswegs immer zu dem erhofften Resultat führt. Während etwa die Grünen, die eine 50-Prozent-Frauenquote einhalten, auch überdurchschnittlich viele weibliche Wähler für sich gewinnen konnten, hatte die Quote bei der Linkspartei keineswegs denselben Effekt.

Nimmt man allein die drei im Präsidium vertretenen Frauen zur Grundlage, hätte eine Quote kaum Chancen. FDP-Vize Katja Suding lehnt sie klar ab. Sie sagte der Süddeutschen Zeitung: "Eine feste Quote halte ich nicht für zielführend. Wir sind die Partei des Wettbewerbs, die jeweils Besten sollen sich durchsetzen". Die dritte Frau im engsten Führungszirkel der Partei, Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist die einzige, die eine gewisse Offenheit für eine Quote erkennen lässt. Sie sagte vor einigen Tagen in der Frankfurter Allgemeinen, ihr innerer Kompass sage zwar "Nein zur Quote", da aber das Prinzip Freiwilligkeit am Beispiel der Unternehmen keinen wirklichen Erfolg gezeigt habe, sei sie hin- und hergerissen, "eine Zeit lang eine Quote mal auszuprobieren". Bei derart wenig Rückhalt unter den Frauen in der Parteispitze dürfte eine Quote wohl weiter eher wenig Chancen haben.


Stattdessen überlegt man bei den Liberalen, mit welchen anderen Maßnahmen die Partei für Frauen attraktiver gemacht werden kann – und mehr Frauen für Kandidaturen für Funktionen und Mandate gewonnen werden können. Als Mitglied einer 14-köpfigen Arbeitsgruppe, die darüber nachdenkt, beschäftigt sich Suding mit entsprechenden Konzepten. Kann Parteiarbeit familienfreundlicher organisiert werden? Gibt es Themen, die Frauen stärker interessieren? Erste Ergebnisse dürften schon auf dem Parteitag Mitte Mai präsentiert werden.

Dem "Tagesspiegel" ist das Thema "Frauenquote in der FDP" eine Glosse wert. Dort heißt es:

Wenn nun aber nicht genug Frauen kandidieren, weil sie zum Beispiel einfach keine Lust auf Politik haben? Dann muss das Fallbeil weiter vorn aufgestellt werden, beim Parteieintritt. "Nein, Herr X", wird es dann heißen, "Sie kommen hier erst rein, wenn vorher zehn Frauen eingetreten sind. Kennen Sie eventuell welche?" Beraten soll über dieses Thema eine "Ad-hoc-Arbeitsgruppe Diversity Management". Das klingt ganz so, als sei der gesamte Anlauf auch schon wieder gescheitert.




2. "Heute" stellt Kyle und Brent Myer mit ihrem Sprössling Zoomer vor. Zoomer soll später einmal selbst entscheiden, ob das das Kind ein Junge oder ein Mädchen werden will. Durch diese Form des "Gender Creative Parenting" soll Zoomer vor "gegenderten Mikroaggressionen" geschützt werden.



3. Hadmut Danisch hat mal wieder eine journalistische Veranstaltung zur "Hate Speech" besucht, diesmal veranstaltet von Jakob Augstein und Dunja Hayali, denen Danisch dann auch ein paar kritische Fragen stellte.



4. Robert L. Reece ist ein linksliberaler schwarzer Professor für Soziologie an der Universität von Austin. Insofern mag es nicht überraschen, dass er zum Opfer von Hate Speech und übergriffiger Belästigung wurde. Überraschender allerdings ist, von wem die Feindseligkeiten ausgehen.

Reece gibt an seiner Hochschule einen Kurs zum Thema "Masculinities in America". Darin geht es um Themen wie transsexuelle Männer, weibliche Männlichkeit, den Platz von Männern im feministischen Diskurs sowie sexuelle Gewalt. In einem Artikel, den Reece für die feministisch geprägte News-Website "Vox" verfasste, berichtet er von einem seiner Studenten in diesem Kurs:

Der Schüler in der ersten Reihe fiel mir auf. Er war ein Athlet, und ich war stolz auf sein Wachstum während des Semesters und seine Beschäftigung mit komplexen Vorstellungen von Männlichkeit. Aber dieses Gespräch schien ihn anders zu beeinflussen. Er wirkte auf untypische Weise, als ob er sich unbehaglich fühlte.

Er und ich kommunizierten nach dem Unterricht per E-Mail. Er sagte mir, dass es schwierig sei, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, und dass er darum kämpfte, vergangene Begegnungen mit seinem neuen Wissen um Zustimmung und Zwang zu versöhnen. Ich sagte ihm, ich verstünde, wie bedrückend es sein könne, sich an diese Erfahrungen zu erinnern, aber ich betonte, wie wichtig es sei, dieses Unbehagen auszuhalten und daraus zu lernen. Ich schlug ihm vor, die Beratungsstelle zu besuchen, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob er es je getan hat.


Vielleicht ahnen Sie schon, was nach der Veröffentlichung dieses Artikels passierte – schließlich leben wir im Zeitalter von MeToo. Das konservativ-liberale Magazin "The American Spectator" berichtet über die weitere Entwicklung:

Reeces Versäumnis, seinen Schüler den Campusbehörden zu melden, erweckte den Zorn einer lokalen Campus-Antifa-Gruppe, der Revolutionary-Student-Front Austin, die behauptet, der Akademiker sei "ein Serienvergewaltiger, Missbrauchstäter und Manipulator".

