Freitag, Oktober 20, 2017

#MenToo: Männer outen sich als Opfer sexueller Belästigung – News vom 20. Oktober 2017

1. Während unter #MeToo hauptsächlich Frauen ihre Erlebnisse teilen, äussern sich sexuell belästigte Männer inzwischen unter #MenToo. Die Schweizer Zeitung 20 Minuten berichtet, schloss den Kommentarbereich unter dem Artikel, wo Männer begannen, ihre Erfahrungen zu schildern, wegen des großen Ansturms jedoch zügig.

In Österreich berichtet Heute über den neuen Hashtag – nicht ohne zu erwähnen, dass sich "etliche Frauen" kritisch dazu äußern, dass jetzt auch Männer über ihre Opfererfahrung sprechen.

Ein deutsches Medium, das über #MenToo berichtet, konnte ich nicht finden. Hier herrscht ungebrochen der gewohnte Sexismus, bei dem das "Opfer-Abo" Frauen vorbehalten bleibt.



2. Für Männer indes bleibt die Täterrolle reserviert. Der Feministin Yasmina Banasczuk geht das natürlich nicht weit genug: Sie ruft Männer auf Twitter zur Selbstbezichtigung unter dem Hashtag #ichwars auf. Darauf erhält sie zwar viel Resonanz, aber diese scheint zu einem großen Teil sarkastisch zu sein. (Hier der Hashtag im Original.)



3. Im liberalen Online-Magazin Spiked! äußert sich Ella Whelan zu der aktuellen moralischen Panik. In ihrem Artikel heißt es:

It’s time we clarified what sexual harassment really means. It’s not just the occasional offhand comment or unpleasant exchange. By labelling everything from shouts on the street to glances at the bar as sexual harassment, we denigrate the term. The panic about harassment and women’s safety is spinning out of control. Listening to some feminists, you’d be forgiven for thinking women are in danger every time they step into the street. And that we need more regulation and more law to protect women and control men. Cat-calling is now a hate crime in Nottinghamshire. Calling on the state to protect women from men smacks of a Victorian, patronising illiberalism.

It’s time for some uncomfortable truths about the harassment panic. Feminists who peddle the idea that women are wallflowers – always at risk, requiring protection, and too damaged to talk seriously about the reality of our experience and therefore we need a caring Twitter leg-up – are doing a gross disservice to women. Of course, actual cases of sexual misconduct, which are rare, should be investigated and tackled. But feeding a moral panic that encourages women to feel more vulnerable, and which demonises men, is just destructive and wrong.




4. Auch ihre Kollegin Karol Markowicz ist mit dem Verlauf der Debatte unzufrieden:

In short, as people in the Twitterverse routinely put it, "men are trash." The phrase "not all men" has become an Internet meme that feminists use to mock men who defend themselves against these kinds of mass accusations. Plainly, "not all men" are rapists or sexual harassers or predators like Weinstein--but when men try to say so they get shut down with an "oh yeah, not all men" eyeroll.

After Weinstein, though, the line the left is pushing is "yes, all men." Shaun Lau, host of the "No, Totally!" podcast tweeted that and added "To masculine domination, non-consensuality is a feature, not a bug. Power requires neither permission nor forgiveness." Writer Paraic O'Donnell tweeted "Yes, all men. In some degree, in some capacity, at some remove. Yes. Now, shut the f*** up, and try to make the world just, safe and kind."

These are both men who believe that "all" men behave this way, presumably including themselves. (...) This eagerness to spread blame beyond the perpetrator, to all men, to all of society, lets these awful men off the hook. (...) That’s the real problem with casting this wide net to include all men in this atrocious behavior. It ends up giving a pass to the predators. (...) Maligning half the population as exploiters of women mixes in the bad guys with the good ones--and it’s the Weinsteins of the world who benefit.




Themawechsel.



5. Die "Interessensgemeinschaft Jungen, Männer, Väter", in der ich auch Mitglied bin, schreibt einen Offenen Brief an die Koalitionsparteien anlässlich der aktuellen Sondierungsgespräche zur aktuellen Bundesregierung. Natürlich wird auch der Inhalt dieses Briefes von mir unterstützt.



6. In der Online-Männerszene macht bereits ein aktuelles Gerichtsurteil von sich reden, das Geschlechterquoten für verfassungswidrig erklärt. Wie konnte es in unserer feministischen Gesellschaft zu einem solchen Urteil kommen? Ganz einfach: Diesmal wurde die Quote von einem Jungen eingefordert.

Das OVG Berlin-Brandenburg hat entschieden, dass eine Geschlechterquote kein zulässiges Kriterium für die Aufnahme in ein grundständiges bilinguales Gymnasium sein kann.

Der Antragsteller, ein Junge, begehrte die Aufnahme in ein solches Gymnasium. Da es mehr Bewerber als freie Plätze gab, musste ein Auswahlverfahren auf der Grundlage der bisherigen schulischen Leistungen durchgeführt werden. Danach wurden – wegen besserer Noten – überwiegend Mädchen ausgewählt.

Das VG Berlin hatte dem vorläufigen Rechtsschutzantrag des Jungen teilweise stattgegeben. Das bilinguale Gymnasium müsse nach der hier einschlägigen Rechtsverordnung über die Aufnahme in Schulen besonderer pädagogischer Prägung bei einem deutlichen Missverhältnis zwischen Mädchen und Jungen zur Gewährleistung des koedukativen Unterrichts dem schwächer vertretenen Geschlecht – d.h. hier den Jungen – mindestens ein Drittel der Plätze zur Verfügung stellen. Dies sei nicht geschehen.

