Freitag, Januar 20, 2017

Prozess gegen ZDF, Training gegen Ideologiekritik, Proteste gegen Trump – Vermischtes vom 20. Januar 2017

1. Ende letzten Jahres erwähnte ich hier auf Genderama den Fall der Journalistin Birte Meier, die ihren bisherigen Arbeitgeber, das ZDF, wegen Gehaltsdiskriminierung verklagt. Glaubte man der bisherigen Berichterstattung über diesen Konflikt bestand das ärgerliche Problem lediglich darin, diese Diskriminierung nachzuweisen, und vermutlich nur weil ich einer dieser fiesen Männerrechtler bin, war ich skeptisch, ob überhaupt eine Diskriminierung vorlag.

Jetzt kommt auf der medienkritischen Website "Übermedien" Juliane Wiedemeier in ihrem Beitrag Frauendiskriminierung im ZDF? Das Vor-Urteil ist schon gefällt auf diesen Konflikt und die einseitige Berichterstattung darüber zu sprechen. Obwohl auch Wiedemeier dem modernen Mythos einer grundsätzlichen Gehaltsdiskriminierung anhängt, ist das ein lesenswerter Beitrag.



2. Die Heinrich-Böll-Stiftung Magdeburg bietet am 17. Februar ein Seminar an, um Feministinnen in Argumenten gegen Kritik an ihrer Ideologie zu schulen. Dies scheint dringend notwendig zu sein:

Populistische Angriffe gegen feministische Ideen und Errungenschaften gehören nicht nur in der AfD zum guten Ton. Das Schüren von Ressentiments bringt Konservative, Maskulist/innen und Rechtspopulist/innen zusammen und wird mehr und mehr salonfähig. In der sog. Mitte der Gesellschaft gewinnen antifeministische Äußerungen und Haltungen zunehmend an Raum.




3. Spanien streicht Stipendien für Genderstudien und Programme zur Frauenförderung an den Universitäten. Die marxistische junge welt ist empört.



4. Donald Trump will 25 Programme zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen streichen: "All together, these cuts would save the U.S. federal government $10.5 trillion over 10 years". Ganz schön viel für sexistische Programme, die nur begrenzt erfolgreich sein dürften.



5. Der Frauenmarsch gegen Trump wird von ausgrenzenden Ideologinnen bestimmt, die sich im Wettstreit darüber befinden, wer das größte Opfer ist, berichtet Emma-Kate Symons in der New York Times. Symons zufolge müsse der Feminismus seinen universalistischen Anspruch zurückerobern, den er in Wahrheit als eine Bewegung speziell für Frauen natürlich nie hatte. Es ist nur so, dass die Opferoylmpiade ("Frauen haben es so viel schwerer als Männer") gerade völlig aus dem Ruder gerät, indem verschiedene Frauengruppen als Opfer gegeneinander antreten.



6. In Moskau ist mal wieder ein Junge nach einer zu Hause vorgenommenen Genitalverstümmelung gestorben.



7. Auch die britische BBC stellt jetzt die indische Männerrechtlerin Deepika Bhardwaj vor. Das Ganze ist natürlich der Monika-Ebeling- und Cassie-Jaye-Effekt: Sobald sich eine FRAU gegen Männerdiskriminierung ausspricht, darf sie zumindest in weiten Teilen mit einer fairen Berichterstattung rechnen.



8. Off-topic gibt es noch zwei Analysen zur Höcke-Rede, die über das gängige Sich-Empören hinausgehen: zum einen noch einmal Übermedien, diesmal Stefan Niggemeier, mit Höcke. Augstein und das Denkmal der Schande und zum anderen Phlipp Mauch mit Die AfD verliert ihr Politikmodell.

Donnerstag, Januar 19, 2017

Björn Höcke, Fake News und die Rückkehr des Schwulen – Vermischtes vom 19. Januar 2017

1. Der Blogger und Gymnasiallehrer Lucas Schoppe kommentiert die Dresdner Rede des AfD-Politikers Björn Höcke, mit dem seine Partei den "direkten Anschluss an nationalsozialistische Ideologie" findet. "Dass jemand wie Höcke überhaupt eine Chance hat, bundespolitisch bedeutsam zu werden", urteilt schoppe, sei "allerdings auch den Bundestagsparteien vorzuwerfen". So beschädigten bis heute

auch rot-grüne Parteien offene Debatten, indem sie viel zu beliebig mit dem Vorwurf des Rechtsradikalismus umgehen. Ob Menschen, die das muslimische Kopftuch als frauenfeindlich wahrnehmen – oder Männer und Frauen, die Schwierigkeiten mit dem Feminismus haben – oder Eltern, die eine rot-grüne schulische Sexualpädagogik ablehnen – oder Menschen, die behaupten, auch Weiße könnten Opfer von Rassismus werden – oder auch einfach klassische Konservative: Beliebig tun rot-grüne Akteure bis heute die Positionen solcher Menschen als reaktionär, als rechtsradikal, als Hate Speech ab, gern auch in steuermittelfinanzierten Kampagnen.

Akteure, die sich als "links" verstehen, haben damit den Vorwurf des Rechtsradikalismus durch seinen beliebigen Gebrauch für die Diskreditierung von Gegnern inflationiert – so weit, als ob sie gar nicht mehr damit gerechnet hätten, dass ihnen irgendwann auch einmal echte Rechtsradikale begegnen könnten.

