Dienstag, August 30, 2016

Vermischtes vom 30. August 2016

1. Nach einer entsprechenden Entscheidung des Bundesgerichtshofs soll diese Woche ein neuer Gesetzentwurf im Bundeskabinett beschlossen werden, berichtet die BILD: Minister Maas plant Sex-Auskunfstpflicht für Mütter.

Als "Augenwischerei" bezeichnet jedoch das Kuckucksväterblog diese Berichterstattung: Kuckucksmütter müssen weiterhin keine Auskunft geben.



2. Vor kurzem hatte Genderama auf Meldungen verlinkt, denen zufolge die Gesetzesinitiative von Heiko Maas (SPD) für ein Verbot "sexistischer" Werbung ins Stocken geraten sei, weil der Koalitionspartner CDU/CSU sich querlegt. Peter Mühlbauer findet dies überraschend, da den Medien bereits seit Mai ein erster Gesetzesentwurf vorliegt und vermutet nun, dass der Bundesjustizminister an Stelle eines klar formulierten - und damit anfechtbaren - Gesetzes eventuell auch eine von SPD-Ministern schon öfter praktizierte, weniger offensichtliche Lösung ins Auge fassen könnte:

Stattdessen könnte er einen Umweg beschreiten, den er bereits in der "Hate-Speech"-Debatte ging und Zensur an staatlich geförderte "NGOs" auslagern. (...) Solche SJW-NGOs sind weder bei Eingriffen in die Meinungsfreiheit noch beim so genannten "Informationshandeln" an die Grenzen gebunden, die die Verfassung der Regierung auferlegt und können entsprechend unkontrollierter agieren. Fördert man sie mit Steuergeldern und rückt sie (formell oder informell) in die Nähe einer Regierungsstelle, dann können Minister wie Maas Verbote im Grundgesetz umgehen - zumindest so lange, bis das Phänomen den Verfassungsrichtern in Karlsruhe vorgelegt wird.

Geklagt werden könnte beispielsweise wegen der "Task Force", die Maas eingerichtet hat, um gegen "Hate Speech" auf Facebook und in anderen Sozialen Medien vorzugehen. Weil man diesen unbestimmten Begriff verwendet - und nicht den der juristisch definierten Volksverhetzung - können die NGOs auch gegen Äußerungen vorgehen, die zwar regierungskritisch, aber nicht strafbar sind.

(…) Der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Feist forderte die Bundesfamilienministerin inzwischen brieflich dazu auf, "spätestens mit der Erstellung des Bundeshaushaltes 2017" dafür zu sorgen, dass die auch personell umstrittene [Amadeo-Antonio-Stiftung], deren Projekte seinen Worten nach für "Denunziationen und Gewaltandrohungen" missbraucht werden, keine staatlichen Mittel mehr bekommt. Im Bundesfamilienministerium war niemand für eine Stellungnahme dazu erreichbar.


Dieser Darstellung nach bauen Schwesig und Maas gerade gemeinsam eine Art Internet-Stasi auf, während sie sich sämtlichen kritischen Rückfragen zu diesem Projekt ebenso konsequent verweigern wie das Schwesig seit über einem Jahr gegenüber Männern tut, die ihre einseitige Geschlechterpolitik kritisieren. Der ständige Stimmenverlust für die SPD (aktuell wieder zwei Prozent in Berlin) scheint sie zu sehr fragwürdigen Strategien zu treiben, um an der Macht zu bleiben.



3. Hadmut Danisch kommentiert eine Werbeanzeige der SPD, die der AfD vorwirft, Frauen zu töten.



4. Über das Männerberatungsnetzwerk bittet eine Studentin der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg um die Teilnahme an ihrer Befragung von Männern mit Erfahrungen von häuslicher Gewalt: "Der Fragebogen richtet sich ausschließlich an Männer, welche bereits Hilfe bei einer Beratungsstelle, Initiative, Verein oder ähnlichem gefunden haben. Alle Angaben erfolgen anonym und dienen rein wissenschaftlichen Zwecken. Das Ausfüllen des Fragbogens dauert etwa zehn Minuten."



5. Wie das Hamburger Abendblatt heute Morgen berichtet, endete der erste Verhandlungstag wegen einer angeblichen Vergewaltigung im Norderstedter Arriba-Bad mit einer "Überraschung": Auch der zweite von zwei afghanischen Angeklagten, die zwei Mädchen in einem Freibad vergewaltigt haben sollen, verlässt die Untersuchungshaft als freier Mann.

Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Viele Medien berichteten ausführlich über den angeblichen Zwischenfall und stellten ihn direkt in Zusammenhang mit der damals aktuellen Diskussion, inwieweit Flüchtlinge für mehr Kriminalität verantwortlich sind.

(...) Jetzt zeichnet sich ab, dass die Tat an der Wildwasserrutsche sich möglicherweise nicht, wie von den Mädchen geschildert, zugetragen hat und zwei Männer möglicherweise unschuldig in Haft gesessen haben.

[Der Anwalt eines der Beklagten,] Jacob Schwieger, richtete schwere Vorwürfe an die Staatsanwaltschaft und sprach von einer "offensichtlich lügenden Zeugin". Damit meinte er das vermeintliche, 14 Jahre alte Opfer, das bereits sechs nahezu identische Anzeigen gegen andere Männer erstattet habe, ohne dass es zu Verurteilungen gekommen sei.




6. Anne Haeming interviewt für den Spiegel-Online-Artikel "ein einzelner Mann ist nutzlos" den schwedischen Krimiautor Arne Dahl alias Jan Arnald, warum er immer weibliche Protagnosten wählt:

Arnald: Ja, ich wollte mit Gender-Stereotypen spielen. Mir wird immer klarer, dass ein einzelner Mann nutzlos ist, reine Platzverschwendung. Eine Frau alleine hat dagegen keine Probleme zu existieren. Deswegen gibt es in meinen Krimis immer Protagonistinnen.


Anne Haeming hielt es nicht für nötig nachzufragen, was um alles in der Welt mit diesem Unsinn gemeint sein soll.



7. Aufgrund der "Feminisierung" im Schulsystem bleiben viele Jungen auf der Strecke berichtet die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung.



8. Der Washington Post zufolge rebellieren immer mehr Mütter gegen die "vergiftende Atmosphäre", der ihre Söhne an Universitäten ausgesetzt sind.



9. Off-topic: Der Betreiber der Website Mimikama berichtet über seinen täglichen Kampf gegen Falschmeldungen im Internet und den Bedrohungen von links bis rechts, die er deshalb erhält.

Montag, August 29, 2016

Vermischtes vom 29. August 2016

1. Am vergangenen Wochenende erschien auf der Journalisten-Plattform "Starke Meinungen" mein Beitrag Wie Alice Schwarzer Ausgrenzung salonfähig macht, wofür ich ein Interview benutzt habe, das Schwarzer dem Magazin CICERO gab und das am Freitag veröffentlicht wurde. Meine Analyse ist zu großen Teilen ein Zusammenschnitt von Texten, die bereits hier auf Genderama und in meinem Buch Plädoyer für eine linke Männerpolitik veröffentlicht wurden. Der Beitrag enthält zwei Kernthesen: Schwarzer steht deutlich weiter rechts, als viele wahrnehmen (möchten); und eine vernünftige Männerpolitik würde uns in der Flüchtlingsfrage wesentlich weiter bringen als das Gezeter Schwarzers über böse Zuwanderer, die deutsche Frauen bedrohen. Mein Text erhielt Facebook-Likes und Twitter-Empfehlungen unter anderem von Ruprecht Polenz (CDU), Claudius Seidl (FAZ), Patrick Bahners (FAZ), Georg Diez (Spiegel und Spiegel-Online) sowie Jakob Augstein (Der Freitag). Der Blog-Aggregator "Rivva" der Süddeutschen Zeitung stellte ihn in der Rubrik "neu und lesenswert" vor. In der Kommentarspalte unter meinem Artikel findet man unter anderem mehrere zustimmende Wortmeldungen der deutschen Rechtswissenschaftlerin (und Feministin) Professorin Monika Frommel sowie eine Wortmeldung aus dem Schwarzer-Lager, deren Verfasserin über die Existenz einer "Männerrechtsbewegung" generell unzufrieden wirkt.

Ich danke Liane Bednarz (Tagesspiegel, Zeit) und Alan Posener (Die Welt) ganz herzlich für die Gelegenheit, auf ihrem Blog zu veröffentlichen, sowie für die erstklassige redaktionelle Betreuung meines Artikels.



2. Wie die Welt berichtet, kommt Bundesjustizminister Heiko Maas mit seinem bereits vor Monaten angekündigten Verbot "sexistischer" Werbung nicht so recht voran:

Noch im April teilte Justizminister Heiko Maas mit, er wolle sexistische Werbung verbieten. Vier Monate später ist kaum etwas geschehen. Beim Koalitionspartner sieht man den Stillstand sehr gerne.

(…) Minister Maas war mit seinem Vorstoß im April auf breite Kritik sowohl in der Wirtschaft als auch beim Koalitionspartner gestoßen. Dem Vernehmen nach gab es auch im Ministerium selbst Bedenkenträger. "Es hat gute Gründe, warum es in einer freiheitlichen Demokratie nicht Aufgabe des Staates ist, den Menschen Vorgaben für Sitte und Moral zu machen und mit Verboten durchzusetzen", sagte Elisabeth Winkelmeier-Becker, die rechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, der "Welt am Sonntag".


Wenig begeistert sind hingegen Die Grünen.



3. Empört zeigen sich auch Social Justice Warriors über einen Offenen Brief des Dekans der Universität Chicago, in dem Erstsemestern klar gemacht wird, dort keine "Safe Spaces" erwarten zu dürfen (Genderama berichtete).

The letter detailed the administration’s stance on academic and intellectual freedom, noting that a university is a place of discovery, not retreat. But that hasn’t stopped supporters of safe spaces from asking for a safe space from the letter itself!

The missive was, of course, hurtful to those students’ fragile sensibilities, and they immediately wailed to any friendly audience that would have them that the dean was exposing them not just to new ideas, but (clearly) to rampant sexual assault, racism and systematic oppression.