Das OVG Berlin-Brandenburg hat sich dieser Auffassung im Beschwerdeverfahren nicht angeschlossen.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts ist die in der Verordnung vorgesehene Geschlechterquote verfassungswidrig. Sie verstoße gegen den in Art. 10 Abs. 1 und 2 der Verfassung von Berlin garantierten Gleichheitsgrundsatz und das Verbot, Menschen wegen ihres Geschlechts zu bevorzugen. Dies müsse der Verordnungsgeber beachten, wenn er den Zugang zu öffentlichen Schulen regle. Unabhängig davon fehle eine Rechtsgrundlage im Schulgesetz, aufgrund derer die Senatsschulverwaltung ermächtigt werde, eine Geschlechterquote für grundständige bilinguale Gymnasien in einer Rechtsverordnung zu regeln.


Dieselbe juristische Logik müsste natürlich für beide Geschlechter gelten. Insofern spekulieren manche, dass dieses Urteil die Tür dazu öffnet, Geschlechterdiskriminierung durch Quoten generell zu unterbinden.



7. An der US-amerikanischen Universität Wisconsin, möchte eine Professorin Kurse stärker so ausrichten, dass Frauen lernen, wie unterdrückt sie in unserer Gesellschaft sind. Ohne eine derartige Unterrichtung teilen nämlich immer weniger Frauen diese Sicht:

Cristina Mogro-Wilson, who teaches social work at UConn, surveyed 118 students pursuing a Masters in Social Work (MSW) degree and found that the overwhelming majority of respondents — 94 percent of whom were women — do not believe that "discrimination and subordination” are “salient issues in women’s lives."

(...) The findings are problematic, Mogro-Wilson contends, because without a sense of their own oppression, students may be disinclined to "embrace the notion of change through unification," such as in the form of protesting.




8. Die sogenannten TED Talks sind eine beliebte Online-Plattform, auf der Meinungsführer und Vordenker unserer Gesellschaft Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen halten können. Wer dort sprechen darf und wer nicht sowie welche Statements dort abgegeben werden ist ein immer wieder heiß diskutiertes Politikum. Jetzt hatte auch die Filmemacherin Cassie Jaye Gelegenheit zu einem dieser hoch angesehenen Vorträge: Meeting the Enemy. A feminist comes to terms with the Men's Rights movement.

(Denselbe oder zumindest einen sehr ähnlichen Vortrag hatte Jaye früher schon gehalten, aber bei TED erhält sie eine viel stärkere Aufmerksamkeit. Und der Vortrag ist nun mal verdammt stark.)



Blicken wir kurz auf die Meldungen von heute zurück: Männer sprechen über ihre Erfahrungen als Betroffene sexueller Belästigung. Junge Frauen müssen an Universitäten eigens indoktriniert werden, um sich noch benachteiligt zu fühlen. (Und es ist sehr unsicher, ob diese Indoktrination funktionieren wird.) Eine ehemalige Feministin spricht sich bei TED dafür aus, alle Stimmen in der Geschlechtebatte zu hören und Männerrechtler nicht länger durch Dämonisierung zum Schweigen zu bringen.

Zugegeben: Die Machthaber in Politik, Medien und dem akademischen Bereich tun noch immer ihr Menschenmöglichstes, um das alte sexistische Denken vom Täter Mann und Opfer Frau aufrecht zu erhalten. Dem unbenommen hat der kulturelle Wandel zu einer tatsächlich geschlechtergerechten Gesellschaft längst begonnen.

Werden diejenigen, die heute als Männerrechtler aktiv sind, noch selbst von diesem Wandel profitieren, oder werden es erst spätere Generationen sein, während wir bis zu unserem Tod durch den Dreck gezogen werden? Ich weiß es nicht. Aber diesen kulturellen Wandel voranzubringen ist ohne Frage notwendig. Die gesamte menschliche Zivilisation beruht darauf, dass Menschen Bäume geflanzt haben, in deren Schatten sie selbst niemals sitzen konnten. Vielleicht tun wir gerade dasselbe.

Donnerstag, Oktober 19, 2017

Frauen strippen für Männerrechte – News vom 19. Oktober 2017

1. Die britische "Daily Mail" berichtet über politische Aktivistinnen, die sich in einem Erotikkalender präsentieren, um Aufmerksamkeit für die ansonsten verschwiegenen Anliegen und Benachteiligungen von Männern zu wecken:

The Lovely Ladies For Men's Issues activist group, led by 22-year-old Vanessa Lussier, want bring awareness to men's issues - by stripping off for a sexy calendar.

Vanessa said: "It's kind of unheard of that women support men's issues. While historically men have had more authority in the society, no society is perfect. And now that women have basically all their rights, and you see how men are, for example, way more likely to be sentenced for a crime and much more harshly, you have to think men have issues too. So why can't we talk about that?"

Vanessa along with fellow activists Reading Wren and Becky Quinton plan to get the conversation started while posing in skimpy outfits for the "Lovely Ladies for Men's Issues 2018" calendar.

But if you're worried about people only focusing on the women's scanty attire, the calendar will also feature facts about specific men's rights issues for the month.

(...) The women are on a mission to raise awareness of issues such as male circumcision, which they say is akin to female genital mutilation, and paternal rights.

Vanessa, who is fully aware that her efforts are likely to stoke the ire of the modern women's movement, said she is a "non-feminist" rather than is an "anti-feminist" because she "doesn't want to silence anybody". She explained: "To me, feminism is a good idea that got taken advantage of by bad people. I believe the biggest disruptors to men's rights are anybody who pushes myths and stereotypes of men, such as 'toxic masculinity'."

The activist and YouTuber has been championing men's rights since high school, where she said she witnessed friends become entrenched feminists, eventually becoming hostile towards men.

This prompted her to investigate feminism more deeply, leading her to read about men's rights issues and beginning her affiliation with the movement that would leave people scratching their head.

Vanessa continued: "When I realized that feminists were actually pushing views that harmed men, it made me get involved to kind of even the playing field."


Hier findet man den vollständigen Artikel.