(...) So können, wenn wir Pech haben, alle zur Zeit im Bundestag vertretenen Parteien zu Geburtshelfern eines neuen, erfolgreichen Rechtsradikalismus werden – nicht aus Sympathie für Rechtsradikale, aber aus kalkulierendem Desinteresse gegenüber demokratischen Debatten.




2. Für den Medienkritiker Stefan Niggemeier ist es "Heuchelei", wenn die Medien plötzlich die Gefahr der Fake News" erkennen und mit großem Einsatz dagegen kämpfen wollen. Aufrichtiger wäre es, vor der eigenen Tür zu kehren:

Nur mal so rausgegriffen, glaubt irgendjemand, dass Alice Schwarzer all das, was in ihrem Artikel über die Kölner Silvesternacht 2016 entweder von Anfang an falsch war oder sich inzwischen als falsch entpuppt hat, je richtigstellen wird?

(...) Wenn die etablierten Medien diesen Kampf nicht als einen Kampf gegen Desinformationen aller Art führen, sondern als einen Kampf Wir gegen Die; wenn sie den Eindruck erwecken, dass sich Kollegen untereinander nicht wehtun, aber keine Hemmungen gegenüber dubiosen amerikanischen Seiten, Anti-Mainstream-Medien und Einzelpersonen im Netz haben; wenn es scheint, als sei das Haupt-Problem von "Fake News" womöglich gar nicht der Inhalt, sondern der Absender – dann haben sie keine Chance, diesen Kampf zu gewinnen.


Als ich diesen Artikel auf Facebook teilte, erhielt er folgenden treffenden Kommentar:

Fake News sind insbesondere in den "Qualitätsmedien" verstörend. Über Sulkowicz das Matratzenmädel wurde beispielsweise in der Zeit wider besseren Wissen berichtet und auch der Bildblog hat munter Desinformation über Gamergate weiterverteilt. Angesichts dessen greift Niggemeiers Artikel so kurz, daß man meinen könnte es sei Absicht.




3. Nachdem man sich in der Redaktion der "Welt" kurzzeitig einem homophoben Shitstorm beugte, steht man dort jetzt wieder dazu, dass unsere Gesellschaft im Zeitalter von Donald Trump & Co. nicht nur allgemein freier und offener, sondern auch schwuler werden sollte. Die Schwulen in der Männerrechtsbewegung dürfte das freuen.

Mittwoch, Januar 18, 2017

Rote Pille in Karlsruhe, grüne Partei in der Krise – Vermischtes vom 18. Januar 2017

1. Wie die männerpolitische NGO MANNdat aktuell mitteilt, wird Cassie Jayes inzwischen preisgekrönte Dokumentation über die Männerrechtsbewegung, "The Red Pill", am Sonntag, dem 26. Februar, um 19:00 Uhr mit deutschen Untertiteln in Karlsruhe gezeigt. Der Film wurde in Deutschland bisher nur am 14. November 2016 in Berlin für eine einzige Vorstellung im Kino gezeigt.

Wie es in dem Rundbrief weiter heißt, ist die Vorführung privat und nicht öffentlich. Um Anmeldung wird gebeten unter redpill@maennerbuero-karlsruhe.de. Der Veranstalter freut sich über eine Spende für die Ausleihe dieses Films, die er selbst finanziert hat.



2. In einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts "Insa" fällt die Partei "Die Grünen" auf 8,5 Prozent und damit den schlechtesten Wert seit fünf Jahren. Das sind noch einmal 0,5 Prozent weniger als in der schwachen Vorwoche. Die CDU/CSU gewann im Vergleich zur Vorwoche 1,5 Punkte hinzu und liegt damit bei 33,5 Prozent; die FDP konnte sich mit einem halben Punkt auf 7,5 Prozent vorarbeiten.

In einem Artikel der CSU-Zeitung "Bayernkurier" beleuchtete Wolfram Göll vor ein paar Tagen, weshalb die Grünen immer mehr auf dem absteigenden Ast sind. Ein Auszug aus diesem Artikel:

Nur wenige Tage vor dem Sex-auf-Staatskosten-Vorschlag notierte die Bild-Zeitung ein "Urnen-Gaga bei den Grünen". Bei der letzten Urwahl-Präsentation der drei potenziellen männlichen Spitzenkandidaten in Berlin hatten die Grünen zwei Urnen aufgestellt – eine mit einem Frauen-Symbol, eine mit einem gemischten Frauen-Männer-Symbol. Ein Versehen, denn es hätten, so die Bild-Zeitung, ein Frauen- und ein Männer-Symbol sein müssen. Den Parteigängern sei die Panne aber gar nicht aufgefallen, abgestumpft durch die jahrelang bei den Grünen bis ins Extrem praktizierte Gender-Ideologie, der zufolge es gar keine natürlichen Geschlechter gibt. Eigentlich wurden aber die wahlberechtigten Männer der Grünen-Basis benachteiligt, sie hatten keine eigene Urne.

(...) Man darf darauf warten, dass die Grünen auf die neueste Errungenschaft der Gender-Ideologen aufspringen, das wäre anstatt dem Stern dann entweder eine Leerstelle ("Genoss_innen" und "Mitglieder_innen") oder gleich statt Endung das komplett geschlechtsneutrale X: "GenossX" und "MitgliedX". Ein Ausfluss dieser grünen Gender-Ideologie ist auch, dass die rot-rot-grüne Berliner Landesregierung Ende 2016 als ersten Beschluss (!) die Einführung von Unisex-Toiletten festlegte. Trotz Terrorgefahr und relativ hoher Arbeitslosigkeit in Berlin war dies offenbar das drängendste Anliegen.