In einem Facebook-Beitrag vom 26. März erklärt die RSF, deren Logo das kommunistische Symbol Hammer und Sichel enthält, dass "Reeces einzige Lösung", nachdem "ein männlicher Student durch diesen Kurs erkannt hat, dass er nicht in all seinen sexuellen Begegnungen Zustimmung erhalten hat", darin bestand, "ihn kurz per E-Mail zu beraten und eine Campus-Beratung vorzuschlagen - nicht durchzusetzen".

Ähnlich wie in Kafkas "Prozess" argumentiert die RSF, dass Reece es versäumt habe, seinen seit kurzem schuldgeplagten Schüler zu melden, was den Professor zu einem Unterstützer von Vergewaltigung mache:

"Wir finden, dass dies ein direkter Beweis dafür ist, dass Reece eine aktive Bedrohung für Studenten auf dem Campus darstellt. Durch seinen Kurs ist er auf einzigartige Weise in der Lage, potenzielle Vergewaltiger zu identifizieren, aber er tut nichts, um sie aufzuhalten - und schlimmer noch, er zeigt ihnen sein Mitgefühl als Frauenhasser und Missbrauchstäter."

(...) Die Angelegenheit wird für Reece dadurch verkompliziert, dass die Podcasterin Jazmine M. Walker, eine ehemalige College-Freundin, nach der Veröffentlichung seines "Vox"-Artikels behauptet, dass Reece sie vor sechs Jahren "zu einem unerwünschten Sexualakt gezwungen hat", so ein Vermerk, den "Vox" dem Artikel am 27. März beigefügt hatte. Nachdem sein Artikel online gegangen war, tweete Reece: "Ich war früher übergriffig [im Original: "coercive"], besonders bei meiner Ex vor zehn Jahren." Es scheint keine Strafanzeige gegen Reece vorzuliegen.

Die RSF ist nicht daran interessiert, die Mühlen der Justiz ihre Arbeit tun zu lassen. Stattdessen hängte die Gruppe Plakate mit aufstachelnden Texten und einem großen Nahaufnahme-Foto von Reece auf, das die Studenten ermunterte, ihn zu verfolgen und zu belästigen.

"Lassen Sie Reece wissen, dass die Studentenschaft ihn beobachtet, indem Sie ihm eine E-Mail schreiben, anrufen oder ihn in seinem Büro besuchen" fordert das Plakat auf.

Die RSF drängt auf ein "Brennendes-Bett-Vorgehen" gegenüber Reece und anderen. "Veränderung ist für uns nicht unerreichbar", heißt es in ihrem Facebook-Feed. "Auf reaktionäre Gewalt wie Vergewaltigung und häusliche Gewalt und Folter kann nur mit revolutionärer Gewalt reagiert werden. Wir müssen Gewalt zurückerobern, damit jeder Täter nie wieder Frieden in seinem eigenen Haus und an seinem Arbeitsplatz findet."




5. Genderama sprengt mal wieder Geschlechterklischees: Wie stellen Sie sich zum Beispiel jemanden vor, der wegen häuslicher Gewalt zu mehr als sieben Jahren Knast verurteilt wurde? Ich meine, erst mal so rein optisch, aber auch vom sozialen Hintergrund her?



6. Dr. Niall McCrae, ein Dozent für psychische Gesundheit am Londoner King's College, fordert, die Beschneidung von Jungen solle wie weibliche Genitalverstümmelung betrachtet werden. Seinem Eindruck nach haben Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens jedoch zu viel Angst, ein Beschneidungsverbot anzustoßen, weil dieses Ritual mit der jüdischen und muslimischen Kultur verbunden sei.

In einem Artikel für die Akademiker-Website "The Conversation" führt McCrae aus:

Als Dozent im Gesundheitsbereich bin ich beunruhigt über jeden Arzt, der diese Handlung eher für religiöse als für klinische Zwecke ausführt. Es bricht den hippokratischen Eid, "zuerst keinen Schaden anzurichten". Die Operation, so gut sie auch durchgeführt wird, verletzt den gesunden Körper. Aber aufgrund kultureller Sensibilität und moralischem Relativismus sind nur wenige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mutig genug, die Beschneidung zu verbieten, weil sie den Vorwurf des Antisemitismus oder der Islamophobie fürchten. Allerdings hat Island vor kurzem diesen mutigen Schritt getan, und andere Länder könnten folgen.

Sollte kulturelle Sensibilität die Rechte eines Kindes übertrumpfen? Aus einer egalitären Perspektive, geleitet von Immanuel Kants kategorischem Imperativ, allen die gleiche rationale Gerechtigkeit zu gewähren, muss die Antwort "nein" lauten. Aber die Gesellschaft ist scheinheilig, wenn es um Gleichberechtigung geht. Eine Situation, in der das Beschneiden von Mädchen (zu Recht) illegal ist, aber Jungen Freiwild sind, ist skrupellos. Sir James Munby, ein englischer Richter, kritisierte diese Inkonsistenz in einem aktuellen Fall, in dem eine lokale Behörde versuchte, einen muslimischen Bruder und eine muslimische Schwester aus ihrem Zuhause zu entfernen, nachdem das Mädchen beschnitten worden war; die Beschneidung des Jungen zu verhindern konnte dabei nicht als Sicherheitsanliegen betrachtet werden. Ich schlage keine drakonische Intervention vor, sondern nur dass das Gesetz Kinder fair und gleichberechtigt behandelt, unabhängig vom Geschlecht.