2. Die Website der Liberalen Männer steht. Unser Pressesprecher, Torsten Sommer, war gestern in der ZDF-Nachrichtensendung "heute" zu sehen: "Scheidungsväter fühlen sich vernachlässigt".



3. Mit der Schlagzeile "Die Frau kocht, der Mann futtert" lässt die "Tagesschau"-Redaktion mal wieder ihrem Sexismus freien Lauf. Die Reaktionen in der Kommentarspalte unter dem Beitrag zerpflücken ihn so gründlich, dass die Kommentarfunktion schon nach anderthalb Stunden geschlossen werden musste.

Dabei liefert die "Tagesschau", indem sie auf männerfeindliche Polemik statt sachlich-seriöse Berichterstattung setzt, nur Argumente für diejenigen, die ohnehin für eine massive Eindampfung der ARD plädieren. Peter Mühlbauer berichtet über den Stand der Debatte:

Politiker von SPD und Grünen widersprachen Robras Reformvorschlägen umgehend: Björn Böhning, der Leiter der für Medien zuständigen Berliner Senatskanzlei, erklärte, sein rot-rot-grün-regiertes Bundesland werde sich den Plänen entgegenstellen, und Cornelia Lüddemann, die Fraktionschefin der Grünen in Sachsen-Anhalt, fürchtete öffentlich um die Sendungen "Tatort", "Lindenstraße" und "Tagesschau". Deren Chefredakteur Kai Gniffke lobte seine Sendung auf Robras Kritik hin als eine, die "unvoreingenommen berichtet und den Leuten keine Meinung unterjubelt", "für nüchterne und unabhängige Nachrichten steh[t]", "den Diskurs über sämtliche Parteigrenzen hinweg [fördert] und "alle Positionen (auch die neu im Parlament vertretenen) [statt]finden" lässt.

Mit dieser Offenbarung seiner Selbstwahrnehmung zog Gniffke (den man seit seiner Erklärung zu Sprachregelungen in Foren und Sozialen Medien gern als "Machthaber" bezeichnet) auf Twitter viel Aufmerksamkeit und viel Spott auf sich. Robras Sparvorschlag kam hier eher gut an.


Etwas anderes als Spott über die Behauptung, dass die "Frau-kocht-Mann-futtert-Tagesschau" unvoreingenommen berichte und alle Positionen stattfinden lasse (wir erinnern uns an die zahlreichen "Tagesschau"-Meldungen über die Männerrechtsbewegung und ihre Anliegen), ist außerhalb der rot-rot-grünen Parteien auch kaum vorstellbar.



4. Die Schauspielerin Jennifer Lawrence berichtet, wie sie im Vorfeld eines Films sexuell erniedrigt worden sei – durch eine Produzentin. Mit einer Twitter-Kampagne, die Frauen pauschal anklagt, gefolgt von einer Selbstgeißelungs-Kampagne, in der Frauen versprechen, sich zu ändern, ist diesmal allerdings nicht zu rechnen.



5. Die Bloggerin "Anne Nühm" distanziert sich von Feministinnen, die überall Sexismus und Belästigung wittern.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute zu einem Artikel über die Situation in Simbabwe:

Hallo Arne,

dieser Bericht zeigt exemplarisch wie Verbrechen weltweit geahndet werden:

"Dutzende zum Tode Verurteilte werden noch in den Gefängnissen des Landes festgehalten. Die seit 2013 gültige Verfassung des Landes sieht die Todesstrafe durch Erhängen für Männer im Alter von 18 bis 69 Jahren vor, die wegen schwerster Verbrechen verurteilt wurden. Frauen werden nicht hingerichtet."

Ich bin gegen die Todesstrafe, keine Frage. Aber das Verbot der Todesstrafe sollte für Frauen und Männer gelten.

Mittwoch, Oktober 18, 2017

Sexismus-Panik: Wie hilft man Frauen, die eine irre Angst vor Männern haben? – News vom 18. Oktober 2017

1. Die von der SPD-Politkerin Sawsan Chebli erhobenen Sexismus-Vorwürfe werden weiterhin diskutiert. So heißt es im Tagesspiegel:

Wenn ich es richtig verstehe, dann gründet sich der Sexismus-Vorwurf auf dem Vorwurf, hier werde eine tüchtige junge Frau im Bewusstsein geschlechtlicher Überlegenheit herabgewürdigt. Das ist offensichtlich Unsinn. Denn er hat ihre Kompetenz ja nicht in Zweifel gezogen, sondern einfach nur irrtümlich jemand anderen erwartet. Diese Art Delikt war früher als 'falsches Bewusstsein' bekannt. Derjenige, dem es zugeschrieben wird, kann sich nicht wehren, in seinem Kopf wütet nun mal Verbotenes, das ist Pech. Und ist es nicht gar Rassismus, wenn ein alter weißer Mann als Staatssekretärin keine gebürtige Araberin erwartet? Immer den größten Hammer schwingen, das ist das Prinzip.


Und bei den "Kolumnisten" argumentiert Jörg Friedrich:

Wenn ältere Männer heute jungen Frauen in aller Öffentlichkeit Komplimente machen, um über schwierige Momente der Kommunikation hinweg zu kommen, sollten wir sie nicht als Sexisten beschimpfen oder als Dinosaurier einer fremden fernen Zeit verurteilen, sondern als Botschafter einer vielleicht kommenden schöneren Welt ansehen, in der auch Frauen den Männern, denen sie begegnen, sagen, dass sie gut aussehen und attraktiv gekleidet sind, bevor man gemeinsam zur Tagesordnung übergeht.