Während sich die Grünen so selbst lahmlegen, kommt eine Partei, die sich mit solchen Reden profiliert, trotz leichter Verluste immer noch auf 13,5 Prozent.



3. Wie die Redaktion der "Welt" dieser Tage nach homophoben Anfeindungen im Internet einknickte und einen bereits veröffentlichten Artikel nachträglich umschrieb, berichtet Michael Schulze auf seiner Schwulen-Website queer.de.



4. Die britische News-Site Heatrstreet beschäftigt sich mit einem "Gender Gap, über den Feministinnen nicht sprechen möchten":

Irrefutable new research by the Institute for Fiscal Studies found that the number of men in low-paid part-time work has increased 400% in the past 20 years.

Twenty years ago only 1 man in 20 aged 25-55 with low hourly wages worked part-time. Today the figure is one in five.

Furthermore, while 95% of top-earning men normally work full-time, 20% of the lowest-paid are now part-timers.

That means wage inequality for men has risen over two decades, while for women the opposite has been true.

Indeed, women in their 20s now earn more than men, a trend that will surely continue, since a girl born in 2017 is 75% more likely to go to university than a boy.

(...) The government no longer publishes data on average hourly wages for part-time workers, but the latest figures show the average median pay for men who work part-time across all age groups is £7.90 per hour, compared with £8.40 for women.

This equates to a 5.4% gender pay gap in favour of women, and there’s little reason to believe anything has changed since, as men are forced further down the part-time pecking order.

(...) But where were the placard-wielding men marching on Westminster, angrily tweeting MPs or organising sit-ins to highlight their suffering?

They were busy emptying bins, sweeping streets, cleaning sewers and scratching around for a day’s labour.

In other words, it was just another day of men doing society’s dirtiest and most dangerous jobs, while getting scant reward for the "privilege" of being male.




5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Herr Hoffmann,

ich bin nebenamtlicher Organist in Sachsen und begleite in meiner Heimatgemeinde (Zusammenschluss aus sieben Kirchen) auf dem Land fast jeden Sonntag zwei Gottesdienste in wechselnden Kirchen. Diesen Sonntag fand einer der Dienste in einer Nachbargemeinde statt und ich entdeckte dort eine Broschüre zum Gendern, die ich mir mitnahm. Beim Lesen ist mir dann fast übel geworden bei dem Gedanken, dass Christen derartiges formulieren können - und natürlich wird die Männerrechtsbewegung in einem Satz mit PEGIDA, Evangelikalen und der AfD genannt. Angesichts dieser Entwicklung spiele ich schon länger mit dem Gedanken, aus der evangelischen Kirche auszutreten - Glaube ist ja zum Glück unabhängig von der Kirche. Davon ab hält mich letztendlich nur noch die Musik und meine eigene Gemeinde, die zum Glück nicht in diese Richtung geht. In der Nachbargemeinde geht das, so mein Eindruck, vor allem von der dortigen Pfarrerin aus.


Aufgrund der zunehmenden Ideologisierung der Evangelischen Kirche bin ich dort selbst vor zwei Jahren ausgetreten. Ein System, das Leute wie Martin Rosowski hochkommen lässt, Frauen wie Antje Schupp als Aushängeschild hat und Zeitschriften wie "Chrismon" vertreibt, wird auf meine Unterstützung nur noch als Feindbild rechnen können und nicht mehr damit, dass ich die Produktion dieses Feindbildes finanziell unterstütze. Offenbar bin ich nicht der einzige, der sich diese Gedanken macht.

Dienstag, Januar 17, 2017

Männerrechtler-Doku zum besten Film gewählt, Morddrohungen gegen Rektor – Vermischtes vom 17. Januar 2017

1. Cassie Jayes Dokumentation über die Männerrechtsbewegung "The Red Pill" wurde auf dem Internationalen Idyllwild-Filmfestival zum besten Film gewählt sowie für seine exzellente Produktion und Regie mit zwei Mary Austin Awards gekrönt. Das jährliche Independent-Film-Festival fand diesmal vom 5. bis zum 15. Januar in dem kalifornischen Städtchen Idyllwild-Pine Cove statt.

In einer Filmvorstellung berichtet der Idyllwild Town Crier, die Regionalzeitung des Veranstaltungsorts:

Throughout the filming, Jaye documented her personal struggle to openly listen to and understand points of view of the Men’s Rights Activists rather than react from her feminist perspective. (...) But since reaction, especially by groups and individuals who have not yet seen the film, has been intense, Jaye does have concerns about her future. "I definitely wonder if I’ll ever work again and that reaction could affect my future work," she said. "But I sleep well each night knowing that the film was an accurate reflection of what I experienced. It’s the most important work I’ve done in my life."




2. Der Rektor der Universität Magdeburg, der sich vor einigen Tagen dafür ausgesprochen hatte, dass man auch Vertretern der AfD eine gewaltfreie Debatte zugestehen solle, hat inzwischen Morddrohungen erhalten - "und zwar aus dem gesamten Spektrum von links bis rechts". Die Erklärung des Rektors war notwendig geworden, nachdem Linksextremisten einen Vortrag einer AfD-Gruppe zur Geschlechterdebatte durch Gewalttätigkeiten verhindert hatten (Genderama berichtete). Auch ein Dozent der Uni Magdeburg, Professor Michael Dick, der das Auftreten der Extremisten in einem öffentlichen Statement bejubelt hatte, berichtet über Morddrohungen. AfD-Fraktionschef André Poggenburg verurteilte die Drohungen sowohl gegen den Rektor als auch den Dozenten und kündigte an, die Tumulte im Landtag zur Sprache zu bringen. Allerdings wird auch die AfD kritisiert, da mit ihr zwei bekannte Mitglieder der gewaltbereiten Neonazi-Szene und andere Verfassungsfeinde in den Hörsaal gekommen seien. Darüber hatten die Leitmedien am Wochenende nicht berichtet.