7. Libby Libbons, Direktorin der australischen Workplace Gender Equality Agency, verkündet, dass Frauen am Arbeitsplatz nur dann mit Männern gleichziehen werden, wenn man mehr Männer dazu bringt, Teilzeit zu arbeiten.



8. "Warum interessieren sich Feministinnen nicht für die ungleiche Geschlechterverteilung in Bereichen wie Ballett?" fragt die ehemalige Balletttänzerin Madison Breshears im Washington Examiner und führt weiter aus:

Während meine Erfahrung und die von Frauen wie mir im Ballett eine unglückliche, aber unvermeidliche Tatsache der Branche sind, leiden Damore und andere männliche Google-Mitarbeiter tatsächlich unter eklatanter Geschlechterdiskriminierung.

Ballett ist schließlich nicht ohne männliche Rollen möglich. Sein kanonisches Repertoire erfordert eine gegensätzliche Partner-Choreographie. Es gibt keinen analogen Zwang in der technischen Industrie, ihre Diskriminierung zugunsten des einen Geschlechts gegenüber dem anderen zu entschuldigen. Es gibt keinen inhärenten Grund, warum Frauen in der Technik arbeiten müssen; Programmieren ist ebenso farbenblind wie sexuell undifferenziert. Dennoch setzt Google die Diskriminierung eines Geschlechts ein, um ein vermeintliches Problem zu bekämpfen - den latenten Sexismus, der angeblich die enormen geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Technik verursacht und für dessen Existenz Beweise noch immer fehlen.

Die selektive Empörung der Feministinnen über Disparitäten wie die im Technik-Bereich ist aufschlussreich. Es gibt einen auffallenden Mangel an Schulprogrammen, Kampagnen, Märschen und Hashtags, um die geschlechtsspezifische Kluft in Berufsfeldern wie Unterricht oder Beratung zu überwinden, die nach Angaben des Bureau of Labor Statistics überwiegend von Frauen dominiert werden. Krankenpflege ist ein ziemlich guter Job - es zahlt sich gut aus, ist flexibel und Krankenschwestern können überall Arbeit finden. Also, wo sollten wir nach der männerfeindlichen Voreingenommenheit suchen, die dazu geführt hat, dass mehr als 90 Prozent der Krankenschwestern Frauen sind?

In der Zwischenzeit werden Sie vergeblich nach den Aufrufen suchen, um die Überrepräsentation von Männern im Bergbau, Trucking, Abwasser und Müllabfuhr zu beseitigen. Der Grund dafür ist, dass die feministische Linke nicht so sehr eine politische Gleichstellungsbewegung mit einer konsequenten Philosophie ist, sondern vielmehr ein Ausdruck der Wut darüber, dass Männer und Frauen dazu neigen, unterschiedliche Karriereentscheidungen zu treffen.

In einem Punkt haben sie jedoch Recht. Möglicherweise wäre der einzig mögliche Weg, ihren bevorzugten Statistikfehler und Kampfruf "geschlechtsspezifisches Lohngefälle" vollständig zu beseitigen, indem man die angesehensten Unternehmen des Landes dazu zwingt, Männer zu diskriminieren, oder indem man sehr viele Frauen in Berufe und Karrierepfade zwingt, die sie trotz aller Anreize konsequent nicht verfolgen, wenn sie eine freie Wahl haben.

Ich begrüße Frauen, die in Bereichen arbeiten, in denen sie in der Unterzahl sind, aber ich schätze oder unterstütze keine Politik, die Frauen auf Kosten der Männer bevormundet, allein der "Vielfalt" zuliebe und um jeden Preis. Meine weiblichen Freunde im Feld Naturwissenschaft und Technik stimmen zu, und sie sind nicht diejenigen, die auf diese lächerlichen Wiedergutmachungen drängen.

Was die radikalen Feministinnen angeht, könnte man sie fragen: Wenn sie sich so sehr für eine gleichberechtigte Vertretung einsetzen, warum haben sie dann nicht selbst ein Ingenieurstudium absolviert? Erwarten Sie so eine Antwort wie: "Naja, ich habe immer Englisch bevorzugt, und Integralrechnen war so langweilig."

Montag, April 16, 2018

Philosophieprofessor: "Gendern hat die Funktion, andere zu unterwerfen" – News vom 16. April 2018

1. Der Standard hat den Professor für Philosophie Robert Pfaller unter anderem zum Thema Sprachpolitik befragt:

STANDARD: Haben Sie Ihre Sprache im Lauf der jüngeren Zeit verändert? Gendern Sie? Schreiben Sie das Binnen-I? Gibt es Wörter, die Sie nicht mehr sagen, weil "man" sie heute nicht mehr sagt?

Pfaller: Natürlich versuche ich andere Menschen beim Sprechen nicht ungewollt zu kränken oder zu beleidigen. Das Beste, was man meiner Ansicht nach dazu tun kann, ist, wie ein vernünftiger Mensch zu ihnen zu sprechen. Eine Kunstsprache zu verwenden, also zu "gendern" oder ein Binnen-I einzufügen, scheint mir dabei eher hinderlich. Man klingt dabei schnell nicht mehr wie ein vernünftiger Mensch. Und man wirkt auf ungute Weise bemüht oder sogar ein wenig aggressiv – so, als ob man Peinlichkeit vermeiden müsste oder den anderen belehren wollte. Diese Sprachtricks dienen ja nicht so sehr dazu, Dritte zartfühlend zu benennen. Sie haben in erster Linie die Funktion, die Zweiten, also die, zu denen man spricht, sozial zu überbieten und sie pädagogisch zu unterwerfen.