2. Der britische Spectator zerpflückt die aktuelle feministische Twitter-Aktion "Me too", die einmal mehr versucht, einen einzelnen sexuell offenbar übergriffigen Mann (Harvey Weinstein) zur allgegenwärtigen Bedrohung von Frauen hochzuhypen:

Following a weekend crammed with ever more salacious revelations about Harvey Weinstein, hundreds of thousands of women have now taken to social media to share their own experiences of sexual harassment. This is called the ‘#MeToo’ movement, and it’s gone viral, in the way that these things do.

According to Twitter, this reveals ‘the magnitude of sexual assault’. In reality, it does nothing of the sort. #MeToo tells us far more about the desire of some women to reach for victimhood status.

(...) Worse, serious crimes are trivialised as the #MeToo tweeters who recount some relatively minor (albeit discomforting) experience are equally blessed with retweets, likes and public endorsements praising their bravery. Blurring the boundaries between rape and ever-broader definitions of sexual harassment doesn’t just trivialise serious offences, it further inflames a climate of hysteria in which the sexual harassment of women comes to be presented as a routine part of life. Life for women is presented as a battleground where we are all only one bad joke, one wolf whistle or one stare away from being assaulted.

It also creates an impression that being a woman in the 21st century is a living hell. Not only is this false, it is destructive. In 2015, Girl Guiding UK found that seventy-five per cent of girls and young women said anxiety about potentially experiencing sexual harassment affects their lives in some way. A 2016 survey suggested that 41 per cent of young women expect to face discrimination at work. These young women had not faced harassment or discrimination: their anxiety was around what might, potentially, happen to them in the future. It may be the fear of sexual harassment, more than the reality, that is holding women back today.

Twitter is by default a narcissistic platform: users must assume the world wants public updates on their thoughts and feelings. But yesterday’s #MeToo Twitter-trend only shows us the sorry state of feminism today.




3. In Frankfreich soll es jetzt mit einem sofortigen Bußgeld belegt werden, wenn ein Mann einer Frau hinterher pfeift oder sie auf andere Weise sexuell belästigt. Zumindest das mit dem Bußgeld steht fest – für welches "Delikt" genau es anfallen soll, wird noch heiß diskutiert.



4. Das "Aero Magazin" nutzt die aktuelle moralische Panik, um zu diskutieren, woher eigentlich diese vorurteilbehaftete, diskriminierende psychische Störung stammt, die die Verfasserin dieses Artikels als "Androphobie" bezeichnet:

From other sources, we learnt how rape culture made Harvey Weinstein, that Harvey Weinstein shows that rape culture is still prevalent in 2017 and what Rape Culture says about Masculinity. The problem with this is that Harvey Weinstein is neither a culture nor masculinity. He is one man who, it seems clear, was willing to use his position of power to exploit and abuse women. We can condemn the character of Weinstein. We can demand answers and the overhaul of an industry that allowed him to conceal his abuses from the public. But it must be remembered that Weinstein’s power did not reside in the American public believing that sexual abuse was acceptable. Weinstein’s position of power did not enable him to convince American society that sexual abuse was good. It enabled him to conceal his from it. Once he could do that no longer, the immediate outpouring of outrage, anger, and distress that followed cast great doubt on the claim that America is a rape culture. If we understand a rape culture to be one in which rape is glorified, condoned or excused, there is little evidence of such a culture in the responses to the revelation about Harvey Weinstein.

(...) It is unjust to the vast majority of men who commit no sexual offences and are appalled by their existence. It’s also harmful to women who are being encouraged to fear men as a sex and to regard the world as dangerous and hostile to them. It is most alarming that driving this fear is a form of feminism which ratchets up fear of men to the level of life-restricting phobia.

(...) "Androphobia" is not a word in popular usage but I think it should be. It’s a far better word than “misandry” to describe the expression of fear of and aversion to men that permeates much of feminist discourse right now. Misandry is the hatred of men. Feminists who exhibit hostility towards men tell us that they do not hate men. They simply fear them and argue that hostility is a perfectly natural consequence of this which should be accepted. I think we should take them seriously and treat the problem as "androphobia" — an irrational fear which sufferers should be supported sympathetically to overcome.

The NHS tells us that "a fear becomes a phobia when you have to change your lifestyle to manage it. A phobia is an extreme or irrational fear or dread aroused by a particular object or circumstance, to the point where it severely restricts your life." It goes on to say that whilst phobias of uncommon things such as snakes (in Britain) won’t usually affect everyday life, phobias of commonly encountered things can make it very hard to lead a normal life. Men are, of course, very commonly encountered things and therefore we should not underestimate the profound impact a fear of and aversion to them can have on the life and prospects of phobics. One counselling site says of Androphobia, "Though women who suffer from this disorder may realize that there is very little reason to be afraid of men, the fear persists, thus leading to severe, repeated anxiety around men that can often interfere with everyday activities." Causes of androphobia are suggested to include trauma and genetics but also cultural influences which include fear-mongering. A prominent form of feminism which perpetuates fear of and aversion to men could certainly be one such influence.


Hier geht es weiter mit dem Artikel von Helen Pluckrose.

"Ganz viele Frauen haben ja schon Angst, auf die Straße zu gehen" tönte Anne Wizorek zum Höhepunkt der #Aufschrei-Debatte über sexuelle Belästigung. Wenn das zutrifft, benötigen diese Frauen Hilfe, aber ganz sicher nicht, indem ihre psychische Beeinträchtigung durch das weitere Schüren von Ängsten verstärkt und verfestigt wird – beispielsweise indem man Komplimente zu traumatisierenden Übergriffen erklärt. Helen Pluckrose erläutert, wie diese Hilfe stattdessen aussehen kann:

Cognitive behavioral therapy for the treatment of irrational fears focuses upon realistic assessments of risk, determining reasonable precautions against it and then, having put one’s fear into perspective, living a full life. It is possible that any man a woman encounters in her daily life could violently attack and rape her but almost every such encounter results in no such thing. Dr Bruce Hubbard describes it like this, "CBT helps replace catastrophic cognitions with reasonable beliefs. When fear begins, it’s important to remind yourself to review the evidence that this is a false alarm, you are not in danger. The goal is to develop a nurturing, coaching inner voice to help stay grounded and effectively accept and cope with panicky feelings as they run their course." The already tiny risk of violent attack can be reduced further by taking the same kind of precautions one takes against other kinds of crime and using the same kind of judgement one uses with other kinds of relationships. If we live life in constant fear and distrust of men, we could possibly reduce the risk further but at what cost? Avoiding interactions and relationships with half the population reduces the likelihood of having friends, lovers and meaningful bonds too.