3. In einer aktuellen Pressemitteilung der Universität Hohenheim heißt es:

Frauen sind kooperativ, fürsorglich und bescheiden, Männer durchsetzungsstark, konfliktfreudig und risikobereit – so weit das Klischee. Eine Forschungsgruppe der Universität Hohenheim kommt in einer aktuellen Studie über die Persönlichkeiten von Führungskräften in deutschen Unternehmen, die in der neuen Ausgabe des Harvard Business Managers (Erscheinungstermin: 17. Januar) vorgestellt wird, zu vollkommen anderen Ergebnissen. Managerinnen gleichen ihren männlichen Kollegen in Sachen Narzissmus und Psychopathie. "Es hat uns überrascht zu sehen, dass Managerinnen auch dunkle Seiten haben und damit Männern in nichts nachstehen", so Autor Christian Mai. "Wie sprechen hier auch von einem Unisex-Führungsprofil, dem beide Geschlechter entsprechen können."

Einen Unterschied fanden die Forscher allerdings doch: Chefinnen zeigen sich weniger verträglich als ihre männlichen Kollegen. "Das ist auffällig, denn innerhalb der Bevölkerung ist bezüglich Verträglichkeit der Gegensatz zwischen den Geschlechtern besonders groß. Hier sind Frauen eher kooperativ und weniger kompetitiv. Im Management gilt das definitiv nicht", betont Mai.


Da für die Behauptung, Frauen seien in der Gesamtbevölkerung besonders verträglich und kooperativ, jeder Beleg fehlt, kann man davon ausgehen, dass es sich hier um eine nicht näher überprüfte Übernahme der in unserer Gesellschaft vorherrschenden Frauen-sind-bessere-Menschen-Ideologie handelt. Würde man die Frauen der Allgemeinbevölkkerung genauso unter die Lupe nehmen wie die Frauen im Management könnten die Forscher wohl auch hier" überrascht" sein zu sehen, dass sie "auch dunkle Seiten haben und damit Männern in nichts nachstehen". Natürlich ist mit solchen Untersuchungen in unserem feministisch korrekten Meinungsklima aber nicht zu rechnen.

Bei den aktuellen Forschungsergebnissen handelt es sich offenbar um die Weiterentwicklung einer älteren Studie, über die im Jahr 2015 bereits berichtet wurde.



4. Der Sexismus-Aufschrei der Woche trifft diesmal das Herrenklo einer Essener Kneipe.



5. Die Veranstalterinnen des feministischen Frauenmarsches gegen Trump haben eine feministische Gruppe, die sich gegen Abtreibungen ausspricht, nach Protesten aus der Liste ihrer Sponsoren entfernt.

Destiny Herndon-De La Rosa of New Wave Feminists told LifeSiteNews that the group will still attend the march. "It appears that the [Women's March on Washington] only wants to include a ‘diverse’ array of women who think exactly like them," she said. "That’s unfortunate, but we will not be deterred."




6. In der Reihe "Frühe maskulistische Gedichte" lesen wir heute Friedrich von Schillers Der Handschuh.

Montag, Januar 16, 2017

Niederlage für Kampf gegen "Männergewalt" – Vermischtes vom 16. Januar 2017

1. Die Hamburger Beratungsstelle "Männer gegen Männergewalt" hat ihre Arbeit zum Jahreswechsel eingestellt.

Noch schlimmer: Die Gründung einer Beratungsstelle "Frauen gegen Frauengewalt" steht bis heute in den Sternen.



2. Schwesigs "Gesetz zur Lohngerechtigkeit" ist ein unlauterer Eingriff in die Privatsphäre befindet die Politkwissenschaftlerin Ulrike Ackermann beim Deutschlandradio.



3. Im Blog von Lucas Schoppe zerpflückt Mark Smith den vorgestern auf Genderama verlinkten männerfeindlichen Text von Hanna Herbst auf vice.com.



4. Folgt man der Lesart deutscher Leitmedien und Politiker in der Beschneidungsdebatte, wütet im medizinischen Sektor Dänemarks horrender Antisemitismus und Islamophobie: Dort hat eine Vereinigung, die über 29.000 Ärzten vertritt, die Verstümmelung der Genitalien gesunder Jungen jetzt als "ethisch unakzeptable" Prozedur verurteilt, die keinen bedeutenden gesundheitlichen Nutzen aufweise. Beschneidung solle erst dann stattfinden dürfen, wenn der Betreffende älter als 18 Jahre und damit zustimmungsfähig ist.

Samstag, Januar 14, 2017

Tumulte, Gender-Watch-Protokolle und Verleumdungen "gegen rechts" – Vermischtes vom 14. Januar 2017

1. Über Handgreiflichkeiten zwischen Rechten und Linken an der Uni Magdeburg berichtet unter anderem Spiegel-Online:

Zum Thema "Geschlechterforschung" sollte auch Sachsen-Anhalts AfD-Landeschef André Poggenburg sprechen. Rund 400 Studenten skandierten ("Haut ab!", "Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!") und verhinderten mit Trillerpfeifen, dass die Veranstaltung starten konnte.