(...) VOX posted an op-ed accusing the college of "exercising power" over its students, calling trigger warnings "pedagogical imperatives." The piece also defended students who shouted down or ousted controversial speakers from other campuses, saying that they "challenge" academic professors and "hold us accountable" for their institutional biases.

The NEW REPUBLIC whined that the University of Chicago was "attacking academic freedom" by telling students to think more critically about shutting down speakers and shutting off conversation.




4. Die New York Post berichtet weiter über Hillary Clintons enge Zusammenarbeit mit fragwürdigen Unterstützerinnen:

As secretary of state, women’s-rights champ Hillary Clinton not only spoke at a Saudi girls school run by her top aide Huma Abedin’s anti-feminist mother, but Clinton invited the elder Abedin to participate in a State Department event for "leading thinkers" on women’s issues.

This happened despite evidence at the time that Saleha M. Abedin had explored the religious merits of sexual submissiveness, child marriage, lashings and stonings for adulterous women, and even the circumcision of girls.

The elder Abedin, whose daughter helps run Clinton’s presidential campaign, did take a pro-gender-equality stance on at least one issue: Muslim women’s right to participate in violent jihad alongside men.

(...) In 1999, Saleha translated and edited a book titled "Women in Islam: A Discourse in Rights and Obligations," published by the Institute of Muslim Minority Affairs. Written by her Saudi colleague Fatima Naseef, the book explains that the stoning and lashing of adulterers, the killing of apostates, sexual submissiveness and even female genital mutilation are all permissible practices under Sharia law.

"The wife should satisfy her husband’s desire for sexual intercourse," the book states on Page 202, even if she is not in the mood. "She has no right to abstain except for a reasonable cause or legal prohibition."

(...) Despite all this, Huma Abedin in 2010 arranged for Clinton, then the secretary of state, to travel to Jeddah, Saudi Arabia, to meet with her mother and speak at a girls school she founded and helps run as dean. Speaking to a roomful of girls, Clinton said Americans have to stop stereotyping Saudi women as oppressed, before assuring the audience that not all American women go "around in a bikini bathing suit."

Asked if Clinton regrets honoring the Islamist mother and bestowing ¬legitimacy on her extreme views, [Clinton Campaign spokesman Nick] Merrill had no comment.




5. Im afrikanischen Malawi stellt sich seit einiger Zeit heraus, dass Genitalverstümmelung bei Jungen keineswegs die wichtige Maßnahme gegen die Verbreitung von HIV ist, als die sie immer noch angepriesen wird:

The report dubbed The Malawi Health and Demographic survey states on page 207 that the prevalence rate of HIV was higher among circumcised men that the uncircumcised in Malawi.

However regardless of these statistics the World Bank went ahead to pump $15,000,000 (about MK7 billion) into circumcision campaign for Malawian men when research had proved to them that circumcision did not reduce the chances of Malawian men contracting HIV rather it made them high.

MK7 billion is an equivalent of the money that was set aside in the 2014/15 national budget for buying of drugs in hospitals that could have prevented Malawians from dying unnecessary deaths.


Noch mal auf Deutsch: Millionen von Dollar werden in Malawi nicht dafür ausgegeben, in Krankenhäusern vermeidbare Sterbefälle zu verhindern, sondern stattdessen in Genitalverstümmelung gesteckt, die die HIV-Rate erhöht. Die Empathielosigkeit gegenüber dem Leiden von Jungen und Männern führt zu einem immer weiter wachsenden Irrsinn, der (nicht nur) diesem Land insgesamt schadet.



6. Mehrere Leser haben mir zu einem auf Genderama veröffentlichten Leserbrief geschrieben. Ich zitiere eine dieser Zuschriften stellvertretend für alle:

Lieber Herr Hoffmann,

bei Ihrem letzten Blogpost am 27.8. hatten Sie den in einem Interview verwendeten Begriff "fraternisieren" quasi als "Zusammenarbeit mit dem Feind" definiert, bzw. war dieser von Ihrem Leser so definiert worden. Im Zusammenhang mit dem Artikel implizierte das für mich eine Feindschaft zwischen männlichen und weiblichen Soldaten und wirkte wie eine unauffällig in das Interview eingewobene feministische Spitze.

Ich gebe zu bedenken, dass das Interview wahrscheinlich nicht auf Deusch geführt wurde - oder wenn, dann wahrscheinlich nicht mit einem deutschen Muttersprachler. Die englische Definition scheint sich dabei nicht auf den militärischen Bereich zu beschränken:

Fraternization (from Latin frater, brother) is "turning people into brothers"—conducting social relations with people who are actually unrelated and/or of a different class (especially those with whom one works) as though they were siblings, family members, personal friends or lovers. (https://en.wikipedia.org/wiki/Fraternization)

Ich habe mir den Spaß gemacht, mir auch die norwegische Definition anzuschauen. Diese scheint sich ebenfalls nicht nur auf das Militär zu beziehen und näher an der englischen zu sein als der deutschen. Aus meiner Sicht handelt es sich hier daher um ein Sprach- bzw. Übersetzungsproblem und nicht um einen perfiden linguistischen Trick.




7. Und zuletzt wieder mal ein Cartoon.

Samstag, August 27, 2016

Vermischtes vom 27. August 2016

1. Gegen einen Bochumer Arzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen dreier Genitalverstümmelungen erhoben, deren Durchführung sich demnach nicht einmal von dem eigens dafür geänderten Gesetz rechtfertigen ließ.



2. Gute Nachrichten hingegen aus Waiblingen: Dort stellte sich eine angebliche Vergewaltigung als frei erfunden heraus:

Das Verfahren wurde gegen die Auflage eingestellt, dass die Waiblingerin innerhalb eines halben Jahres 30 soziale Arbeitsstunden ableistet. Das halbe Jahr ist nun vergangen. Abgeleistet hat die junge Frau – nichts. (...) Ein Motiv für die Tat kann sie nicht benennen. (...) Damit die Verhandlung gegen die 21-Jährige überhaupt beginnen konnte, musste diese von einem Streifenwagen abgeholt und zum Amtsgericht gefahren werden. Dort gab sie an, sie habe den Termin "verschwitzt".


Es ist kein Wunder, dass die junge Frau ein Gericht nicht ernst nimmt, das ihr für eine Straftat, die, wie die Richterin selbst erklärt, eine Existenz zerstören kann, lediglich 30 Arbeitsstunden aufbrummt. Wenn der vermeintliche Täter sich nach der Verleumdung umgebracht hätte, wären es dann 40 geworden? Oder hätten das Proteste gegen unsere "frauenfeindliche Strafjustiz" noch verhindert?



3. Entwarnung gibt es auch in Bad Berleburg. Dort ließ eine 32-Jährige einen Streifenwagen mit der Behauptung anrücken, dass ihr Freund die Wohnung verwüstet habe.

Als die Streifenwagenbesatzung jedoch bei der Frau eintraf, fanden die Polizisten den vermeintlichen "Wüterich" friedlich schlafend in seinem Bett. Von der angeblichen Verwüstung in der Wohnung weit und breit keine Spur – auch Beschädigungen seien nicht zu finden gewesen, berichteten die Beamten. Warum die Frau dennoch die Polizei alarmiert hatte? Sie sei nicht damit einverstanden, dass ihr Mann mit Socken und Hose im Bett liege.




4. In der Legal Tribune erklärt Dr. Lorenz Leitmeier, Richter am Amtsgericht München, warum er das, was Manuela Schwesig und Alice Schwarzer im Fall Gina-Lisa Lohfink getan haben, für "hochgefährlich" hält.

Manuela Schwesig schweigt zu der auch von vielen Männerrechtlern geäußerten Kritik noch immer. Dabei erhalten die Kritiker immerhin endlich Unterstützung von einer Oppositionspartei:

Katja Suding, Vizechefin der FDP, sagte (...), die Ministerin sei wohl der Versuchung erlegen, den Medienrummel aus politischem Kalkül für die Verschärfung des Sexualstrafrechts nutzen zu wollen. "Als Politikerin - Bundesministerin zumal - hat man sich nicht in laufende Justizprozesse einzumischen." Das müsse Schwesig endlich "eingestehen und Verantwortung übernehmen".


Währenddessen befindet Velten Schäfer im Neuen Deutschland zu Lohfinks Unterstützerkreis:

Diejenigen aber, die sich viel zu voreilig in eine Kampagne zu einem nur vordergründig so klaren Fall gestürzt haben, machen weiter, wie ein Blick auf den einschlägigen Twitter-Hashtag zeigt. (...) Die Twitterblase schützt vor der Einsicht in die Blamage. (...) Die Unterstützerinnen haben einen missverstandenen Fall in offensivster Wortwahl politisiert und einen nicht minder lautstarken antifeministischen Backlash provoziert. Und nun führen sie eben diesen als sekundären Beleg dessen an, was der Fall, um den es geht, gerade nicht zeigt. Das ist eine Diskussionsstrategie wie aus einem Handbuch für Demagogen.




5. In der marxistischen jungen welt problematisert Ulrike Heider unter anderem den Umgang mit Vorwürfen sexueller Gewalt in der linken Szene. Ein Auszug:

Als linksinterne Alternative zur bürgerlichen Justiz gedacht, bedeutet "Definitionsmacht" praktisch, dass eine Frau, wenn sie ihrer Meinung nach sexuell angegriffen oder missbraucht wurde und dies innerhalb der Politszene öffentlich macht, nichts davon beweisen muss. Auch wenn sie bei Vorspiel oder Sex nur ein "komisches Gefühl" hatte, kann sie erklären, dass sie vergewaltigt wurde. Geglaubt wird nur ihr, niemals dem beschuldigten Mann. Dieser soll zunächst belehrt werden. Ist er uneinsichtig oder kann das Opfer seine Gegenwart nicht mehr ertragen, so drohen ihm Ausschluss aus bestimmten politischen Zusammenhängen durch Hausverbote in Wohngemeinschaften oder besetzten Häusern. Wenn Andersmeinende auf einen möglichen Machtmissbrauch von Frauen verweisen, behaupten "Definitionsmacht"-Dogmatiker, dieses Argument beweise nichts als "die Interessenlage potentieller Vergewaltiger oder sexistischer Männerinteressen" Es drängt sich die Frage auf, ob die neue linke Selbstjustiz mit ihrer vollständigen und skrupellosen Missachtung der Unschuldsvermutung nicht eines Tages in Richtung Lynchjustiz abgleiten könnte. Schon jetzt scheint die Ächtung vermeintlicher Vergewaltiger in der linken Szene etwas von der mittelalterlichen Vogelfreiheit zu haben. Interne Kritiker sagen, vermutliche Täter seien verprügelt worden, und berichten vom Selbstmord eines Betroffenen.