(...) I am concerned by the neurotic attempts to catastrophize non-injurious sexual assault experienced by women beyond any other form of criminal behavior of which we (and men) could become a victim. I don’t want my daughter to be told that being shown a penis, being subjected to sexual comments or experiencing a hand placed somewhere it has no right to be is a terrible trauma from which she may never recover. Even less do I want her to think this represents a society which is hostile and dangerous to her and which she should only approach with caution. I want her to know that these behaviors are unacceptable. Some of them are crimes she should report. Others indicate individuals she should avoid. They are not to be dismissed or excused. They are not the end of the world.

(...) You are likely to be criticized or laughed at in public at some point in your life and experience shame or embarrassment. If your fear of being criticized or laughed at causes you to avoid being around people in work or social environments, your sociophobia needs treating.

You are likely to encounter a boorish or abusive man who will make sexual comments, attempt to grope you or show his genitalia at some point in your life. If your fear of such men causes you to avoid being around the entire male half of the population, trusting men, working with men, having relationships with them and speaking of them without hostility and negative generalisations, your androphobia needs treating.


Vielleicht ist das ein zentraler Unterschied im Frauenbild von Feministinnen und Maskulisten. Die wortführenden Feministinnen scheinen eher zu denken: Frauen sind tendenziell schwach und müssen gesetzlich vor so fiesen Dingen wie Komplimenten und Hinterher-Pfeifen geschützt werden. Maskulisten denken eher: Frauen sind tendenziell stark und können sich die nötigen Kompetenzen aneignen, um mit den Belastungen des Alltags eigenständig umzugehen.



5. Die Post. Einer meiner Leser informiert mich über einen Fall, bei dem die sexistische Justiz in unserer Gesellschaft besonders sichtbar wird:

Daniella Hirst 28 und Craig Smith 31, beide aus dem englischen Bridlington zogen in einer öffentlichen Pizzeria vor den Angestellten eine Sex-Nummer ab. Dabei wurden sie von einer Überwachungskamera gefilmt. Dieses Video gelangte wohl in das Internet und hatte zur Folge, dass sich beide wegen Sex in der Öffentlichkeit jetzt vor Gericht verantworten mussten.

Hier die Urteile:

Frau Hirst:

12-monatige Gemeindebefreiung.

23 Wochen lang eine Ausgangssperre, täglich zwischen 19 und 7 Uhr.

10 Tage Rehabilitation abschließen und einen Opferzuschlag von 85 Pfund zu bezahlen.

Herr Smith:

12-monatige Gemeindebefreiung.

23 Wochen lang eine Ausgangssperre, täglich zwischen 19 und 7 Uhr.

15 Tage Rehabilitation abschließen und einen Opferzuschlag von 85 Pfund zu bezahlen.

Also 5 Tage Rehabilitation mehr als wie Frau Hirst.

Zusätzlich wurde er verurteilt, sozusagen als Männer-Bonus:

Zum Ableisten von 200 Stunden unbezahlter Arbeit.

Herr Smith rief vor Gericht: "Warum muss ich das extra machen ?!"

Eine Antwort blieb wohl aus.

Hier haben wir so einen Fall, wo eine Frau zusammen mit einem Mann zu je 50% an ein und dem selben Vergehen beteiligt waren, sie hatten zusammen Sex in der Öffentlichkeit.

Warum brummt man dem Mann eine Extra-Strafe auf?

Dienstag, Oktober 17, 2017

Feministin lernt als Hure die Männer kennen – News vom 17. Oktober 2017

1. Die Berliner Zeitung berichtet:

Stephani, heute 31, versteht ihre Zeit im Bordell auch als eine Art privates Sozialexperiment. "Geld war nicht mein Motiv", sagt sie. "Es war Neugier. Ich bin in eine extreme Rolle gegangen, um die Rollen der anderen zu verstehen." Die Autorin beschreibt sich als Tochter aus gutem Hause, Einser-Schülerin, Verehrerin von Feministin Alice Schwarzer. Als sie ihr Philosophiestudium in Berlin begonnen hatte, wollte sie den "Feind" kennenlernen: den Mann im Bordell. Dann wunderte sie sich, wie leicht ihr die Rolle als Hure fiel - und dass sie weder Feinde traf noch Männer-Monster.

(...) Auch Simone Wiegratz hat die Kurfürstenstraße für Hydra im Blick. (...) "Eine Diskussion über Sexualität gibt es doch gar nicht", sagt Wiegratz. "Da gehört Ehrlichkeit dazu. Und so lange Männer, die zu Prostituierten gehen, sofort in eine Täterecke gestellt werden, kommt das auch nicht in den Blick."




2. Gute Aussichten, Familienministerin zu werden, hat angeblich die FDP-Politikerin Katja Suding, die maßgeblich dafür verantwortlich sein soll, dass ihre Partei das Wechselmodell (gemeinsame Sorge beider Eltern für ihre Kinder auch nach einer Trennung) befürwortet. Die feministische Gruppe "Pinkstinks" polemisiert gegen Suding in dem Beitrag "Nicht meine Ministerin". Die Autorinnen zeigen sich "alarmiert" und berichten von "schlaflosen Nächten". Die FDP fordert nämlich mit Slogans wie "Mündige Bürger statt Plakatpolizei", dass Menschen auch Plakate, die "Pinkstinks" und anderen Feministinnen nicht gefallen, tolerieren sollten.