2. Die Frankfurter Rundschau schafft es immer noch, über Professor Amendts Anti-Gewalt-Kongress zu berichten und sich zugleich über das, was auf diesem Kongress eigentlich behandelt wurde, einen Dreck zu interessieren. Dass die "Rundschau" Amendt als "Homoheiler" präsentierte, was nach Amendts Protesten eine Löschung des Artikels aus dem Web nach sich zog, wird weiterhin nicht transparent gemacht. Stattdessen heißt es lapidar, Amendt habe "im Vorfeld der Veranstaltung Protestierer und Medien mit einer Flut von Unterlassungsklagen überzogen habe, was man ihn alles nicht heißen dürfe". Böser Amendt. Lässt sich einfach nicht zur Zielscheibe eines Rufmords machen, ohne sich dagegen zu wehren. Wenn das jeder machen würde! Wo soll das noch hinführen für den deutschen "Qualitätsjournalismus"? Muss man demächst noch gegenrecherchieren, was man über andere Menschen Rufschädigendes behauptet? Und muss man irgendwann vielleicht sogar, statt persönliche Angriffe zu führen, eine sachgemäße Berichterstattung über Wissenschaftskongresse leisten? Ist den Leuten nicht klar, wie groß der Zeitdruck in den Redaktionen ist und wie schlecht freie Journalisten bezahlt werden?

Wenn die "Frankfurter Rundschau" uns auf diese Weise noch einmal vor Augen führt, warum sie sich nicht als eigenständige Zeitung auf dem Markt halten konnte, kann mir als Männerrechtler dieses Geätze auch ein bisschen egal sein. Wenn ich die "Rundschau" allerdings regelmäßig lesen würde, würde ich mich über solche Artikel sehr ärgern. Denn sobald ich schon bei einem Bericht über einen Anti-Gewalt-Kongress den Eindruck gewinne, dass ich manipuliert statt informiert werden soll, frage ich mich natürlich, ob es bei Artikeln zu drängenden weltpolitischen Themen genauso aussieht.



3. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Als brutal entsorgter Vater mit einem vier Jahre alten Sohn möchte ich mich bei Ihnen herzlich bedanken! Mit ihrem Blog und Ihren Büchern setzen Sie sich für eines der wichtigsten sozialen Themen in diesem Lande ein. Die von Ihnen thematisierte Schieflage halte ich für eine drastisch unterschätze Bedrohung für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch den von Ihnen aufgeführten Fuldaer Rap-Song "Sag mir, wo mein Vater ist" kommentieren: Während ich bei der ersten Hälfte noch gerührt war über dieses wichtige Thema, ist mir in der zweiten Hälfte die Hutschnur hochgegangen. Tatsächlich ist das Ganze mal wieder eine einzige und einseitige Anklage gegen die bösen Männer unter Zuhilfenahme von Kindertränen, während die engelsgleiche Mutter alles gut macht für das Kind. Hier wird ein gesellschaftliches Bild unterstützt, welches die Realität ins Gegenteil verkehrt und das Männliche im gängigen Strom (metoo etc.) weiter dämonisiert. Dass die meisten Väter von den Müttern brutal entsorgt werden und die Kinder mit Lügen über die bösen Väter ruhig gestellt werden ist mal wieder tabu, genauso wie der chancenlose Kampf und das Leid der Väter.

Das hat mich an die (vielleicht auch in Ihrem Blog erwähnenswerte) kürzlich ausgestrahlte 3-Sat-Doku "Wenn Eltern ausrasten" erinnert. Es ging um häusliche Gewalt gegen Kinder. Bei allen der zahlreichen Beispiele waren ausnahmslos (!) die Väter die brutalen bösen Kinderschänder während die heldenhaften Mütter engelsgleich die Kinder vor den durchweg bösen Männern beschützen. Auch hier ist die Realität bekanntermaßen genau andersrum, aber ich muss für eine solche Propaganda und Volksverhetzung auch noch Rundfunkgebühren entrichten. Das ist kein Einzelfall. Was bei Arte am Weltfrauentag lief war sogar noch viel schlimmer.

Nochmals vielen Dank für Ihr Engagement und weiter so!

Sonntag, April 15, 2018

Karl Lagerfeld über MeToo: "Ich habe es satt!" – News vom 15. April 2018

1. Karl Lagerfeld reicht es endgültig mit MeToo.

2. Fürstin Gloria von Thurn und Taxis findet es an der Zeit, dass sich die Frauen endlich schützend vor ihre Männer stellen

3. Jörg Kachelmann ist in seiner juristischen Auseinandersetzung mit dem Springer-Verlag endgültig erfolgreich, falls der Verlag keine Verfassungsbeschwerde einlegt.

4. Die New York Post stellt ein neues Buch darüber vor, dass Frauen sich in höheren Zahlen als je zuvor vom Feminismus abwenden. In einem Kapitel geht es auch um Männerrechtlerinnen.

5. Christian Schmidt analysiert den Erfahrungsbericht eines Hausmanns: "Er erlebt etwas, was in der feministischen Theorie so gar nicht vorkommt: Anforderungen der Frauen an den Mann, sich wie ein Mann zu benehmen."

6. Der Fuldaer Rap-Song "Sag mir, wo mein Vater ist" geht bei Youtube durch die Decke.

7. In Großbritannien haben sich die Todesfälle von Obdachlosen in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Neunzig Prozent dieser Toten sind Männer.