Auf Videoaufnahmen der Veranstaltung ist zu sehen, wie eine Gruppe Demonstranten mit einem Banner mit der Aufschrift "Students against Racism" auf die AfD-Vertreter zuläuft und Poggenburg eine Mappe mit seinem Redemanuskript entreißt. Daraufhin gehen Sicherheitskräfte der Rechtspopulisten auf die Protestierenden zu und drängen sie ab, es kommt zu einer Rangelei. Mindestens ein Anhänger der AfD wurde dabei verletzt.

(...) Eigentlich war an dem Abend ein Vortrag des Biologieprofessors Gerald Wolf zum Thema Gender-Forschung geplant. Es sollte die erste Veranstaltung der Campus-Alternative an der Uni Magdeburg sein.


Ausführlicher noch wird der MDR:

Es kommt zu gegenseitigen verbalen Beschimpfungen und Tritten. Dann wirft jemand einen Böller. Er landet einen Meter neben André Poggenburg und explodiert. Der Feueralarm wird ausgelöst. Etwa zur selben Zeit muss an einem Notausgang einer der AfD-Männer in eine körperliche Auseinandersetzung geraten sein. Er steht in einem Raum hinter der Bühne und blutet an der Augenbraue. In den Raum flüchten auch die anderen AfD-Mitglieder. Zwei Männer der Antifa treten mit ausgestreckten Beinen gegen die Tür. Eine Frau schreitet ein und unterbindet die Gewalt.

Die "Haut-ab"-Rufe aber gehen weiter. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis die Polizei eintrifft. Sie eskortiert die AfD-Mitglieder unter dem Applaus der Studenten aus dem Hörsaal.


Am anschaulichsten zeigt wohl nicht der auf Spiegel-Online veröffentlichte Ausschnitt sondern das Video unter diesem Artikel die aufgeheizte Stimmung im Hörsaal der Uni.

In der Huffington Post schildert ein Magdeburger Student, wie die Tumulte vorbereitet wurden:

Als bekannt wurde, dass die Campus Alternative Magdeburg einen Vortrag an der Uni plant und dann noch an der Fakultät der Humanwissenschaften, spaltete dies die Studenten. Ein Teil der Studierenden wollte dem Ganzen keine Bühne bieten und entschieden sich, bewusst zuhause zu bleiben.

Der Großteil jedoch wollte ein Zeichen gegen Sexismus an der Universität setzen. So kam es dazu, dass vor der Veranstaltung eine Professorin einen Vortrag über Gender-Mainstreaming hielt und der Hörsaal der Veranstaltung bunt geschmückt wurde.

Dass es zu einer Eskalation kommen könnte, war recht früh absehbar.

Der Gender-Mainstreaming-Vortrag war bereits sehr gut besucht, sodass alle Stühle belegt waren und viele Besucher noch hinter der der letzten Sitzreihe standen, in erster Linie um ihren Protest gegen die AfD auszudrücken.

Währenddessen wurden bereits Flyer verteilt, in denen stand, dass man einfach nach dem Ende des Vortrags im Raum bleiben solle. So wurde der Hörsaal für die nachfolgende Veranstaltung blockiert. Mir war zu der Zeit schon bewusst, dass dort kein Vortrag der AfD-Mitglieder möglich sein würde.


Denselben Studenten zitiert die Berliner taz:

Als die Studentengruppe Die Campus Alternative ankam, zeichnete sich schnell ab, dass es zur Konfrontation kommen würde, so Jonas B. Der Student der Sozialwissenschaften war überrascht, dass sie es doch in den Vorlesungssaal schafften. "Der war doch schon voll. Das war reine Provokation und hat dann am Ende ja auch zur Eskalation geführt."


Merke: Das Recht auf einen Hörsaal hat an der Universität Magdeburg aus studentischer Sicht jene Gruppe, die ihn gerade besetzt hält. Dort trotzdem eine angekündigte Veranstaltung abhalten zu wollen ist "reine Provokation".

Die Zeit berichtet über Rückhalt für die Randalierer aus der Universität:

Die Hochschule verstehe sich als Raum des öffentlichen, allen Regeln von Demokratie und Rechtstaatlichkeit folgenden Diskurses. Der Dekan der Fakultät für Humanwissenschaft, Michael Dick, sieht das in diesem Fall kritisch: "Die Unmutäußerungen der Studierenden und Besucher waren so eindeutig, dass ich glaube, vernünftige Veranstalter hätten sich zurückgezogen und hätten es dabei belassen", sagte er dem MDR.


Ich frage mich sehr, ob Professor Dick dieselbe Auffassung vertreten würde, wenn sich rechte "Besucher" und Studenten bei einer Vorlesung der Genderstudien derart aufführen würden.

In der Mitteldeutschen Zeitung heißt es weiter:

Der Dekan der Fakultät Humanwissenschaften, Michael Dick, lobte (...) das Engegament der Hochschulangehörigen: "Unsere Studierenden zeigen Flagge und Haltung. Darauf bin ich stolz." Um einen wissenschaftlichen Diskurs sei es der AfD erkennbar nicht gegangen.


Diese Schlussfolgerung ist nachvollziehbar. Gerald Wolf, der an diesem Abend sprechen sollte, ist Neurobiologe, und dieser Fachbereich ist im Gegensatz zu "Gender" bekanntlich keine anerkannte Wissenschaft.

Allerdings erhält Professor Michael Dick für seine Begeisterung Kritik von außerhalb der Universität:

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sagte der MZ, er habe für den Dekan "überhaupt kein Verständnis". Dick solle seine Rolle überdenken. "Gerade die Elite dieses Landes ist aufgefordert, sich argumentativ auseinanderzusetzen. Ausgrenzung und Gewalt haben da keinen Platz."