3. Der Berliner Tagesspiegel befindet zu dem aktuellen Gerichtsurteil, dem zufolge ein Mann kein Gleichstellungsbeauftragter werden darf:

Das mag ein Rezept für frühere Aufbrüche gewesen sein. Heute stellt sich die Lage komplexer dar, und es wird immer deutlicher, dass nicht Nachteile für die einen beseitigt, sondern Vorteile für alle geschaffen werden müssen. (...) Leider fehlt es an Impulsen. Alle haben sich an Frauen als Beauftragte gewöhnt. Läuft es schlecht, wird es ein Thema für die AfD.




4.
Eine Staatssekretärin unter Schock! Nein, sie wurde nicht überfallen, beleidigt oder auf der Könne Domplatte begrapscht. Ihr wurden Komplimente dargebracht. So etwas darf nie mehr passieren.


Anabel Schunke kommentiert auf "Tichys Einblick" unter der Überschrift "Feminismus in der Sackgasse".

Auch Christian Schmidt widmet der Affäre um die SPD-Politikerin eine lesenswerte Analyse.

Chebli erklärte inzwischen, sie habe mit ihrem Facebook-Eintrag "eine Sexdebatte anstoßen" wollen. In dem Artikel, der darüber berichtet, heißt es, Chebli sei "anzüglich angemacht worden".

Währenddessen widerspricht eine Vertreterin der Deutsch-Indischen Gesellschaft Cheblis Darstellung des Sachverhalts und wirft der Staatssekretärin ihrerseits Sexismus vor.



5. Die liberale Feministin Cathy Young äußert sich zu den Vorwürfen sexueller Übergriffigkeit, die dem Filmproduzenten Harvey Weinstein gemacht werden: It's Good Harvey Weinstein Was Stopped. But Let's Not Start a Witchhunt.

Montag, Oktober 16, 2017

Übler Sexismus: Staatssekretärin immer noch unter Schock – News vom 16. Oktober 2017

1. Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebili wurde derart sexistisch angegangen, dass dies bei ihr zu einem länger anhaltenden Schockzustand führte: Ein Botschafter außer Dienst habe sie von einem Podium herab als "jung und schön" bezeichnet. "Klar, ich erlebe immer wieder Sexismus", schrieb Chebili über den Eklat. "Aber so etwas wie heute habe auch ich noch nicht erlebt." Ich möchte mich eigentlich von derart unverschämten Herabwürdigungen distanzieren, andererseits ...

Zustimmung erhält Chebili von Anja Schillhaneck (Grüne).



2. Den Shitstorm der Woche erntet diesmal ein Frauenmagazin.



3. Die Schweizer SP will sich konsequent feministisch ausrichten und verabschiedete ein "Manifest für eine konsequente feministische Sozialdemokratie". Feministische Themen müssten ins Zentrum der Partei rücken, hatte Natascha Wey, Co-Präsidentin der SP-Frauen, zuvor gefordert. Männer in der Partei müssten mehr über feministische Themen sprechen.



4. Die Süddeutsche Zeitung vertritt die These, man könne Fälle sexueller Belästigung wie bei Harvey Weinstein unterbinden, wenn man nur aufhören würde, sich über das Binnen-I lustig zu machen. Christian Schmidt argumentiert dagegen und schlägt – wenig hoffungsvoll – alternative Methoden vor.



5. Die neueste Geschlechterstudie: Männer mit hohem Status sind eher als Frauen mit hohem Status bereit, Belohnungen mit ihren Unterstützern zu teilen.

Sonntag, Oktober 15, 2017

Wie Kindesmissbrauch in Moscheen tabuisiert wird – News vom 15. Oktober 2017

1. Bisher war die Berichterstattung über sexuellen Missbrauch durch Geistliche auf den christlichen Glauben beschränkt. Vor einigen Tagen brach die MDR-Reihe "Fakt" mit dem Tabu über Kindesmissbrauch in Moscheen. Ich lasse mich von Menschen, die sich bei diesem Thema auskennen, gerne eines Besseren belehren, habe aber den Eindruck, es ist kein Zufall, dass es sich auch hier bei dem beispielhaft genannten Fall um einen Jungen dreht. Wenn meine Vermutung zutrifft, verschleiert der Begriff "Kindesmissbrauch" einmal mehr die Geschlechtszugehörigkeit der meisten Opfer.



2. Der antideutsche Publizist Magnus Klaue kündigt einen Vortrag an, in dem er erklärt, weshalb man "notwendig bekämpfen" müsse, "was heute Feminismus heißt".



3. In linken Wochenmagazin "Freitag" weist Stefan Hetzel auf eine Debatte zwischen Camille Paglia und Jordan Peterson hin. Titel des Beitrags: "Dem Vulgärfeminismus den Garaus machen".



4. Beim Thema "Diskriminierung von Jungen und Männern in anderen Teilen der Welt" werfen wir heute den Blick nach Ghana.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Arne,

vermutlich kennst Du diese Seite schon. Ich wollte sie Dir dennoch nicht vorenthalten. Hier kann man Belästigung melden. Interessant daran ist, dass die Meldefunktion geschlechtsneutral ist (ich habe es ausprobiert und eine Belästigung gemeldet), aber die ganzen darunterliegenden Hilfsangebote ausschliesslich für Frauen sind. Ich wollte also melden, dass mir meine Chefin mal an den Hintern gepackt hat, aber im Grunde schiesst sich jeder Mann, der auf dieser Seite eine Belästigung meldet, sich selbst ins Knie, da meine Belästigung nun als Mann-gegen-Frau-Belästigung gezählt wird, weil auf der Seite wohl niemand in Betracht zieht, dass auch Männer von Frauen belästigt werden.