Samstag, April 14, 2018

"Massive Störungen bei Amendt-Kongress" – News vom 14. April 2018

1. Die vorhergesagten Medienberichte zu dem Frankfurter Wissenschaftskongress zur Verhinderung häuslicher Gewalt beginnen einzutrudeln. Den Anfang macht der Artikel "Massive Störungen bei Amendt-Kongress" in der "Frankfurter Rundschau". Die Schlagzeile ist mal wieder überrissen: Der Artikel lässt sich auf die Meldung verdichten, dass irgendein Spinner während Professor Amendts Begrüßungsrede den Feueralarm auslöste, weshalb die Veranstaltung unterbrochen werden musste.

Mich erinnert die Berichterstattung der "Frankfurter Rundschau" in den letzten Wochen an den US-amerikanischen Medienmogul William Hearst:

1897 schickte Hearst einen Reporter nach Kuba, wo ein spanisch-amerikanischer Krieg zu drohen schien. "Alles ruhig. Es gibt keinen Krieg. Ich möchte zurückkehren", kabelte der Reporter. Wütend antwortete Hearst: "Sie bleiben und bringen die Bilder bei. Ich sorge für den Krieg." Auf Stichwort starteten die Hearst-Zeitungen eine gewaltige Hetzkampagne gegen Spanien. Sie war nicht der einzige Grund, wohl aber trug sie dazu bei, dass Hearst seinen Krieg ein paar Monate später tatsächlich hatte.


Wir können nur abwarten, ob die Frankfurter Rundschau heute den offenbar ersehnten "Krieg" gegen die Veranstalter des Anti-Gewalt-Kongresses bekommen wird. Und ob irgendeine Zeitung einen großen Artikel den tatsächlichen Inhalten des Kongresses widmen wird, statt den Scharmützeln drumherum.



2. Seit drei Tagen führt mit Barbara Slowik eine Frau die Berliner Polizei. Trotzdem sind Strafzettel und Briefköpfe noch mit dem Schriftzug "Der Polizeipräsident in Berlin" unterzeichnet. Abgeordnete der Linken fordern deshalb einen neuen Namen für die Behörde – auch auf Schildern und Autos:

Hakan Taş (51, Linke) sagt: "Ich schlage vor, dass wir die Behörde in 'Polizeipräsidium von Berlin' umbenennen." SPD-Politikerin Derya Çağlar (35) geht sogar einen Schritt weiter: "Das Social-Media-Team der Polizei hat einen zukunftsweisenden Vorschlag gemacht: Polizeipräsident*in."

Unterstützung gibt‘s von den Grünen. "Wir halten einen geschlechtsneutralen Behördentitel für praktikabel", sagt Benedikt Lux (36). "Sonst müsste bei einem Wechsel an der Spitze irgendwann einmal wieder alles geändert werden – und das würde unnötige Kosten verursachen."

Die Opposition ist gegen die Anpassung. Der Liberale Marcel Luthe (40) spricht von "Quatsch-Idee". Katrin Vogel (54, CDU): "Jede Umbenennung ist mit erheblichen Kosten verbunden. Als 2016 aus dem Studenten- das Studierendenwerk wurde, hat das 800.000 Euro gekostet. Mir fallen viele sinnvollere Dinge ein, die wir damit finanzieren könnten."

Und die AfD-Abgeordnete Jeannette Auricht (48) sagt: "Einen seit mehr als 200 Jahren fest verankerten Behördennamen auf Kosten der Steuerzahler zu ändern, ist vollkommen überflüssiges Gender-Gaga."


Die Polizeipräsidentin selbst ist übrigens der Ansicht, dass es erst einmal wichtigere Dinge anzupacken gebe ...



3. Auch die sonst stark feministisch geprägte Zeitschrift "Newsweek" titelt jetzt: "Es ist Zeit, dass wir der Wahrheit ins Gesicht sehen: Einen Gender Pay Gap gibt es nicht". Der Artikel ist allerdings von keiner Genderwissenschaftlerin, sondern lediglich einer Ökonomin verfasst. Ihr Fazit:

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist bereits das Gesetz des Landes. Eine weitergehende Politik zur Beseitigung von Lohnunterschieden, die wenig oder gar nichts mit Diskriminierung zu tun haben, könnte sogar nach hinten losgehen. Entlohnungssysteme, die auf Faktoren wie Berufsbezeichnungen oder "gleichwertige Arbeit" basieren, würden den Unternehmen die Freiheit nehmen, den Wert ihrer Arbeit zu bestimmen, und den jahrzehntelangen Fortschritt der Frauen zunichte machen, indem sie die Freiheit der Frauen und aller Arbeitnehmer einschränken, im Austausch für persönliche Prioritäten über die Entlohnung zu verhandeln.




4. Die britische Premierministerin Theresa May fordert Väter auf, ihre Pflichten als Eltern stärker wahrzunehmen, damit ihre Frauen Karriere machen können. Tatsächlich gibt es in Großbritannien dasselbe Problem ausgegrenzter Väter wie in Deutschland. Dazu allerdings habe ich von Theresa May noch nichts gelesen.

Theresa May versprach auch, sich um die "brennende Ungerechtigkeit" des Gender Pay Gaps zu kümmern. In dem verlinkten Artikel heißt es dazu:

Von den mehr als 10.000 größten Unternehmen Großbritanniens bezahlt nicht mal jedes siebte Frauen mehr als Männern.