Von den Tumulten unbeeindruckt kündigte der Vorsitzende des AfD-Jugendverbands "Junge Alternative", Jan Wenzel Schmidt, weitere Veranstaltungen an. "Wir werden das notfalls jeden Monat und jede Woche machen. Beim nächsten Mal bringen wir auch eigene Lautsprecher mit."

Dass an Universitäten das Recht auf freie Meinungsäußerung inzwischen erkämpft werden muss und ein Hochschuldekan dies ausdrücklich begrüßt, ist wohl keine Entwicklung, die jeden glücklich machen dürfte.

Der aktuelle Vorfall steht in einer langen Kette von Vorfällen, bei denen Fachleute, die bestimmten Studenten nicht genehm waren, an einer Universität entweder gar nicht oder nur unter unzumutbaren Bedingungen sprechen durften. Hier auf Genderama berichte ich seit Jahren darüber. Einen Vorfall, der sich heute vor fast exakt vier Jahren an der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität abspielte und dessen Zeuge ich wegen durfte – eine Vorlesung der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling –, schildere ich hier.

In einem der Blogs, die den Vorfall kommentieren, liefert ausgerechnet eine Feministin und ehemalige Gender-Studentin eine Bewertung, die man bei den Leitmedien vermisst. Es handelt sich um eine Autorin des Blogs Tapfer im Nirgendwo, zu dessen Schwerpunkten Engagement gegen Antisemitismus gehört:

Mit Gewalt wurde (...) an einer deutschen Universität ein Diskurs verhindert. Ich finde das schockierend und beängstigend. Die AfD ist nicht verboten! Das heißt, sogar in der einfachen Welt konnte bisher kein Gericht irgendetwas vorbringen, das ein Verbot dieser Partei rechtfertigt. Umso schlimmer, dass ausgerechnet an einer Universität, also an einem Ort, wo der freie Diskurs gelebt werden sollte wie sonst nirgendwo, wo die Elite der Bildung lebt, die in der Lage sein sollte, die Freiheit der Gedanken zu leben, wo kluge Geister streiten, forschen und um Erkenntnis ringen, wo Akademiker und Akademikerinnen begabt genug sein sollten, das Falsche analytisch zu erkennen, so dass es keinen Grund gibt, dort Gedanken zu verbannen, weil dort aufgeklärte Menschen den Mut besitzen, sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen zu bedienen, dass ausgerechnet an einer Hochschule die Menschen nicht in der Lage sind, sich mit der AfD und ihrer Gedankenwelt auseinanderzusetzen. Wo, wenn nicht dort?

Sollen jetzt etwa auch die Schriften von Martin Luther und der Koran verbannt werden? Was dort steht, ist deutlich schlimmer als alles, was bei der AfD zu finden ist.

Ich habe an der Universität zu Köln Gender Studies studiert, bin in der LGBT Community aktiv und mache gemeinsam mit zwei Mitstreiterinnen feministisches Kabarett. Wenn es jemanden gibt, der einiges an dem Vortrag der AfD an der Universität Magdeburg zum Thema "Geschlechterforschung" auszusetzen hat, dann ich. Das rechtfertigt aber keine Gewalt!

Woher weiß ich denn, dass jene Menschen, die jetzt der AfD das Recht nehmen, sich am Diskurs zu beteiligen, nicht auch irgendwann mich aus dem Diskurs entfernen, weil sie glauben, ich sei eine Gefahr? Ich weiß es nicht! Ich weiß aber, dass mein Gastvater Recht hat. Juden sind immer die Nächsten, wenn nicht sogar die Ersten.


Wer die Genderama-Meldungen der letzten Jahre verfolgt hat, weiß, dass es keinen Grund gibt anzunehmen, Sprechverbote an Universitäten seien auf rechte Parteien und Politiker beschränkt.

Immerhin erklärt der Rektor der Universität Magdeburg in einem Interview mit dem MDR, zukünftig einen gewaltfreien Diskurs durchsetzen zu wollen.

Die Magdeburger Volksstimme zeigt eine große Bandbreite von Ansichten zu diesem Vorfall von Politikern unterschiedlicher Parteien.

An einer US-amerikanischen Universität verhinderten Ideologen praktisch zeitgleich einen Auftritt des konservativ-liberalen Feminismuskritikers Milo Yiannopoulos:

Protesters blocked doors. Police tossed them out. Nobody got inside, not even the Davis College Republicans' headliner, conservative commentator Milo Yiannopulos.

"We came here to have an event that would promote free speech," said Executive Director of the College Republicans at Davis Andrew Mendoza. "And we didn't get to have any speech."

(...) Nearly 60 UC police officers worked to control the crowd, making one arrest for obstructing an officer and battery of a peace officer. Event organizers made the call to cancel.

"The student's lives were at risk," said Mendoza. "At a certain point the officers lives became to be at risk, and the school property became to be at risk. There was no point in having this if a single person got hurt."




2. An der Uni Salzburg legen Gender-Ideologen derweil auf ganz eigene Weise fest, was gesagt werden darf und was nicht:

Die Gender-Polizei hat wieder zugeschlagen, aber ihr jüngster Streich dürfte sich zu einem fulminanten Eigentor entwickeln. Die rot-grüne Studentenvertretung der Uni Salzburg will neuerdings mit einem Stasi-ähnlichen Sitzungsprotokoll "Verstöße" gegen ihre Gender-Ideologien dokumentieren. Wer bei so einem Schwachsinn die Augen verdreht erhält gleich einen Eintrag.