Herder beschließt ihr Artikel mit einem Fazit, das ich nicht besser hätte formulieren können:

Es bleibt zu hoffen, dass sich radikale Linke wieder auf die Kritik bürgerlicher Autorität und Moral ihrer Anfänge besinnen werden. Dazu gehört unverzichtbar ein kooperatives Verhältnis zwischen Frauen und Männern, das sich an der Gleichheitsforderung statt am Geschlechterkampf orientiert. Ein solcher Richtungswechsel würde auch einen Umgang mit Sexualität ermöglichen, der menschliche Lust wieder mit Genuss und Lebensfreude zusammendenkt statt ausschließlich mit Missbrauch und Verbrechen.




6. Weil es thematisch gerade passt, ziehe ich die Leserpost mal vor. Einer meiner Leser weist mich auf einen Artikel über Baden-Württembergs grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hin, der bei Spiegel Plus online steht. Dort heißt es:

"Bevor er 2011 Ministerpräsident wurde, waren die Jahrzehnte bei den Grünen für Kretschmann eine ununterbrochene Kette von Demütigungen. "Mir steht der Laden bis da oben hin", sagte er wütend, als es 1983 bei einer Landesdelegiertenkonferenz in Konstanz auf der Bühne zur tumultartigen Revolte gegen ihn gekommen war. Linke und weibliche Parteifreunde hatten die Umkehr der Beweislast bei Vergewaltigungen gefordert, Kretschmann hatte dagegengehalten - und war auf der Bühne fast überrannt worden."


Mein Leser kommentiert:

Interessant, oder? 1983! Da merkt man erstmal, wie lange schon diese Wahnsinnsideen im Umlauf sind. Mich würden in diesem Zusammenhang die Protokolle über diese Konferenz interessieren. Welche Leute haben dies damals gefordert und was ist aus ihnen im Laufe der Zeit geworden?




7. Wir wechseln das Thema. Auf Telepolis schreibt Florian Rötzer über die militärpolitischen Aspekte der Emanzipation in Norwegen: Gleichberechtigung durch Wehrpflicht. Hier äußert sich einer meiner Leser befremdet über eine Mitarbeiterin des Norwegian Research Defence Establishment, die gegen Ende des Artikels zur Frage nach sexuellen Kontakten zwischen weiblichen und männlichen Soldaten befindet:

"Man scheißt nicht ins eigene Nest. Man will beispielsweise keinen Sex mit einem anderen im Raum oder in der kleinen Einheit haben und sich mit diesem fraternisieren, weil dies alles ziemlich schwierig macht."


Zu dieser Formulierung weist mich mein Leser auf die Definition des Begriffs "Fraternisierung" hin:

Als Fraternisierung, auch Fraternisation (...) wird im Krieg bzw. in der Besatzungszeit die Zusammenarbeit von Soldaten einander feindlich gesinnter Kriegsparteien (...) bezeichnet.




8. Washington D.C. eröffnet die erste High School nur für Jungen:

More than 100 boys make up the school's first ninth grade class. (...) Henderson said DCPS students are all improving, boys are improving at a slower pace. Specifically, Henderson said, African-American and Latino boys are lagging their peers-- and that's where Ron Brown College Preparatory High School comes in. "We wanted to create an environment where we could radically up their chances of moving faster academically, where they could be reinforced as young men and learn character building and service," Henderson told FOX 5's Allison Seymour.




9. Die Studentin Toni Airaksinen packt aus: What I Learned in my Women's Study Classes.



10. Carisa Peterson ist verbittert: Feminism Has Enabled My Husband to Be Lazy and Selfish. Der Tenor des Traktats ist unfreiwillig komisch: Wir wollten eine Befreiung für Frauen – aber doch nicht für Männer!

Freitag, August 26, 2016

Vermischtes vom 26. August 2016

1. Hillary Clintons Mädchen für alles wird zum Problem berichtet Spiegel-Online. Aber weil es nun mal Spiegel-Online ist, lässt die News-Plattform einen Großteil dessen weg, was den Fall besonders pikant macht. Als nämlich die New York Post den Fall vor ein paar Tagen aufdeckte, ging es maßgeblich darum, dass die engste Vertraute der international mächtigsten Feministin selbst ganz bemerkenswert positioniert ist, wenn es um Frauenrechte geht.



2. Das Thema Gina-Lisa Lohfink dürfte weiter aktuell bleiben, nachdem die Verleumderin gestern Berufung gegen das vor einigen Tagen ergangene Gerichtsurteil angekündigt hat. Nun äußert sich der ehemalige Richter am Oberlandesgericht Detlef Burhoff dazu.

Don Alphonso hat für die Frankfurter Allgemeine weiterrecherchiert, was die teils sehr dubiosen politischen Unterstützer von Gina-Lisa Lohfink angeht und präsentiert seine Ergebnisse in dem Artikel Mit 170.000 Euro Steuergeld: GinaLisa zum Opfer machen. (Herzlichen Dank für die Verlinkung von Genderama!)

Gestern hatte ich ja schon den Artikel des Strafverteidigers Alexander Stevens in der Legal tribune verlinkt. Dieser Beitrag ist jetzt mit noch einmal zugespitzter Überschrift in der Huffington Post erschienen: Frau Schwarzer, mit Ihrem blanken Männerhass sind Sie der Skandal. Es ist Jahrzehnte her, dass der Männerhass Schwarzers in einem bekannten Medium so deutlich kritisiert wurde.

Auch Anne Wizorek hat sich inzwischen zum Prozessausgang geäußert (erhält aber dafür weit weniger massenmediale Aufmerksamkeit als Schwarzer). Der Blogger "Aranxo" zerpflückt Wizoreks Text hier.



3. Wer als Mann "Geschlechterrollen sprengen" möchte, sollte sich im Klaren darüber sein, dass er die massivsten Sanktionen entgegen sämtlicher feministischer Propaganda vom weiblichen Geschlecht erfahren wird: Downdaten ist für Frauen tabu verrät Deutschlandradio Wissen: "Am liebsten heiraten sie immer noch Männer, die erfolgreicher sind als sie selbst und ökonomische Sicherheit bieten." (Die Opfer der Jungendiskriminierung ziehen also auch im Privatleben den Kürzeren.)



4. Eine britische Journalistin stelt fest, dass sie in Bars nicht angeflirtet wird, obwohl sie doch so verzweifelt darauf wartet, und schreibt einen Artikel darüber: Lads! Britain needs you to do your duty and get flirting. Schönster Satz des Beitrags:

British men need some encouragement, maybe even government intervention, to be more forward.


Eure Belästigungs-Hysterie ist ganz schön nach hinten losgegangen, Mädels, hm? Wir Männer haben uns inzwischen daran gewöhnt, dass man es euch so oder so nicht recht machen kann. Jetzt müsst auch ihr mit den Folgen klar kommen.



5. Die Universität Chicago überrascht mit einer klaren Ansage an Erstsemester: "Safe Spaces" braucht ihr hier nicht zu erwarten!



6. Außer mörderischem Hass auf Schwule hat Uganda noch einiges mehr zu bieten: zum Beispiel Genitalverstümmelung von Jungen als Touristenattraktion.



7. Kommen wir zur Post und damit heute zum Feuilleton. Einer meiner Leser schreibt mir:

In den USA wird gerade ein ausgesprochen interessanter Fall diskutiert, der vielleicht auch für Genderama von Belang ist.

Nate Parker, ein 36-jähriger afro-amerikanischer Schauspieler, präsentierte Anfang des Jahres seine erste Feature-Regiearbeit auf dem Sundance Festival, ein Film mit dem provokanten Titel "The Birth Of A Nation". [Warum dieser Titel provokant ist, erfährt man hier, A.H.] Der Film behandelt einen tatsächlich stattgefundenen Sklavenaufstand im Jahr 1831, angeführt von dem in Sklaverei geborenen Nat Turner, den Parker in seinem Film auch darstellt. Der Film wurde bei seiner Premiere stürmisch gefeiert, was neben der üblichen latenten Hysterie, die auf Festivals immer anzutreffen ist, auch mit seinem Sujet und seinem Ton zu tun hat: der Film wurde als "wütend" und "kompromisslos" rezipiert, und als erster großer Film eines Afro-Amerikaners verhandelt, dessen Hauptfigur, ein Sklave, aufbegehrt und eben nicht das sonst übliche Narrativ des nur leidenden Opfers erfüllt (wie etwa in "12 Years a Slave").

Nach der Premiere entwickelte sich ein medial gut dokumentierter Bieterwettstreit verschiedener Studios und Distributoren, den schliesslich Fox Searchlight für 17,5 Millionen Dollar für sich entschied. Der Film ist für die geschäftliche Seite von Hollywood gleich mehrfach interessant: Er wird als Ausnahmefall verhandelt, er fügt sich ideal in eine ja bestehende grossgesellschaftliche Debatte ein (siehe "Black Lives Matter" et al.) und eignet sich hervorragend als Vorzeigeobjekt für die nächsten Oscars (bei deren letzter Verleihung wieder Vorwürfe der Marginalisierung von nicht-weissen Filmschaffenden und "whitewashing" laut geworden waren. Sehr laut.). Dass der Film zudem sowohl den Grand Jury Prize sowie den Audience Award des Sundance gewann, war dann sogar nur noch ein schöner Bonus (der letzte Film, dem dies gelang, war "Whiplash" 2014, der dann für fünf Oscars nominiert wurde und davon drei gewann).