Zugegeben, das ist natürlich ein Skandal.



5. Fünf Tage nachdem er von den Veranstalterinnen des Frauenmarsches öffentlich unterstützt wurde, hat sich der Betreiber der Website "Backpage" des Menschenhandels schuldig bekannt.

Freitag, April 13, 2018

"Ich wollte nur ein Kind von dir, damit ich nicht mehr arbeiten muss" – News vom 13. April 2018

1. Der bekannte Väterrechtler Franzjörg Krieg veranschaulicht an einem konkreten Fall, wie haarsträubend und wie destruktiv die Strukturen in unserer Gesellschaft für Scheidungsväter sind.



2. An diesem Wochenende findet in Frankfurt der Wissenschaftskongress zur Verhinderung häuslicher Gewalt statt. Dabei verschärft sich den mir vorliegenden Informationen zufolge die Situation vor Ort zusehends. Die Polizei werde mit großer Präsenz im Veranstaltungsgebäude und auch in Reserve zugegen sein müssen, um die Freiheit der Rede und der Wissenschaft zu schützen. Mit weiteren Medienberichten wird gerechnet.



3. Viele Journalisten schauen aber auch angestrengt in eine andere Richtung und wollen einfach nicht verstehen, was dieser hysterische Jens Jessen mit seinem "totalitären Feminismus" nur meint. Den Artikel, den Bernd Ulrich in der "Zeit" als Antwort auf Jessens Beitrag veröffentlicht, sieht Lucas Schoppe in seiner Analyse "Echte Männer im aufrechten Kriechgang" als Beleg für das gegenwärtige Elend des "Qualitätsjournalismus". Hierzu vergleicht Schoppe Ulrichs Artikel mit dem kritischen Blogbeitrag, der gestern auf "Geschlechterallerlei" veröffentlicht wurde:

Schon flüchtigen Lesern wird auffallen, dass beide Texte qualitativ in ganz unterscheidlichen Ligen spielen. Der Text des Vize-Chefredakteurs, "Mann und Autor einer Wochenzeitung mit zwei Millionen Lesern" (Selbstbeschreibung), ist richtungslos, eitel ("Eine Bundesministerin sagte mir ..."), desinteressiert an seinem Thema, uninformiert, beifallheischend unterwürfig ("Da der Feminismus stetig voranschreitet, muss der Mann (also ich) ständig dazulernen") und zugleich rechthaberisch ("Das, lieber Jens, sind wirklich die falschen Fragen."). Eine fremdschaminduzierende Textwüste.

(...) Wie nebenbei wird im Text des Bloggers im kleinen Blog deutlich, dass sich der stolze Autor der Wochenzeitung mit zwei Millionen Lesern niemals ernsthaft mit seinem Thema beschäftigt hat. Mehr noch, er hatte eine solche Beschäftigung in der Vorbereitung für seinen Text offenkundig auch gar nicht für nötig befunden.


Vielleicht ist das tatsächlich das Kernproblem: Selbsternannte "Qualitätsjournalisten" glauben in ihrer Hybris, dass sie zu jedem x-beliebigen Thema auch ohne große Recherche kompetent schreiben können. Währenddessen verfassen die tatsächlichen Experten Blogbeiträge und werden nur von stark am Thema interessierten Lesern entdeckt.

Lucas Schoppe führt weiter aus:

Auch an den maßlos aggressiven Reaktionen auf Jessens Text lässt sich diese reaktionäre Haltung leicht erkennen. (...) "Ganz großes Gejammer" sei der Text von Jessen, so Patricia Hecht in der taz, die in ihrem Text ebenfalls gedankenfrei mit dem Patriarchatsbegriff hantiert. Dort "lamentiert" Jessen und bräuchte, so Hecht höhnisch, einfach "jemanden, der ihn an die Hand nimmt, wenn er sich ausgeweint hat".

Eigentlich dasselbe schreibt Margarete Stokowski im Spiegel, formuliert nur noch krasser, weil sie ja irgendwie rechtfertigen muss, dass sie aus denselben Vorwürfen noch einmal einen neuen Text macht. Mit seinen "weinerlichen Ausführungen" wäre Jessen nun "der Peinlichste in der #MeToo-Debatte". "Jessens halt- und ehrloses Geflenne" darüber, "dass alle Männer elendig geknechtete Wesen sind", steht auch in diesem Text als erbarmungswürdig lachhaft dar.

Natürlich greifen Stokowski und Hecht, wie viele andere, auf ein reaktionäres Männerbild zurück. Was ein richtiger Mann ist, der jammert und flennt nicht, der hat und bietet jederzeit Halt, und dessen Ehre heißt Treue. Dass ein Mann – und sei es noch so verstiegen und unstrukturiert – über eigene Verunsicherungen, vielleicht gar über Leiderfahrungen schreibt, erregt hier immer wieder einen Widerwillen, der urtümlich, instinktiv und unreflektiert wirkt. Der Kern dieser feministischen Kritik an Jessen ist, dass der Autor eben kein richtiger Mann sei.

Das klischeehafte Wut-Motiv, das auch der ehemalige Medienkritiker Stefan Niggemeier strapaziert, bedient sich ebenfalls aus dem Vorwurf der Unmännlichkeit: Denn der klassische bürgerliche, würdevolle Mann, der echte Patriarch, zeichnet sich ja eben dadurch aus, dass er ganz und gar nicht von seinen Gefühlen geleitet wird, sondern sich jederzeit unter Kontrolle hat.