Hier geht es weiter mit dem lesenswerten Artikel.



3. In der Frankfurter Allgemeinen greift "Don Alphonso" die Kritik an dem Spiegel-Online-Artikel Margarete Stokowskis, eine von Deutschlands derzeitigen Vorzeige-Feministinnen, auf:

Bei Spiegel Online wird ganz offen gefragt, ob es nicht die "heilige weibliche Pflicht" von Frauen sei, unliebsame Männer mit Vergewaltigungsvortäuschung abzuservieren, beklatscht von einer Redakteurin. Das mag in Berliner und Hamburger Redaktionen und in den Unisexklos auf dem 33C3 anschlussfähig sein, aber man kann mit guten Gründen bezweifeln, ob das bei SPD-wählenden Angestellten oder bisher aus Tradition die Linke wählenden Arbeitern in Ostdeutschland der Stand der Überzeugungen ist. Oder jedem anderen, der gute Gründe hat, sein Kreuzerl bundesweit nicht bei Grünen und Linken zu machen.

(...) Die Grünen wollten einen besseren Schutz für Frauen, und dürfen nun Überlegungen lesen, wie man diesen Schutz kriminell missbraucht, um andere zu vernichten. Wenn das der Kampf um Mitte und Mehrheiten und Abwehr "der Rechten" sein soll, könnte das auch weiterhin zu einer eher einsamen Angelegenheit jenseits politischer Mehrheiten werden. Niemand kann den potenziellen Teilnehmern an der Allianz gegen Rechts garantieren, dass sie bei kleinen ideologischen Differenzen nicht auch im Internet an den Pranger gestellt und als Vergewaltiger angezeigt werden. Ist es nicht für Andersdenkende sicherer, sich ein anderes Umfeld zu suchen?




4. Ein schon etwas älterer Beitrag, der auf Genderama noch nicht behandelt wurde, kursiert aktuell in den sozialen Netzwerken:

Viele Männer haben aufgehört, mitzudiskutieren. Bevor sie etwas Falsches sagen, sagen sie lieber nichts. Oder sie sagen, dass sie dafür schämen, ein Mann zu sein.


Das merkte Hanna Herbst auf vice.com und scheint an der geliebten Männerfeindlichkeit zumindest ein wenig zu zweifeln:

Ich habe Freunde, die Männer sind. Auch mein Nachbar ist ein Mann und der ist eigentlich ganz nett. Ich habe nichts gegen Männer. Und ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ich denke, dass wir einigen von ihnen ab und zu Unrecht tun, ohne es bewusst zu merken. Nicht den Hasspostern dieser Welt, nicht den rückwärts gewandten, alten (oder unverständlicherweise auch jungen), nach außen hin verklemmten, weißen Heteros, die glauben, Diskriminierung gebe es nicht, nur weil sie diese selbst noch nie gespürt haben. Nicht den paranoiden und in Selbstmitleid badenden Männerrechtlern, die in Gleichberechtigung eine Bedrohung für ihre Vormacht und Männlichkeit sehen.


Der Vorwurf des "Selbstmitleids" ist hier so beliebig und zugleich absurd wie immer: Die wenigsten Männerrechtler sind selbst von häuslicher oder sexueller Gewalt, Genitalverstümmelung, Obdachlosigkeit und Menschenrechtsverletzungen betroffen. Und sollte man denen, die es tatsächlich sind, wirklich "Selbstmitleid" vorwerfen – von einer "Bedrohung ihrer Vormacht und Männlichkeit" ganz zu schweigen? Das schafft man vermutlich nur, wenn man es schon für eine erwähnenswerte Handlung hält, sogar Männer mitdiskutieren lassen zu wollen – solange sie keine Meinung haben, die sich allzu sehr von der Meinung Hanna Herbsts unterscheidet, versteht sich. Und selbst das gewährt sie augenscheinlich nur aus dem Gefühl heraus, ansonsten die Diskurshoheit in der Geschlechterdebatte zu verlieren:

Wenn uns Männer nicht fragen dürfen, ob sie Konzepte wie Feminismus, Sexismus oder Mansplaining richtig verstehen — wenn wir sie nicht auch manchmal die selbstverständlichsten Fragen stellen lassen, dann überlassen wir sie damit denen, bei denen sie diese Fragen stellen können. (...) Wahrscheinlich werden wir diejenigen, die sich trotzdem noch mit Feminismus auseinandersetzen und am Diskurs teilhaben wollen, nicht an Männerrechtler verlieren. Aber wir verlieren sie im Kampf um die Unterstützung. Ja, mit manchen muss man gar nicht diskutieren. Ja, manchen kann mit voller Kraft entgegentreten, manchen muss man nicht zuhören, über manche kann man drüberfahren — und zwar mit Freude und Inbrunst, weil ihr Verhalten viel zu lange toleriert wurde.


Man sieht: Der deutsche Gegenwarts-Feminismus tut sich mit einer offenen Debatte immer noch sehr schwer. Und man hat den Eindruck, dass eine totalitäre, von einer Einheitsmeinung geprägte Gesellschaft den Hanna Herbsts dieser Welt eigentlich am Liebsten wäre und nur deshalb nicht noch brutaler durchgesetzt wird, weil frau befürchtet, sonst irgendwann auch den letzten männlichen Verbündeten zu verlieren.