Freitag, Oktober 13, 2017

FAZ: Feministinnen werden Trump zweite Amtszeit ermöglichen – News vom 13. Oktober 2017

1.
Das erste Jahr seit der für viele überraschenden Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten neigt sich dem Ende zu, und zwei Aspekte kann man zumindest jetzt schon festhalten. 1. Es war nicht langweilig. 2. Es gab noch keinen Atomkrieg (Stand heute 10.15 Uhr). Bleiben also noch 7 Jahre, die hoffentlich genau so bleiben, aber sollte sich in der zweiten Amtszeit etwas am zweiten Aspekt ändern, so werden sich die Überlebenden vielleicht am Lagerfeuer fragen, wie es so weit kommen konnte. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Schuld sind die Feministinnen, die Trump eine zweite Amtszeit ermöglichten.


Hier geht es weiter mit dem Artikel von Don Alphonso.



2. Bei Riva ist vor einem Monat das Buch "Es war doch gut gemeint. Wie Political Correctness unsere freiheitliche Gesellschaft zerstört" erschienen. Verfasser sind Daniel Ullrich vom Lehrstuhl für Medieninformatik der LMU München sowie Sarah Diefenbach, Professorin für Wirtschaftspsychologie ebenfalls an der LMU München. An mehreren Stellen nimmt das Buch auf die Männerrechtsbewegung Bezug.

So heißt es auf den Seiten 109 bis 110:

Je eindeutiger die Zuordnung zur Opfer-Kategorie, umso besser fühlt sich der Gutmensch durch sein Engagement. Die Allgemeinheit kann durch die Zuordnung erkennen, ob sich mit jemandem solidarisiert werden darf oder ob man sich dadurch womöglich eher Ärger einhandelt. Letzteres kann passieren, wenn man sich für die Belange von Personen einsetzt, die laut PC-Ideologie eher zum Tätersein prädestiniert sind. Eine Solidarisierung mit der "falschen" Gruppe kann konkrete negative Folgen haben: Im Falle der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Goslar, Monika Ebeling, führte das nicht PC-konforme Engagement zum Verlust des Arbeitsplatzes. Ihr Vergehen: Ebeling setzte sich in ihrer Rolle als Gleichstellungsbeauftragte nicht ausschließlich für Frauen ein, sein auch für die Rechte von Männern. Während Frauen nach den Regeln der Political Correctness einer Minderheit angehören und besonderen Schutz bedürfen, tun dies Männer gerade nicht. Ein Engagement für diese steht den Regeln der Political Correctness entgegen und wird folgerichtig von ihren Vertretern abgestraft – hier in Person der Vertreter der Stadt Goslar und in Form des Jobverlustes.


Auf Seite 124 erfährt der Leser:

Da nicht jeder Opfer sein kann (kein Opfer ohne Täter), ist ein regelrechter Konkurrenzkampf um den Opferstatus entstanden. Wenn beispielsweise Männerrechtler ("Maskulisten") auf die Probleme von Männern aufmerksam machen, werden sie häufig von Feministinnen lächerlich gemacht ("Male Tears"). Aus ihrer Sicht verständlich, denn dadurch würden Männer auch zu Opfern, was aus Sicht der Feministinnen die eigene Position schwächen würde: Wenn alle Geschlechter Opfer sind, fällt es schwerer, Forderungen für das eigene Geschlecht durchzusetzen. Wer sich für alle Menschen einsetzt, "diskriminiert" einzelne Gruppen, die dann nicht mehr im Fokus stehen.


Und auf Seite 133 liest man:

Während Gewalt und Aggression von PC-Verfechtern verurteilt werden, wenn sie sich gegen laut PC-Ideologie schützenswerte Minderheiten richten, scheint dies unproblematisch, wenn es Personen trifft, die laut PC-Ideologie zum Kreis der Täter zählen. Kampagnen rund um das Twitter-Hashtag #killallmen (alle Männer töten) sind kein Problem. Der Verein ProQuote, der sich für Gleichberechtigung und mehr Frauen auf Chefposten einsetzt, bezeichnete die Ernennung von Georg Löwisch zum taz-Chefredakteur auf twitter als "Chromosomengau": "Chromosomengau bei @taz: mit Rückschritt in die Zukunft – trotzdem Glückwunsch Löwisch", lautete der Tweet.


An einer Stelle zitiert das Buch auch einen Blogbeitrag des Feminismuskritikers Karsten Mende.

Das Buch ist lesenswert vor allem für jene, denen die darin behandelten Themen neu sind. Langjährigen Genderama-Lesern dürfte der Inhalt bereits hinlänglich bekannt sein. Beispielsweise gehört dazu auch die feministische, massenmediale Verleumdung des Nobelpreisträgers Tim Hunt sowie der feministische Shitstorm gegen den Physiker Matt Taylor, weil er beim Vorstellen der Rosetta-Mission (Andocken einer Sonde auf einem weit entfernten Kometen) das "falsche" T-Shirt trug.

Ich danke der Feministin Yasmina Banaszczuk, die mich durch ihren empörten Verriss dieses Buches darauf aufmerksam gemacht hat. Wenig überraschend hört es sich bei Banaszczuk so an, als habe der Verlag Riva plötzlich ein rechtsextremes Buch herausgebracht. Sie bezeichnet es als "gefährlich und verantwortungslos".



3. Die feministische Lobbygruppe "Pinkstinks" bietet inzwischen eine Online-Denunziationsplattform an, auf der "sexistische" Reklame gemeldet werden kann. Diese Plattform, so die "taz", sei "nicht zuletzt auch ein nützliches Handwerkzeugs für all jene, die das Problem sexistischer Werbung gerne in Form einer künstlerischen Umgestaltung praktisch angehen." Ein Foto, das den Artikel begleitet, zeigt, was mit dieser Formulierung offenbar gemeint ist: ein durch eine aufgesprühte Anprangerung verschandeltes Werbeplakat.