Nun steht das Toronto International Film Festival vor der Tür, das allgemein als Startschuss für die Oscar-Kampagnen der Studios gilt. "The Birth Of A Nation" ist dort natürlich im Programm, und vorab werden einige Screenings für ausgewählte Gäste und Kritiker in den USA abgehalten. Ein typischer Marketing-Ablauf für einen Film, den man zu Oscars pushen möchte.

Dummerweise poppt aber nun eine 17 Jahre alte Geschichte wieder hoch: Parker wurde mit 18 Jahren der Vergewaltigung beschuldigt, gemeinsam mit einem Freund, der für den Film ein "Story-by"-Credit bekommen hat. Es ist eine Geschichte, die nun EBENFALLS gut in ein herrschendes Narrativ und eine laute Debatte passt, der Rape Culture im allgemeinen und der angeblichen Vergewaltigungsepidemie an US-Colleges im speziellen. Denn Parker und sein Freund studierten damals an der Penn State University, und es geht (man sollte auch hier aufpassen, nicht alle Berichterstattungen, egal von welcher Seite, als vollkommen korrekt hinzunehmen) um ein betrunkenes Mädchen, mit dem die beiden auf einer Party sowie am Morgen danach Sex hatten. Inwiefern dies einvernehmlich war, darüber herrscht keine Einigkeit. Fakt ist allerdings, dass Parker in einem Verfahren freigesprochen wurde, sein Freund jedoch nicht - er wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Fakt ist auch, dass das Mädchen kurz nach dieser Geschichte einen Selbstmordversuch unternahm und sich Jahre später dann tatsächlich das Leben genommen hat.

Die Implikationen bis hierher brauche ich Dir und Genderama-Lesern nicht gross ausführen. Was die ganze Angelegenheit aber so interessant macht, ist, dass nun der Film selbst zum Gegenstand geworden ist. Erste Vorab-Screenings wurden soeben abgesagt, die Screenings in Toronto sollen stattfinden, ohne Anwesenheit von Parker, und auch Pressekonferenzen werden nicht abgehalten. Es gibt aber bereits lautstarke Stimmen, die das Festival, selbst in den letzten Jahren auch immer mehr zum Wortführer von crony feminism in der Filmbranche geworden, auffordern, den Film aus dem Programm zu nehmen. Ich rechne stark mit Demonstrationen und Störungsversuchen dort (und könnte, falls gewünscht, berichten, da ich vor Ort sein werde). Nun ist dies aber nicht lediglich ein Fall, an dem entlang man die Trennung von Künstlerperson und Kunstwerk debattieren könnte. Denn von Nat Turner – der Figur, die Parker spielt – ist nicht nur überliefert, dass er bewusst und "aus Rache" weisse Frauen vergewaltigt haben soll, auch im Film soll es eine (laut Berichten sehr brutale) Vergewaltigungsszene geben. Zusätzlich hat Parker mehrfach öffentlich erklärt, dass Turner eines seiner Idole ist. Dass er sich zudem auch noch wiederholt homophob geäussert hat und anti-semitisch geäussert haben soll, fügt dem bereits hochkomplexen Gebilde eine weitere Facette hinzu.

Aus Social-Justice-Wwarrior- und Intersektionalistensicht ist das ein quasi gar nicht mehr zu durchdringendes Gebräu. Und so sind sie bislang auch weitaus ruhiger und weniger massiv, als man es sich in simpleren Konstellationen (nur Weisse beteiligt plus unpolitischer Unterhaltungsfilm, man denke vielleicht auch an den Fall Woody Allen/Mia Farrow) vorstellen würde.


Mein Leser bietet eine Reihe vertiefender Links zu dieser Debatte an: zweimal Variety, den von Feministinnen und anderen Social Justice Warriors geprägten AV Club, Buzzfeed und Deadline. Aber ihr kennt mich: Wenn immer ich die Möglichkeit habe, eine Feministin zustimmend zu zitieren, nutze ich natürlich das. Deshalb verweise ich bei dieser Debatte auf Cathy Youngs Artikel in der Washington Post: Stop Calling Nate Parker a Rapist.

Donnerstag, August 25, 2016

Vermischtes vom 25. August 2016

1. Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, hat Alice Schwarzer auch das neue Enthüllungsbuch ihrer Ex-Geliebten Waltraud Schade per einstweiliger Verfügung verbieten lassen. In einem weiteren Artikel kommt der Tagesspiegel darauf zu sprechen, was Schades Darstellungen über Schwarzers privates Verhältnis zu der Maxime "Nein heißt nein" aussagen.

Der Rechtsanwalt Markus Kompa kommentiert diesen Vorgang:

Im Vorwort schildert Verleger Krischan Schöniger genüsslich, wie ihn die Abmahnung letztes Jahr zwar an den Rand des Ruins gebracht habe – er aufgrund der prekären Lage jedoch in den Genuss von Prozesskostenhilfe gekommen sei, was ihm den Kampf gegen Alice Schwarzer wirtschaftlich erst ermöglicht habe.

(...) Die jedoch beißende Ironie an der Sache ist, dass Schwarzer gegen Kolportage von offenbar zutreffender Information juristisch knallhart vorgeht, umgekehrt aber der überführten Lügnerin Lohfink das Recht zu falschen Verdächtigungen mit dem Risikio von Justizunrecht zugesteht. Dabei ist sich die gestählte Propagandistin auch für eigene Lügen nicht zu schade: Angeblich würde nur in einem Prozent aller Anzeigen wegen Vergewaltigung verurteilt. Tatschlich sind es 13,5 % - eine deutlich höhere Quote als bei Diebstahl oder Körperverletzung, obwohl in entsprechenden Fällen die Beweislage typischerweise schwierig bis subjektiv ist.




2. Schwarzers Polemik gegen Lohfinks Verurteilung vor Gericht als "Skandal" hat es in den letzten Tagen noch ins letzte Provinzblatt als Meldung gebracht. Weit weniger Aufmerksamkeit wird die Replik eines Mannes erhalten, der sich mit dem Sexualstrafrecht besser auskennt als die Verkörperung des deutschen Feminismus: Alice Schwarzer, Sie sind der Skandal stellt der Strafverteidiger Alxeander Stevens in der Legal Tribune fest. Er wirft Schwarzer eine "Bewertung auf Grundlage falscher Zahlen, ohne Aktenkenntnis und ohne Sachverstand" vor. Dabei weist er darauf hin, dass die Rate an Falschbeschuldigungen beim Vorwurf der Vergewaltigung auf etwa ein Drittel geschätzt wird, was behördlicherseits als Delikt aber bis heute kaum ernst genommen wird:

Fragen könnte man sich noch, ob es nicht ein Skandal ist, dass die Berliner Justiz Gina-Lisa Lohfink sogar noch mit einer milden Geldstrafe entgegenkam, die sie ihr zudem am liebsten ganz diskret mit einem postalisch zugestellten Strafbefehl auferlegen wollte. Wohlgemerkt für die falsche Verdächtigung wegen einer Straftat, für die im Falle einer Verurteilung die von ihr bezichtigten Männer bis zu fünfzehn Jahre Freiheitsstrafe erwartet hätten.


Auf die von Alexander Stevens zitierte Studie des Landeskriminalamts Bayern hatte Genderama die Öffentlichkeit vor neun Jahren aufmerksam gemacht.



3. Der Berliner "tageszeitung" (taz) zufolge taugt Gina-Lisa Lohfink jetzt doch nicht zur Galionsfigur des Feminismus:

Im Gegenteil: Sie hat mit ihren Vergewaltigungsvorwürfen, die vom Gericht als falsch verurteilt wurden, allen Frauen und Männern geschadet, die tatsächlich Opfer von sexualisierter Gewalt werden.


Dass die Bundesminister Maas und Schwesig (beide SPD) diesen Fall ohne Aktenkenntnis dazu verwendeten, eine Verschärfung des Sexualstrafrechts zu fordern, bezeichnet der taz-Autor Paul Wrusch als "fatal".

Warum stellen sich eigentlich alle Vergewaltigungsfälle, die von Feministinnen unterstützt werden, als falsch heraus? ist heute Diskussionsthema des Blogs Alles Evolution.



4. Irgendwie sind die britischen Männerrechtler uns deutschen immer noch ein paar Schritte voraus: So hat die britische ManKind Initiative eine halbstündige Dokumentation über männliche Opfer häuslicher Gewalt erstellt, die man sich hier online anschauen kann. Hierzulande fehlen uns die Kapazitäten und die Manpower für die Erstellung eines solchen Films noch immer.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu einer aktuellen Meldung auf Genderama:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

Sie haben ja heute wieder den krassen Unterschied zwischen den Strafmaßen für männliche und weibliche Lehrer angesprochen, die Sex mit ihren Schülern haben.

Dies ist nicht nur für sexuelle Straftaten der Fall, sondern auch für andere. In einer Onlinediskussion bin ich letztens über eine amerikanische Kriminalstudie gestolpert, die sich damit auseinandersetzt, womit Strafmaße für Verbrechen mit Todesfolge begründet sein sollten, und wie sie wirklich zustande kommen.

Dabei wurde der sozioökonomische Status von Opfer und Täter mit einbezogen. Wenig überraschend ist, dass Täter/innen mit weiblichen und weißen Opfern stärker bestraft werden. Ebenso werden männliche Täter signifikant härter bestraft (schwarze Täter allerdings interessanterweise nicht). Interessant ist ebenfalls, dass das Alter des Opfers eine Rolle spielt. Je älter das Opfer, desto höher die Strafe. Interessanterweise zeigt eine Kontrolle auf Opfer und 12 Jahren keinen signifikanten Effekt, was etwas merkwürdig ist, da die Autoren davon ausgehen, dass die Strafen durch emotionale Wertschätzung von Opfer und Täter zustandekommen. Man sollte also eigentlich annehmen, dass Kindermörder am härtesten bestraft werden. Dies ist allerdings nicht der Fall. (Vielleicht ist die Operationalisierung schlecht, da auch trunkene Fahrten mit Todesfolge mit einbezogen werden, wo vielleicht bei Kindern davon ausgegangen wird, dass sie einfach nicht vorsichtig waren.)