Beim Bildblog, der einmal von Niggemeier mitgegründet wurde, beschimpft Alf Frommer derweil Jessen als "Troll-Journalisten", der das aufschreibe, was "man früher an den ‚Klowänden des Internets’ bewundern durfte". Da er nun dergestalt der Unterschied zwischen den unseriösen Schreihälsen im Netz und sich selbst klargestellt hat, kann Frommer dann Jessen keck mit Jens R. vergleichen, dem psychisch kranken, mörderischen Amokfahrer von Münster. Wie schön, dass hier wenigstens noch einer richtig witzig ist.

(...) "Die Zeit" hat mit den Texten Jessens und Ulrichs ein geschicktes, sicher auch lohnendes, aber unverkennbar gelangweiltes und uninformiertes Empörungsmanagement betrieben. Ganz und gar desinteressiert sind die Diskursmanager daran, woraus sich denn eigentlich die Empörung speist, die sie da gewinnbringend hochputschen und anzapfen. Dass sie möglicherweise reale, existenzielle Erfahrungen von Menschen, unter anderem auch beträchtliche Leiderfahrungen ausbeuten, spielt in dieser Inszenierung keine Rolle.




4.
Ein Moderator schreibt der Praktikantin nachts eine SMS: "Dritte Etage, Zimmer 312". Sie wundert sich, dass er nicht Stift und Zettel in der Hand hat, als sie bei ihm klopft. Wie viel Weltfremdheit muss man Feministinnen zugestehen?


Das fragt sich Jan Fleischhauer in einem Beitrag auf Spiegel-Online. Ein Auszug daraus:

Zu den Vorfällen, die dem WDR-Korrespondenten zur Last gelegt werden, gehört die sogenannte "Doppelzimmeraffäre". Vor Jahren hatte er einer Praktikantin weisgemacht, sie müsse mit ihm aus Kostengründen ein Zimmer teilen: Der WDR erlaube wegen des Sparzwangs nur Doppelzimmer. Auch hier stellt sich die Frage, wieviel Weltfremdheit eigentlich erlaubt ist. Mir ist es jedenfalls ein Rätsel, warum jemand unbedingt Journalist werden will, dem man offenbar die haarsträubendsten Geschichten auftischen kann, ohne dass er Zweifel bekommt. Die Komik der #MeToo-Debatte liegt, wenn man so will, in ihrem regressiven Element. An die Stelle der emanzipierten Frau, die selbstbewusst erklärt, was sie will und was nicht, ist wieder die naive Unschuld getreten, die ahnungslos durchs Leben tappt, bis ein Prinz kommt und sich ihrer erbarmt.


Sind wir Männerrechtler eigentlich die einzigen, die Frauen wie erwachsene, mündige Menschen behandeln wollen?

Der Artikel wird heute bei Christian Schmidt diskutiert.



5.
Gendern wird oft völlig gedankenlos oder hysterisch übertrieben gebraucht. Das haben selbstbewusste Frauen, sagen selbstbewusste Frauen, nicht nötig.


Hier geht es weiter mit dem "Tagesspiegel"-Artikel "Beim Gendern droht eine autoritäre Gedankenpolizei".



6. Gibt es einen neuen rechten Feminismus? ist das Thema eines dreiviertelstündigen Radio-Talks beim SWR. Wer sich daran stört, dass die Diskutantinnen mal wieder so ausgewählt sind, dass erst gar keine große Kontroverse entstehen kann, erfährt im Verlauf des Talks, dass eine der Teilnehmerinnen, Andrea Röpke, erst gar nicht teilgenommen hätte, wenn auch Birgit Kelle mit am Tisch gesessen hätte. Man solle nicht mit solchen Menschen, sondern über diese Menschen reden. (Röpke: "Wenn wir mit den Menschen über Rechte reden wollen, dann müssen wir auch Grenzen ziehen. Dann müssen wir sagen, es ist heute mal nicht erlaubt, dass Rassisten teilnehmen.")

Im übrigen beanstanden die Diskussionsteilnehmerinnen beim "rechten Feminismus", dass er autoritär sei, statt Pluralismus zuzulassen und einen Konsens finden zu wollen. Keine Pointe.



7. Es ist erstaunlich, wie viel Kritik Simone Schmollack für ihren Artikel in der Kommentarspalte darunter von Lesern des linken "Freitag" erhält. Die Behauptung "links = doof" wird mal wieder überzeugend widerlegt.



8. Wie die New York Post berichtet, sind wohlhabende Männer seit der MeToo-Kampagne besorgt, Opfer von Falschbeschuldigungen und Erpressungen zu werden:

Ein junger Geschäftsführer in der Technologie-Branche sagte, dass er sechs Überwachungskameras in seiner schicken Wohnung in der Innenstadt installiert hat, "um zu dokumentieren und zu beweisen, was in meinem Privatleben passiert."

"Es ist eine Versicherungspolice", sagte er.

Als er kürzlich ein Date mit nach Hause brachte und feststellte, dass sie sehr betrunken war, wandte er sich an eine der Kameras und ließ für sein Date ein Taxi zur Heimfahrt kommen.

"Ich habe versucht, die Interaktion vollständig im Blickfeld der Kameras zu halten, bevor ich das Taxi organisierte", sagte er.

Diesem Geschäftsführer zufolge hat #MeToo – während es den Opfern sexueller Übergriffe eine Stimme gab - andere Frauen ermutigt, gutsituierte Männer falsch zu beschuldigen, um daraus finanziellen Gewinn, Ruhm oder Rache zu beziehen.