4. Einem Urteil des Schweizer Bundesgerichts zufolge dürfen Gemeinden in bestimmten Fällen einen Vaterschaftstest erzwingen.



5. In Sulzbach hat eine 13jährige sexuelle Belästigung durch Flüchtlinge erfunden.



6. "Sweden’s Sexual Assault Crisis Presents a Feminist Paradox" titelt das Magazin Quillette. Der Beitrag Pauline Neudings beschäftigt sich mit der offenbar hohen Rate sexueller Übergriffe durch Zuwanderer und wie dies in der öffentlichen Debatte tabuisiert werde.



7. 8. In den vergangenen 13 Jahren hat Genderama immer wieder über das Genre von Filmen mit versteckter Kamera beichtet, die veranschaulichen, wie egal es Passanten ist, wenn eine Frau gegen einen Mann öffentlich gewalttätig wird. Unter der Schlagzeile "I abused a man in public and no one cared" berichtet die britische BBC über ein neues Experiment dieser Art. Dem bei diesen Experimenten üblichen Ritual entsprechend ist die Journalistin, die es durchführte, mal wieder völlig perplex: "I never thought people could be so blind to the reality of domestic abuse against men."



8. Die neue US-Erziehungsministerin Betsy DeVos versucht seit einigen Wochen, an amerikanischen Universitäten nach Beschuldigungen sexueller Gewalt wieder faire Verfahren durchzusetzen. (Genderama berichtete mehrfach.) Jetzt reagiert die Demokratische Partei in den USA mit einer Initiative, die genau die Zustände, die DeVos beseitigen möchte, zum Gesetz machen soll. Mehrere Medien berichten, darunter "Time" und die "Huffington Post".



9. Die New York Times beschäftigt sich damit, wie pseudowissenschaftliche Texte über "Sexualtäter" sogar den Obersten Gerichtshof beeinflussen:

The other case, Karsjens v. Piper, examines the constitutionality of Minnesota’s policy of detaining sex offenders forever — not for what they’ve done, but for what they might do. And while the idea of indefinite preventive detention might sound un-American or something out of the film "Minority Report," the larger problem is that "civil commitment," like hundreds of other regulations imposed on those required to register, has been justified by assertions about the recidivism of sex offenders. But those assertions turn out to be entirely belied by science.

For the past 24 years, Minnesota has detained sex offenders released from prison in a "therapeutic program" conveniently located on the grounds of a maximum-security prison in Moose Lake. The “patients” are kept in locked cells, transported outside the facility in handcuffs and leg irons, and subjected to a regimen that looks, sounds and smells just like that of the prison it is adjacent to.

But unlike prison, this "therapeutic" program, which aims to teach the patients to control their sexual impulses and was initially designed to last from two to four years, has no fixed end date. Rather, program administrators decide which patients are safe enough to release. In the 24 years it has existed, only one "patient" has ever been fully released. There are now about 720 people in the Minnesota Sex Offender Program, some with no adult criminal record, and others who, despite having completed every single program ever offered at the facility, have remained civilly committed for over 20 years.

While civil commitment is perhaps the most extreme example of punishments imposed on people convicted of sex crimes, it is by no means the only one. Driven by a pervasive fear of sexual predators, and facing no discernible opposition, politicians have become evermore inventive in dreaming up ways to corral and marginalize those forced to register — a category which itself has expanded radically and come to include those convicted of "sexting," having consensual sex with non-minor teenagers or even urinating in public.

These sanctions include being forced to wear (and pay for) GPS monitoring and being banned from parks, and draconian residency restrictions that sometimes lead to homelessness. In addition, punishments can include, on pain of re-incarceration, undergoing interrogations using a penile plethysmograph, a device used to measure sexual arousal. They have also included requirements that those on the registry refrain from being alone with children (often including their own) and barred from holding certain jobs, like being a volunteer firefighter or driving an ice cream truck.

And when these restrictions have been challenged in court, judge after judge has justified them based on a Supreme Court doctrine that allows such restrictions, thanks to the "frightening and high" recidivism rate ascribed to sex offenders — a rate the court has pegged "as high as 80 percent." The problem is this: The 80 percent recidivism rate is an entirely invented number.

(...) The brief cited a Department of Justice manual, which in turn offered only one source for the 80 percent assertion: a Psychology Today article published in 1986. That article was written not by a scientist but by a treatment provider who claimed to be able to essentially cure sex offenders though innovative "aversive therapies" including electric shocks and pumping ammonia into offenders’ noses via nasal cannulas. The article offered no backup data, no scientific control group and no real way to fact-check any of the assertions made to promote the author’s program.

(...) But in the 30 years since that Psychology Today article was published, there have been hundreds of evidence-based, scientific studies on the question of the recidivism rate for sex offenders. The results of those studies are astonishingly consistent: Convicted sex offenders have among the lowest rates of same-crime recidivism of any category of offender.

(...) Nearly every study — including those by states as diverse as Alaska, Nebraska, Maine, New York and California — as well as an extremely broad one by the federal government that followed every offender released in the United States for three years, has put the three-year recidivism rate for convicted sex offenders in the low single digits, with the bulk of the results clustering around 3.5 percent. Needless to say, there is a tremendous difference between claiming that 80 percent of offenders will re-offend and that more than 95 percent of them won’t.

(...) More than 800,000 Americans have needlessly suffered humiliation, ostracism, banishment re-incarceration and civil commitment thanks to a judicial opinion grounded in an unsourced, unscientific study.




10. Eine Videospiel-Entwicklerin in den USA wurde gefeuert, weil sie andere Frauen als "hübsch" bezeichnet hatte.

kostenloser Counter