Aus männerrechtlicher Perspektive würde ich das weniger mit emotionalem Wert der Opfer begründen, sondern mit systematischen Vorurteilen bei Richtern und Jurys. (Leider wurden die Richter nicht mit untersucht - ich würde vermuten, dass gerade weibliche Richter mit ihren Geschlechtsgenossinnen härter ins Gericht gehen.)

Man sieht klar:

Frauen > Männer

Weiß > Schwarz (Der mangelnde Tätereffekt liegt wahrscheinlich darin begründet, dass die Richter sich der Problematik bewusst sind, was für den Geschlechterkonflikt weniger der Fall ist.)

Alt > Jung

Männer sind selber Schuld/wahrscheinlich mitschuldig, Frauen hatten wahrscheinlich einen guten Grund. (Die Forscher haben versucht diese "Erklärungen" auszuschließen - aber das ist für Vorurteile bei Richtern ja egal.)

Schwarze sind selber Schuld./Zum Glück war's nur ein Schwarzer

Insgesamt meines Erachtens nach eine sehr interessante Studie, die man mal in Deutschland replizieren sollte. Ich würde ähnliche Ergebnisse erwarten. Anstatt Schwarze würde ich allerdings Osteuropäer (inklusive Deutsche mit Migrationshintergrund) und Muslime verwenden.

Als männerrechtliche Argumentationsgrundlage ist sie sehr gut geeignet, da sie wirklich deutlich zeigt, was Geschlecht für einen Effekt haben kann. Durchschnittlicher Gefängnisaufenthalt Mann Täter/Frau Opfer: 16 Jahre; dagegen Frau Täter/Mann Opfer: 5,7 Jahre.

Man könnte jetzt argumentieren, dass hier Äpfel und Birnen verglichen werden, falls es deutliche Geschlechterunterschiede in der Zusammensetzung der Verbrechensverhältnisse gibt. Aber selbst für besoffene Autofahrten mit Todesfolge zeigt sich, dass Frauen mit männlichen Opfern ein Drittel der Strafe von Männern mit weiblichen Opfern erhalten.

Systematische Diskriminierung ist selten so deutlich.


Erkenntnisse wie die hier zitierten sind Teil meines Buches Plädoyer für eine linke Männerpolitik.

Mittwoch, August 24, 2016

Vermischtes vom 24. August 2016

1. Das Gina-Lisa-Urteil ist richtig und gut und eine schallende Ohrfeige für die Bundesminister Schwesig und Maas befindet der auf Sexualstrafrecht spezialisierte Rechtsanwalt Dr. Alexander Stevens auf Cuncti.

Inzwischen hat auch der Deutsche Richterbund das Einmischen Manuela Schwesigs in einen laufenden Prozess gerügt.

Ähnlich sieht es der Berliner Tagesspiegel:

Politiker haben (...) eine andere Verantwortung als Journalisten, zu denen Schwarzer sich immer noch zählt. Auch eine andere als Blogger, Netztrolle, Busen-Aktivistinnen oder Twitterkunden, die im Hashtagfieber dem "teamginalisa" ihre Solidarität bekunden. Politiker sind, jedenfalls soweit sie Amt und/oder Mandat innehaben, Teil der Staatsgewalt. Das schreibt ihnen eine andere Rolle zu als den Bürgern, die ihr unterworfen sind. Sie haben die Institutionen der Demokratie zu schützen, zu denen sie selbst gehören.


Auf einmal schweigt die Politik zum Fall Lohfink betitelt die WELT einen Artikel Sabine Menkens. "Ist Frau Schwesig immer noch im Team #GinaLisa oder entschuldigt sie sich wenigstens für Einmischung in die Justiz?", hatte zuvor der CSU-Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich die Ministerin auf Twitter kritisiert. Und das Bundesjutizministerium musste inzwischen "ärgerlich" darauf hinweisen, dass Heiko Maas selbstverständlich nicht im "Team Gina-Lisa" gewesen sei.

Im Familienministerium will man das Urteil nicht kommentieren. Nur so viel ist Schwesigs Sprecherin zu entlocken: "Die Schutzlücken im Sexualstrafrecht mussten geschlossen werden. Die Reform des Sexualstrafrechts ist richtig."


Lucas Schoppe nimmt sich dem Skandal in seinem aktuellen Beitrag "Eine Ministerin unterstützt eine Straftat" an und fragt: Warum eigentlich muss Manuela Schwesig nicht zurücktreten? Dabei geht Schoppe auch auf das politische Totalversagen der Grünen ein. In dem Artikel heißt es:

Staatsanwaltschaften und Gerichte wissen nun aber in jedem Fall, dass sie massiv unter Druck geraten, dass sie sogar aus der Bundesregierung heraus öffentlich des Desinteresses an der Verfolgung von Vergewaltigungen beschuldigt werden können – wenn sie in solchen Fällen einfach nur sorgfältig ihre Arbeit machen. Der öffentliche Stimmung, die Schwesig und andere hier aufgebaut haben, war also ganz gewiss ein Versuch, die Justiz im Dienste eigener politischer Interessen einzuschüchtern.


Lohfinks Falschaussage sei

dazu geeignet, Misstrauen gegenüber Frauen zu schüren, die eine Vergewaltigung anzeigen: Wer in einer so offenen, lange durchgehaltenen Inszenierung den Vorwurf der Vergewaltigung für eigene Zwecke missbraucht, nimmt billigend in Kauf, damit auch die Glaubwürdigkeit anderer zu beschädigen, die ähnliche Vorwürfe erheben. Sie können dann froh sein über eine Justiz, die einen Fall gründlich untersucht, anstatt sich – wie die Familienministerin – einfach auf ihr Bauchgefühl und auf politische Überzeugungen zu verlassen.

Diese Bundesministerin wiederum hat, wie die gesamte Partei der Grünen, Lohfinks Straftat nicht aus Naivität unterstützt, sondern aus politischem Kalkül. Es ist auszuschließen, dass sie tatsächlich geglaubt hat, Ermittlungsbehörden und Justiz würden ganz ohne Grundlage und allein aus Frauenfeindlichkeit wegen falscher Verdächtigungen gegen Lohfink vorgehen.

Die Ministerin hat die Straftat auch nicht nur nachträglich legitimiert, verharmlost, erklärt oder relativiert, sondern sie hat das Begehen dieser Straftat – die fortgesetzte Falschaussage – unterstützt, und sie hat öffentlichen Druck auf die Justiz ausgeübt, Lohfink wegen dieser Straftat nicht zu belangen. Schwesig hat auch demonstriert, dass sie sich als Bundesministerin keineswegs für alle gleichermaßen verantwortlich fühlt. Der Schaden, der den der Vergewaltigung beschuldigten Männern hätte entstehen können, ist ihr demonstrativ gleichgültig.

Das ist kein Zufall, sondern passt sich ein in eine Politik, die auf Freund-Feind-Strukturen setzt. Auch die vom Familienministerium finanzierte No Hate Speech-Kampagne macht klare Unterschiede zwischen Gruppen, denen Schutz vor Gewalt und Aggressionen im Netz zusteht – und Gruppen, die diesen Schutz nicht verdient hätten. Eine Kampagne ihres Familienministeriums gegen häusliche Gewalt blendet ganz in diesem Sinn männliche Opfer ebenso aus wie weibliche Täterschaft.

Ähnlich die Grünen. Wer Männer ohnehin als "potenzielle Vergewaltiger" ansieht, dem liegt es eben nahe, Männer bis zum Beweis des Gegenteils auch tatsächlich als Vergewaltiger zu betrachten. Ein ganz besonders schlimmes Beispiel solcher grünen Geschlechter-Ressentiments: Die fortgesetzten und systematischen Vergewaltigungen von Kindern im Umfeld der Grünen waren für die Partei – so stellt es ihr eigener Bericht dazu fest – auch deswegen lange uninteressant, weil es Jungen waren, die vergewaltigt wurden.


Man kann nur hoffen, dass populistische Politker und Parteien, die mit ihrem irren Geschlechterhass keine Skrupel haben, sogar den Rechtsstaat zu tropedieren, dafür wenigstens von den Wählern bestraft werden. Eine feministische Gesinnungsjustiz hat in einer Demokratie nichts zu suchen. Wegen genau solcher Abenteuerlichkeiten sind SPD und Grüne auch für Linke mit moralischen Prinzipien unwählbar geworden.



2. Der Hamburger Rechtsanwalt Christian Nebgen widmet sich dem Irrsinn um den Lohfink-Prozess in seinem Blog:

Was soll man sagen? Die Angeklagte wird - allem Anschein nach zu Recht - wegen Falscher Verdächtigung verurteilt. Das Strafmaß kann man nur als milde bezeichnen. Was aber tut sie? Sie setzt sich bereits tags darauf ins Frühstücksfernsehen eines Privatsenders und wiederholt ihre Anschuldigungen. Damit läuft sie in Gefahr, sich gleich das nächste Strafverfahren zu fangen. Ja, wird die denn nicht anwaltlich beraten? Doch. Ihr Anwalt sitzt daneben.

Ist das kriminelle Energie? PR-Kalkül? Oder bloße Dummheit und Unbelehrbarkeit? - Man wird es nie erfahren. Eins aber kann man schon jetzt sagen: Es ist die ultimative Verleugnung des Rechtsstaats. Flankiert vom grölenden "Nein-heißt-Nein"-Mob, dem Recht und Gesetz längst egal geworden sind. Es geht nur noch um die Darstellung der Werte im eigenen, selbst-konstruierten Paralleluniversum.


Hier geht es weiter.



3. In seinem Beitrag "Team Zivilsation gegen Team Gina Lisa" versucht Bernhard Torsch seinen Glauben an den Feminismus und daran, dass "60 Prozent aller wahlberechtigten Männer rechtsextreme oder autoritäre Parteien wählen", mit den jüngsten Vorgängen um den Lohfink-Prozess zu vereinbaren:

Ein Feminismus, der zu einer barbarischen Regung verkommen ist, ist keiner mehr. Und es ist nichts anderes als Barbarei wenn man fordert, das Recht Banden zu überantworten, rechtsstaatliche Grundprinzipien über Bord zu werfen und auch Unschuldige einzusperren, solange das nur die eigene gesellschaftspolitische Agenda voranzubringen verspricht.