"Anonyme Anschuldigungen sind jetzt möglich, und die Medien glauben, dass sich das Gericht der öffentlichen Meinung nicht an etwas halten sollte, das einem fairen Prozess ähnelt", sagte er.

(...) Der Privatdetektiv Herman Weisberg stimmt zu und sagt, dass er seit #MeToo im letzten Jahr eine Zunahme von Erpressungsfällen gesehen hat.

"Seit Oktober habe ich etwa 25 Fälle von soliden Erpressungsdrohungen bekommen", sagte Weisberg, Geschäftsführer der Sage Intelligence Group.

"Ich denke, in manchen Fällen benutzen ein paar manipulative Leute die #MeToo-Bewegung als Druckmittel. Es gibt ihren grundlosen, falschen Behauptungen mehr Biss."

Weisberg sagt, es sei eine gängige Taktik für Erpresserinnen geworden, einem Mann, mit dem sie Beziehungen hatten, eine E-Mail zu schreiben und eine schriftliche Entschuldigung zu verlangen.

"Sie behaupten, dass ihr Therapeut sagt, das sei der erste wichtige Schritt", berichtet Weisberg.

"Nehmen wir an, dass jemand eine E-Mail zurückschreibt und sagt: 'Wow, es tut mir wirklich leid, dass du dich so fühlst, und es tut mir leid, wenn ich irgendetwas getan habe,' dann gesteht er im Grunde genommen Fehlverhalten ein, ob er überhaupt weiß, wofür er sich entschuldigt oder nicht".

Weisberg sagte, er halte es für ein Alarmsignal, wenn eine Anklägerin Geld direkt von den Angeklagten verlangt oder damit droht, in den sozialen Medien an die Öffentlichkeit zu gehen.

"Wenn Sie es tun wollen, tun Sie es - gehen Sie auf die sozialen Medien. Aber bedrohen Sie die Person nicht im Voraus ... Das bezeichnen wir in meiner Branche als Cash Grab."

Hochgradig nervös nach der Welle der Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen prominente Persönlichkeiten, berichten Geschäftsmänner in New York, dass sie Abendausflüge mit weiblichen Kollegen vermieden haben.

Ein Firmenanwalt cancelte seine Tradition, Weihnachtsgetränke mit einer Frau zu haben, deren Mentor er ist, und entschied sich für die sicherere Alternative des Mittagessens. Ein anderer Geschäftsmann der Stadt bringt inzwischen seinen Anwalt zu Treffen mit Frauen mit, um missverstandene Botschaften zu vermeiden.

"Ich denke mir sogar: Soll ich jemanden um 9 Uhr nachts in meinem Büro treffen, wenn niemand sonst da ist?" gab der Strafverteidiger Jeremy Saland zu, der ebenfalls einen Aufschwung bei von #MeToo inspirierten Erpressungsfällen gesehen hat. "Jeder kann eine Behauptung aufstellen. Unsere Kunden suchen Schutz vor Erpressern, weil sie versteinert vor Angst sind, dass, wenn ein Anspruch öffentlich gemacht, der Familie mitgeteilt oder dem Arbeitgeber gemeldet wird, der Augenschein – und nicht die Wahrheit – siegreich sein wird."




9. Das neue männerfreie Arbeitsgebäude im Washingtoner Stadtteil Georgetown hat jetzt eröffnet. Weitere Gebäude dieser Art sind in Toronto, London, Seattle, San Francisco und Los Angeles geplant.



10. Die Post – habe diesmal nicht ich bekommen, sondern der Blogger Fefe, der gestern einen Leserbrief zum Thema Jungenbeschneidung veröffentlichte. Ein Auszug daraus:

Ich musste mich im Alter von ca. 20 Jahren beschneiden lassen, weil es medizinisch notwendig war. Nun hatte ich schon das Glück, dass mein Urologe von vornherein meinte, dass er sowas grundsätzlich nur mit Vollnarkose macht - anscheinend ist bei religiös motivierten Beschneidungen selbst 'ne lokale Narkose längst keine Selbstverständlichkeit (um es mal zurückhaltend auszudrücken). Zum Beispiel in Israel verwenden laut Zahlen von 2012 nur 20 der insgesamt 400 "Mohels" überhaupt Anästhesie bei Beschneidungen.

Und selbst ohne die Schmerzen der Operation an sich kann ich dir sagen: Das waren zwei Monate oft fast unerträgliche Schmerzen. Insgesamt hat es locker 4-5 Monate gedauert, bis wirklich alles so weit verheilt und "abgestumpft" war, dass es im Alltag nicht mehr groß gestört hat. Und selbst danach bleiben dauerthaft immer noch Probleme wie "Eichel bleibt gern mal am Stoff der Unterhose kleben", und natürlich deutliche Einschränkungen beim Sex (fühlt sich einfach nicht mehr so intensiv an).

(...) Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum es Eltern gestattet sein sollte, ohne medizinische Notwendigkeit eine solche Operation an ihren Kindern vornehmen zu lassen. Mir ist völlig schleierhaft, wie man zum Beispiel in Deutschland das Recht der Eltern auf freie Religionsausübung und Kindererziehung höher gewichten kann als das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit. Insbesondere dann nicht, wenn man bedenkt, dass Eltern, die ihre Kinder schlagen, sich zumindest der einfachen Körperverletzung (§ 223 StGB) strafbar machen.

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