Offen gesagt finde ich diese Vorstellung, dass der Feminismus früher besser gewesen sei, etwas bizarr. So etwas kann eigentlich nur mangelnder Sachkenntnis über die Geschichte der feministischen Ideologie zu verschulden sein. Der Feminismus der siebziger Jahre war mit Bombenanschlägen und zum Teil offen faschistischen Inhalten deutlich destruktiver als der doch arg schwächelnde Feminismus der Gegenwart, der kaum noch Kriminelle anziehen kann und es in der Regel mit Geätze auf Twitter belässt. Der "Bildet-Banden"-Schwachsinn ist ein archaisches Überbleibsel früherer Jahrzehnte. Man kann allenfalls argumentieren, dass dieser Feminismus gerade durch seine Institutionalisierung in Ministerien noch bedrückender geworden ist.



4. Die nordrhein-westfälische Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne) fordert mehr Schutz für Frauen vor Gewalt im Internet. Dabei phantasiert Steffens mit Verweis auf die in Geschlechterfragen bekanntlich völlig unparteiischen Gleichstellungsbeauftragten "90 Prozent der Täter, die Gewalt über das Netz ausüben", als Männer:

Viel Schikanöses, das Frauen zermürbe, bleibe nach jetzigem Recht unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit. Steffens will die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten verstärkt mit den Aktivitäten feministischer Bloggerinnen vernetzen. "Wir erreichen sonst viele nicht mit unseren Schutzangeboten."




5. Die Bundesregierung spielt in ihrem neuen Konzept zur zivilen Verteidigung auch Schritte für ein mögliches Wiederaufleben der vor fünf Jahren ausgesetzten Wehrpflicht durch. Dabei geht es vor allem um Fälle, bei denen die Außengrenzen der Nato verteidigt werden sollen. Da wir bekanntlich in einem Patriarchat leben, das Frauen unterdrückt, darf man heute wie vor hundert Jahren wohl davon ausgehen, dass allein Männer an die Front gezwungen werden. Dies dürfte immerhin wieder einige Inspiration für tiefschürfende Essays über soldatisch-faschistoide "Männerphantasien" (Theweleit) und "toxische Männlichkeit" (Connell) geben.



6. Ein US-amerikanischer Schüler, der laut FOCUS "Sex mit seiner Lehrerin" hatte und von ihr "verführt" wurde, was der FOCUS bei einem männlichen Täter mit Sicherheit genauso formulieren würde, bekam jetzt sechs Millionen Dollar Entschädigung zugesprochen. Zahlen muss allerdings der zuständige Schulbezirk.

Mehrere Beamte der Schulbehörde sowie mindesten eine weitere Lehrerin sollen von der Beziehung der Lehrerin mit dem damals 16-Jährigen gewusst haben. (...) Trotzdem informierte niemand die Polizei oder die Familie des Jungen. Bei der Geburt des gemeinsamen Kindes im Juni 2013 war der Schüler dabei. (...) Einen Monat nach der Geburt wurde die heute 29-Jährige verhaftet und wegen verbotener sexueller Handlungen mit insgesamt drei Schülern in 41 Fällen angeklagt. Whitehurst drohten bis zu 29 Jahre Haft. (...) Verurteilt wurde sie zu einer einjährigen Gefängnisstrafe, kam aber bereits nach sechs Monaten auf Bewährung frei.


Mit einem männlichen Täter würde natürlich genauso milde umgegangen werden ...



7. Die Männerrechtlerin Karen McFly nennt vier Argumente für einen verpflichtenden Vaterschaftstest nach der Geburt.



8. Eine neue australische Stiftung sorgt beim Thema "häusliche Gewalt" für Aufmerksamkeit:

They call their group the Black Ribbon Foundation and their aim is to help victims of domestic violence who often are bloodied and ignored — men.

The aim is to counter the community jeers and disbelief aimed at men who claim they have been attacked by wives and partners.

Those disbelievers include some police and paramedics, but Black Ribbon’s chief executive John Paul Hirst says attitudes are changing. But the law isn’t.

"They still can only remove the male from the house, not the female," Mr Hirst told news.com.au. "The male has to be moved and arrested and charged at the police station and only gets legal counsel when he stands before a magistrate. All she has to say is, ‘He slapped me and I was only defending myself’."

The first major decision of the Black Ribbon board, which was formed Monday night, was to reach out to other family violence groups White Ribbon and the Luke Batty Foundation.

The objective is "to collaborate and work in unison in the area of domestic violence".

"The Black Ribbon Foundation of Australia seeks to eliminate any public perception towards the gender/sex bias (surrounding domestic violence)," the board said.

But make no mistake: Black Ribbon is putting men first in its work. Its Facebook cover photo is a drawing of a woman clouting a man.

And its full title is Black Ribbon — Awareness of Men Suffering Domestic Violence.

"Domestic Violence in Australia has been sold to us by mainstream media as something that only (affects) women and is only perpetrated by men," says the Black Ribbon Foundation Facebook page (...). "This false narrative goes against all viable research and is costing lives. This foundation has been created to help all victims of domestic violence equally … regardless of gender."

(...) "Our first focus is on shelters for men who are victims, so to try and take them off the street … to decrease the rate of hopelessness," Mr Hirst said.


Währenddessen berichtet Australiens Daily Liberal über zwei männliche Opfer häuslicher Gewalt, die sich darüber freuen, endlich mehr staatliche Unterstützung zu erhalten – wenn auch noch lange nicht so viel wie Frauen.



9. Auf der Website Fusion findet man einen ausführlichen Beitrag über die "Intaktivisten", die sich gegen Genitalverstümmelung auch bei Jungen und Männern engagieren.



10. An der Universität Wisconsin gilt es jetzt als "offensive" (beleidigend, anstößig), sich über eine ausufernde politische Korrektheit zu beklagen. "Mikroaggressionen" dieser Art sollen in Zukunft besser reguliert und unter Kontrolle gebracht werden.



11. Die Post. Unter meinen Lesern führt das Urteil gegen Gina-Lisa Lohfink und die Berichterstattung darüber zu starken Reaktionen. Einer schreibt mir dazu:

Ich kann den Jubel über die Verurteilung nicht wirklich genießen. Die Feministen haben ja ihr Ding (neues Sexualstrafrecht) schon durchgesetzt.

Es ist bezeichnend, wie die Medien vorgehen: Vor der Entscheidung im Bundestag haben sie allerlei Propaganda gemacht, wirklich alles genutzt, Köln oder Lohfink oder sonstwas. Jetzt, da das Ding durch ist, tut man so, als kümmere einen die Wahrheit. Das kann man bei Spiegel-Online am besten sehen.

Genau das Gleiche konnte man auch bei der Quote für Frauen beobachten. Sie wussten, dass sie mit demokratischen Mitteln keine Chance haben, also wurde viel Propaganda gemacht, indem man hanebüchene "Beweise" für die Diskriminierung von Frauen in Firmen präsentierte, die Erfolge von Firmen mit mehr Frauen an der Spitze erfand, oder dass all diejenigen, die gegen die Quote sind, als fiese Männer, die etwas gegen Frauen haben, vorstellte. Seit das Gesetz verabschiedet wurde, wird es nicht mal mehr erwähnt, sie wollen ja die Leser nicht weiter verärgern.

Tja, und so geht es Jahr um Jahr. Die Feministen machen, wir schauen zu. Es wird höchste Zeit sich auch politisch zu engagieren. Vielleicht könnte man ja im organisierten Stil anfangen, an bestimmte Abgeordnete Briefe etc. zu schreiben.


Wer sich für Männer engagieren und dabei z.B. mit Abgeordneten in Kontakt treten möchte, findet passende Anlaufstellen seit Jahren bei MANNdat und seit 2015 beim Forum Soziale Inklusion.

Ein anderer Leser merkt an:

Ist Dir mal aufgefallen, das all die Kämpferinnen für Opfer von sexueller Gewalt sich momentan selbst entlarven?

Die Lüge Lohfinks wird die Polizei in Zukunft evtl. noch misstrauischer machen. Somit wird es für echte Opfer schwerer. Was die Kämpferinnen ja nicht wollen. Also wen unterstützen sie? Weiterhin Lohfink, obwohl es offensichtlicher nicht geht.

Deutlicher zeigen, dass sie eben nicht für echte Opfer kämpfen, geht nicht. Wobei ich mir unsicher bin, wofür sie kämpfen. Vermutlich darum, schlicht laut sein zu dürfen und damit irgendwo Geld abzusahnen. Wie das Aufschrei-Mädel.


Mein Telepolis-Korrespondent macht mich auf Peter Nowaks Beitrag "Das Urteil im Fall Lohfink ist ein Rollback für die Rechte der Frauen" aufmerksam. Nowak missfällt dieses Urteil deshalb: "Es spricht einer Frau das Recht ab, selbst zu definieren, wann ein Sexualakt eine Vergewaltigung ist".

Mein Leser merkt zu diesem Artikel an:

Besonders irrwitzig wird es, als Nowak sich gegen Ende des Artikels bei einem Versuch, Männerrechtler als Nazis zu verleumden, sehr, sehr tief ins Reich der Phantasie begibt:

"Man stelle sich vor, nicht zwei semiprominente Deutsche, sondern Migranten wären von Lohfink der Vergewaltigung bezichtigt worden. Sie hätte sich von falschen Solidaritätsbekundungen all derer, die jetzt man wieder als strikte Männerrechtler auftreten, nicht retten können."

Die Pointe an Nowaks Argumentation ist, daß die von Lohfink falschbeschuldigten Männer eben tatsächlich einen Migrationshintergrund haben. Der eine heißt Sebastian Castillo Pinto, der andere Pardis F., wobei letzterer Medienberichten zufolge aus Aserbaidschan, also einem mehrheitlich islamisch geprägten Land stammen soll, was AfDlern und Pegidioten wohl kaum sympathisch sein dürfte.

Womit nachgewiesen wäre, daß Herr Nowak in seinem gerechten Zorn offenbar entweder zu faul oder zu dumm zum Recherchieren war. Ich jedenfalls brauchte keine zwei Minuten, um das zu googeln.

Im Kommentarbereich macht übrigens noch Markus Kompa, Telepolis-Autor wie Nowak und als Rechtsanwalt wesentlich besser mit der Materie vertraut, kurzen Prozeß mit dem Artikel:

"Ich habe nochmal den Versuch gemacht, dieses unfassbar dumme Traktat zu lesen. Wer eine politische Justiz fordert, die beliebig Straftatbestände nachträglich definieren kann, will den Polizeistaat und Gesinnungsjustiz. NEIN, DANKE."

Dienstag, August 23, 2016

Vermischtes vom 23. August 2016 (Special Gina-Lisa Lohfink)

1.
Ein letzter Auftritt, dann war die Show zu Ende. Schuldig. Buh-Rufe aus dem Publikum. Gina-Lisa Lohfink, steht auf, reckt den Hals, ihre Geste zeigt Abscheu. Sie will sich das nicht anhören und geht. Wütend ist sie, man sieht es. Zum ersten Mal in dem Prozess wirkt es, als spiele sie kein Theater.

(...) Dem Plädoyer von Staatsanwältin Corinna Gögge war anzumerken, wie sehr die Justiz sich grämt, wie dieser Fall von Politik und Medien verdreht wurde. Es komme häufiger vor, dass Frauen eine Vergewaltigung vortäuschen, als viele denken, sagt sie. Aus unterschiedlichsten Motiven. Rache, Wut, ein Streit ums Sorgerecht. Oder auch nur ein Aufmerksamkeitssyndrom. Einmal sei sogar ein Mann angezeigt worden, weil die Frau fand, er habe sich nicht genug um das gemeinsame Kind gekümmert.


So wie hier Jost Müller-Neuhof im Berliner Tagesspiegel berichten aktuell viele Medien, wie die Verleumderin Gina-Lisa Lohfink gestern zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt wurde – auch wenn sie inzwischen erklärte, diese nicht zahlen zu wollen. (Lohfink gab bei RTL an, sie glaube, verurteilt worden zu sein, ""weil ich so aussehe, wie ich aussehe".) Zu der Geldstrafe kommen Gerichts- und Anwaltskosten. Insgesamt dürfte von den 150.000 Euro an Dschungelcamp-Gage, die Lohfink aufgrund ihres wegen ihrer Lügen gestiegenen Marktwerts aushandeln konnte, allerdings noch ein ordentlicher Batzen übrig bleiben.

Eine kleine Presseschau zu diesem Urteil:

In der Süddeutschen Zeitung erinnert Verena Mayer Lohfinks eilfertige und oft schwer ideologisierte Unterstützerinnen, die hoch bis zur SPD-Vizevorsitzenden Manuela Schwesig reichten, daran,

dass die Wahrheit oft länger ist als 28 Sekunden. Genauer gesagt: zehn Minuten. So lange sind die Filmaufnahmen tatsächlich, sie wurden in elf Teilen auf den Handys der Männer gefunden. Und auf denen sind noch ganz andere Dinge zu sehen, sagt die Staatsanwältin. Lohfink, wie sie tanzt, singt, knutscht, lacht, am Computer sitzt, ihre Kleider ordnet und lächelnd posiert. Wie sie in die Kamera schaut, die Männer zur Rede stellt, "Mach weg" sagt oder: "Brauchst du Geld, 500 Euro und dann Bild-Zeitung?"

(...) Vor allem habe Lohfink der Polizei erzählt, wie ihr Stück für Stück die Erinnerung wiedergekommen sei, als sie die 28 Sekunden im Netz sah; danach zeigte sie eine Vergewaltigung an, schilderte, sie sei festgehalten worden, habe geweint und Schmerzen erlitten. Unmöglich, sagt der Gutachter. Es gehöre zur Wirkung von K.o.-Tropfen, dass man sich an nichts erinnern könne, weil das Bewusstsein nicht mehr normal funktioniere: "Als würde man eine Videokamera laufen lassen, in der kein Film ist."

Zur Anklagebank gewandt, sagt [die Richterin], sie hätte gerne eine Aussage von Lohfink gehabt. Die aber schwieg vor Gericht. Ihre Version erzählte sie lieber der Presse. In jeder Prozesspause trat Lohfink vor die Kameras, selbst auf dem Weg zum Klo gab sie Interviews und ließ sich von Aktivistinnen beklatschen. Als sei ein Gerichtssaal eine andere Form von Frühstücksfernsehen.


Auch der Focus erwähnt, dass Lohfink sich vorher besser über die Wirkung von KO-Tropfen hätte informieren sollen:

Unter deren Wirkung könne man keine Pizza bestellen und mit der Managerin telefonieren, betonte [der Gerichtsgutachter].


Im schon durch den Brüderle-Nonsens ins Zwielicht geratenen STERN, der sich neben den noch offener feministischen Blättern wie dem "Missy Magazine" am entschiedensten auf Lohfinks Seite gestellt hatte, heißt es jetzt über den letzten Prozesstag:

"Wer meint, dass der Sex gegen den Willen passiert sei, belügt sich selbst", sagte die Staatsanwältin. "Es kommt mir vor, als würden sie an manchen Stellen des Videos posen", warf Gögge der Angeklagten sogar vor, worauf Lohfink ihr einen Vogel zeigte. Die Verteidigung hob darauf ab, dass der Fall zu einem Präzedenzfall geworden sei und eine Änderung des Sexualstrafrechts herbeigeführt habe. "Das ist ein riesengroßer Erfolg für Frau Lohfink", sagte Verteidiger Burkhard Benecken. Der Strafrechtler greift ins seinem Plädoyer die Staatsanwältin hart an. "Wenn das, was Sie Frau Lohfink angetan haben, Schule macht, dann gute Nacht für alle Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind."


In dem brillanten Artikel Verhöhnung aller, die tatsächlich Opfer geworden sind, erklärt Christine Kensche sehr ausführlich, wie Lohfink die Leichtgläubigen und die Ideologinnen unserer Gesellschaft manipuliert hatte.

Ein gutes Dutzend Unterstützer vom #TeamGinaLisa ist an diesem Tag wieder zum Amtsgericht Berlin gekommen. Sie haben Lautsprecher aufgebaut, durch die sie "Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!" skandieren. Und sie haben ein Transparent aufgehängt: "Hass wie noch nie auf die deutsche Justiz!" Es wird wohl nicht mehr zu ihnen durchdringen, dass sie sich mit Gina-Lisa Lohfink, Schauspielerin, Model und angebliches Vergewaltigungsopfer, das falsche Gesicht für ihre Sache gesucht haben. Sie ist von ihren Verteidigern zum "Präzedenzfall" für die Reform des Sexualstrafrechts stilisiert worden, zur Galionsfigur der "Nein heißt Nein!"-Bewegung. Daran wird wohl auch das Urteil nichts mehr ändern. Denn die Interpretation der Geschichte wurde bereits geschrieben, bevor sie überhaupt endete.


Kensche erwähnt in diesem Zusammenhang die SPD-Größen Heiko Maas und Manuela Schwesig.

Daraufhin berichtet sie über Lohfinks Reaktion auf das Urteil:

Lohfink hält mit beinah tränenerstickter Stimme dagegen: Das, was "diese Jungen" ihr angetan haben, sagt sie, "werde ich bis an mein Lebensende in mir tragen." Es ist zugleich das erste und auch das letzte Mal, das sie sich im Gericht selbst äußert. Lohfink ist öfter im Sat.1-"Frühstückfernsehen" aufgetreten als vor der Richterbank, hat vor Kameras und in Mikros mehr gesprochen als in diesen letzten Minuten der Beweisaufnahme. Dabei, sagt Gögge, hätte es einige dringende Fragen an sie gegeben. Zu den vielen Widersprüchen, die sich in ihrer Version der Geschichte auftaten.


In den folgenden Absätzen fasst Kensche die wichtigsten Unstimmigkeiten in Lohfinks Aussage zusammen, darunter eine offenbar frei erfundene Reaktion von Lohfinks Frauenärztin, die angeblich entsetzt über deren Verletzungen gewesen sei.

Bemerkenswert ist auch eine besonders dreiste Vorgehensweise Lohfinks:

Richterin Antje Ebner fasst diese Strategie in ihrer Urteilsbegründung kurz zusammen: "Das ist eine juristische Finte". Nach dieser Logik nämlich habe es einen offiziellen Vorwurf der Vergewaltigung nie gegeben – und so könne Lohfink auch gar nicht wegen falscher Verdächtigung verurteilt werden.

Diese juristische Finte ist für Benecken offenbar kein Problem. "Das ist der Fall, der zur Änderung des Sexualstrafrechts geführt hat", sagt er. "Ob es der richtige oder der falsche ist, spielt gar keine Rolle." Mit anderen Worten: Ob Gina-Lisa Lohfink vergewaltigt wurde oder nicht, ist egal, sie hat einer größeren Sache gedient.


Die Mitteldeutsche Zeitung befindet:

Erst die Strafe, dann das Urteil, dann die Anklage und erst am Ende die Frage, ob das Verbrechen überhaupt begangen worden ist. Das ist pervers und totalitär, und doch hätte es sich im Fall Gina-Lisa Lohfink so abgespielt, wenn es nach dem Willen einiger Medien und Politikerinnen von SPD und Grünen gegangen wäre.


Der Focus zitiert in einer eigenen Presseschau unter anderem die Frankfurter Rundschau:

Dass Politikerinnen ausgerechnet den Fall Lohfink nutzten, um eine Verschärfung des Sexualstrafrechts ('Nein heißt nein') zu verlangen, war Rechtsstaatlichkeit à la 'Alice hinter den Spiegeln', so berechtigt die Forderung selbst auch sein mag. Lohfink ist wegen falscher Verdächtigung verurteilt worden - das Urteil dürfen ihre Unterstützerinnen auch auf sich selbst beziehen.


Ebenfalls im Focus hält Laura Gaida am Märtyrerbild Lohfinks fest:

Doch was es bedeutet, in aller Öffentlichkeit zu leiden, schien heute niemand besser als Gina-Lisa zu wissen. Es war nicht der Schuldspruch, der die Blondine demütigte, sondern vielmehr der Hohn, der ihr von der Zuschauertribüne im Gerichtssaal entgegenschlug. (...) Es war das einzige Mal an diesem Prozesstag, dass sich die Blondine zur Wort meldete, und doch reichten diese Sätze aus, um zu offenbaren, worum es Gina-Lisa in dem gesamten Prozess ging: als Opfer sexueller Gewalt ernst genommen und anerkannt zu werden – von der Gesellschaft, der Politik und der Justiz. Doch als Richterin Antje Ebner dann um 14.30 Uhr das Urteil verkündete und sie der falschen Verdächtigung schuldig sprach, brach für Gina-Lisa die Welt zusammen – nämlich die, in der "Nein heißt Nein" gilt.


Außer dem Focus ist von den bekannteren Zeitschriften eigentlich nur noch Alice Schwarzers Emma auf diesem Kurs, wo es kurz vor der Urteilsverkündung allen Ernstes hieß:

Es ist schon skandalös, dass dieser Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink als "Falschbeschuldigerin" überhaupt stattfindet.


Gut, Schwarzers Vorstellungen vom Rechtsstaat kennen wir ja nun zur Genüge. Immer wenn ich einen von Schwarzers Artikeln gelesen habe, habe ich das dringende Bedürfnis zu duschen.

In einem Folgeartikel nach der Urteilsverkündung beklagt die EMMA, eine "extrem täterfreundliche Justiz" und empört sich über den SPIEGEL, der "bei Sexualverbrechen in der Regel immer schon vor dem Urteil [wisse], wie dieses ausfallen wird bzw. auszufallen hat" –

"Künftig werden Frauen weniger Vergewaltigungen anzeigen" erklärte Schwarzer der Osnabrücker Zeitung zufolge. Schwarzers Ansicht nach gebe es keinen Zweifel an der sexuellen Gewalt, die das Opfer erlitten habe.

(Natürlich sieht auch die feministische Mädchenmannschaft das Urteil als Beleg für eine "rape culture".)

Im Deutschlandradio spricht Peter Zudeick darüber,

dass der Prozess zusehends Gefahr lief, sich dem Niveau der Gerichtsshows im Schmuddelfernsehen zu nähern. Schreiende, pöbelnde Verteidiger, eine Angeklagte, die regelmäßig aus dem Saal rennt, die Verteidiger hinterher oder vorneweg, sich theatralisch ihrer Roben entledigend, grölende Feministinnen und andere Lohfink-Fans im Publikum - ein unwürdiges Affentheater, das die Richterin hätte unterbinden können. Aber wohl nicht wollte, um sich nicht noch mehr Anfeindungen des Boulevards einzuhandeln.

(...) Es war recht bald abzusehen, dass wir es hier mit einem billigen Sexfilmchen als Realityshow zu tun haben, mit willigen Darstellern und mindestens einem ekelhaften Macker, der das wilde Treiben im Internet zur Schau stellte. Dass daraus eine Pseudo-Rechtsdebatte werden konnte, daran haben Feministinnen, Politikerinnen und Politiker, auch seriöse Journalisten, vor allem aber die versammelte Schmierenpresse schuld. Das Niveau der gesellschaftlichen Debatte jedenfalls hat erheblichen Schaden genommen.


Wolfgang Janisch befindet in der Süddeutschen Zeitung:

Als Symbol taugt die Causa Lohfink gleichwohl. Sie steht für die Entgleisung des rechtspolitischen Diskurses. Die Reform des Vergewaltigungsparagrafen war eine komplizierte Sache: Es gab gute Gründe, das sexuelle Selbstbestimmungsrecht zu stärken, aber auch nachvollziehbare Bedenken, die auf Beweisprobleme hinwiesen oder darauf, dass die angebliche Schutzlücke vielleicht doch nicht so gewaltig war wie behauptet. Doch in der Debatte dominierten schrille Töne - wie etwa die unablässig wiederholte Falschbehauptung, Vergewaltigung setze die körperliche Gegenwehr der Frau voraus. Wer sich Lohfink als paradigmatisches Opfer ausgeguckt hat, kann hier Folgendes lernen. Wer Täter und wer Opfer war, steht nicht schon in der Phase des frühen Verdachts fest.


So ist es. Und es gehört zu den Aufgaben der Männerrechtsbewegung, darauf wieder und wieder aufmerksam zu machen. Sämtlichen bösartigen Anfeindungen ("Frauenfeinde!") zum Trotz.

Spiegel-Online schließlich berichtet, wie es unmittelbar nach dem Prozess weiterging:

Draußen warten die Unterstützerinnen vom #TeamGinaLisa, sie rufen: "Bildet Banden, macht sie platt, Macker gibt' s in jeder Stadt."




2. Jan Fleischhauer spricht auf Spiegel-Online über den diskriminierten Mann.



3. Die Vorsitzende eines FPÖ-Verbandes in Österreich argumentiert gegen Frauenhäuser:

Frauenhäuser seien ein "Unfug der abgestellt gehört", heißt es im Parteiblatt. Kashofer ortet eine Benachteiligung der Männer und eine Instrumentalisierung derartiger Einrichtungen. "Ich halte sie für notwendig, um Frauen in Not zu helfen. Frauenhäuser haben sich mittlerweile zu Selbstläufern entwickelt. Die Angestellten bestimmen darüber, wer dort aufgenommen wird. Sie haben ein Interesse daran, das Haus zu füllen", sagt Kashofer. Sie verlange daher einen Mediator, "der sich mit der Familie zusammensetzt und verhindert, dass hinter dem Rücken des Vaters die Familie ins Frauenhaus gebracht wird."




4. Der kanadische Psychologe Douglas Todd befindet in einem Offenen Brief an Christina Clark, Premierministerin von British Columbia, die aktuellen Programme zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt seien nutzlos, weil sie auf der falschen Theorie von männlichen Tätern und weiblichen Opfern beruhten:

The UBC psychologist, B.C. government officials and a group of therapists are engaged in a behind-the-scenes debate over the way the Liberals spend tens of millions of dollars earmarked for domestic violence programs and women’s shelters.

"Social science research contradicts the assumption the B.C. government is making," Dutton said in his letter to the premier.

Large peer-reviewed surveys have repeatedly found, he said, "the most common form of domestic violence, 50 per cent, is bilateral, matched for severity by each party (male and female)."

The author of Rethinking Domestic Violence and The Domestic Assault of Women (both published by UBC Press) told Clark the second most common form of domestic violence, accounting for 35 per cent of all cases, is perpetrated by women against non-violent men.

"The third-most common (15 per cent) is male violence against females."

Dutton and counsellors at Nanaimo’s Men’s Centre maintain the vast majority of the tens of millions of dollars the B.C. government spends on domestic violence goes to women, with little going to directly support males.

(...) In his letter to Clark, Dutton emphasized the research of Prof. Sara Desmarais, who has a PhD in psychology from Simon Fraser University.

Desmairais led the team that recently conducted a "meta-analysis" of 249 domestic-violence studies, which were based on personal interviews with men and women involved in more than 135,000 incidents.

Desmarais’ researchers confirmed that female domestic violence is more prevalent than male, Dutton told the premier. "Social science data does not get more persuasive than this."

(...) There are two reasons the B.C. government operates on the false assumption males are virtually always the perpetrators of domestic violence.

One, Dutton said, is gender politics.

On that score, Kim Bartholomew, an SFU professor emerita of psychology, is among those who admire Dutton for the way he is "courageous in maintaining his intellectual integrity in a field in which ideology is often more influential than data, and in which there are strong pressures against challenging the dominant ideology."

The second reason female-on-male domestic violence is under-reported relates to the way Statistics Canada normally collects data: Police reports.

Men are more reluctant than women to tell police they are victims of intimate-partner violence. Most men are ashamed to admit a woman has physically assaulted them. Many men also correctly fear, as shown in a study by Denise Hines, they will not believed by police and will be treated as the aggressors.




5. Im Kampf gegen die allgegenwärtige Rape Culture hat es eine US-amerikanische Universität jetzt fertiggebracht, einen Studenten rauszuwerfen, bevor die Verantwortlichen überhaupt nur mit den angeblichen Opfern gesprochen haben:

The University of Colorado-Boulder expelled a student for sexual assault—even though his alleged victims never accused him of anything.

Working off of an anonymous tip, a particularly vindictive Title IX administrator launched an investigation into the male student and concluded that he had raped two different female students — students who never filed complaints. The first victim, in fact, was initially unable to recall whether they had engaged in sexual activity at all.




6. Währenddessen zeigt sich, dass die University of California – San Diego Zeugen verbirgt, die Beschuldigte entlasten könnten. (Auch der Washington Examiner berichtet darüber.)



7. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zum Fall Lohfink und der Berichterstattung auf Spiegel-Online:

Die haben bis vorgestern die fälschlich Beschuldigten noch als "mutmaßliche Vergewaltiger" bezeichnet. Auch Hinweise im Forum, dass die Männer freigesprochen worden seien, haben das nicht geändert. Solche Forumsbeiträge wurden gar nicht erst [freigeschaltet], zu späteren Artikel über Gina-Lisa Lohfink [gab es auf Spiegel-Online] dann kein Forum mehr. Dass der Artikel jetzt hinter einer Paywall sitzt hat bei SPON Methode. Als Fleischhauer einen Artikel über Diskriminierung von Männern schrieb, verschwand der, und nur der, ebenfalls hinter der Paywall. Die feministischen Artikel blieben frei.

Ich hoffe, [Lohfinks] Opfer holen sich von ihr noch einen netten Schadensersatz. Zumindest der eine hat ja wegen ihrer Verleumdung den Job verloren. Andererseits ist sie dann noch für weitere Jahre in der Presse. Und Frauen- und Justizministerium ändern dann vielleicht auch noch den Täter/Opferausgleich zuungunsten falsch Beschuldigter. Begründung: Männer müssen so was doch aushalten können ...

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