5. Nach Jahren des Selbstmitleids von paranoiden Männerrechtlern beginnt zumindest das Bundesland Thüringen jetzt endlich mit der Datenerhebung, was häusliche Gewalt gegen Männer angeht. Die Opferschutz-Initiative Gleichmaß e.V. erklärt, warum man dort trotzdem nur begrenzt begeistert ist.



6. "Union und SPD haben in dieser Wahlperiode ein ganzes Paket gleichstellungspolitisch motivierter Gesetze beschlossen, wahlweise unter Federführung von Schwesig oder Arbeitsministerin Nahles" berichtet Heike Göbel in der Frankfurter Allgemeinen und kommentiert das von Ministerin Schwesig diese Woche durchgesetzte "Lohngleichstellungsgesetz":

Enttäuschungen sind wahrscheinlich, viele Unterschiede werden sich letztlich doch sachlich begründen lassen. Über die Vorstellung der Ministerin, der staatlich verordnete "Wandel der Arbeitskultur" durch kostenträchtige Bürokratie werde Unternehmen widerstandsfähiger machen, weil sie die Potentiale der Beschäftigten besser ausschöpften, dürften Unternehmer nur den Kopf schütteln. Gute Arbeitskräfte sind vielerorts schon Mangel, da braucht es keine Belehrung über gerechten und pfleglichen Umgang mit Mitarbeitern.

Vermutlich wird die aktuell robuste deutsche Wirtschaft noch das eine oder andere überflüssige Gleichstellungsgesetz verkraften. Schwesig denkt schon laut über die Wahlperiode hinaus. Ärgerlich aber ist, dass diese Politik mit jedem neuen Gesetz den Gedanken fördert, gleichberechtigte wirtschaftliche Teilhabe von Frauen sei im Deutschland des 21. Jahrhunderts eine staatliche Aufgabe. Frauen haben längst alle Möglichkeiten, mit Männern beruflich und finanziell gleichzuziehen, wenn sie das anstreben. Das Bildungssystem legt ihnen keine Steine in den Weg, es mangelt nicht an subventionierten Betreuungsplätzen, und kaum ein Land zwingt Unternehmen so weitreichende Mutterschutz- und Teilzeitansprüche auf. Ihre Möglichkeiten müssen die Frauen aber selbst nutzen. (...) Frauen haben mühsam gelernt, sich nicht auf die starke Schulter der Männer zu verlassen, sie sollten sich nun nicht an der staatlichen ausruhen.




7. Ebenfalls in der Frankfurter Allgemeinen findet man folgenden Artikel:

Wenn Männer eine Erkältung bekommen, sind sie viel wehleidiger als Frauen, sagt der Volksmund. Die Auswertung einer Krankenkasse zeigt nun: Das genaue Gegenteil könnte der Fall sein.


Hier erfährt man mehr.



8. Derweil berichtet das Ärzteblatt: "Testosteron hemmt aggressives Verhalten bei Frauen".

Jeden, der sich bereits näher mit der tatsächlichen Wirkung von Testosteron beschäftigt hat – jenseits des beliebten Mythos, männliche Aggression zu fördern –, dürfte diese Meldung nicht überraschen.

Freitag, Januar 13, 2017

Schwesigs Gesetz, Stokowskis "AfD-Reklame", Frauenmarsch gegen Trump – Vermischtes vom 13. Januar 2017

Nachdem ich gestern nur zwei aktuelle Nachrichten vorliegen hatte, wofür ich nicht extra dieses Blog anwerfe, sind inzwischen schon wieder ziemlich viele zusammengekommen.



1. Darüber, dass Frauenministerin Schwesig ihr "Gesetz zur Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern" jetzt durchgedrückt hat, haben zahlreiche Medien berichtet – in der Regel ohne die Anführungszeichen um dieses Gesetz, womit die feministische Position, vor diesem Gesetz habe es keine Lohngerechtigkeit gegeben, in den Schlagzeilen als Wirklichkeit durchgewunken wurde. Einen ausführlichen Einwand gegen dieses Gesetz erlaubt Die Welt immerhin Andrea Seibel.

Eine spannende Frage ist: Was wird passieren, sobald sich zeigt, dass Schwesigs Gesetz keineswegs zu den erwarteten großen Veränderungen führt? Aber vielleicht sind bis dahin längst andere Populisten am Ruder.

Das sozialistische Neue Deutschland berichtet mit Bezug auf die Feministin Teresa Bücker über Proteste gegen Schwesigs Gesetz auf Twitter:

Hier tummeln sich irgendwie Sexisten und Maskulinisten, um sich über Antisexismus, Feminismus, über transgeschlechtliche Menschen und über Genderpolitik im Allgemeinen lustig zu machen. (...) "Maskulinisten sind in den sozialen Medien sehr gut vernetzt. Da sind einzelne gut in der Lage, von sich aus einen Shitstorm loszutreten", erklärt Bücker. Maskulinisten sind reaktionär-konservative Männerrechtler. Eine so große Twitterflut wie heute habe sie jedoch noch nicht erlebt. Gut und gerne 500 Hass-Trolle habe sie an einem Tag blockieren müssen.


Der Spagat wird immer schwerer, einerseits sämtlichen Widerstand gegen feministische Entwicklungen den bösen "Maskulinisten" zuzuschieben und diese "Maskulinisten" andererseits als unbedeutendes Häufchen von wenigen Einzelkämpfern zu skizzieren.



2. In einem aktuellen Beitrag erörtert Lucas Schoppe, wie die Feministin Margarete Stokowski auf Spiegel-Online Werbung für die AfD macht. Im derzeit herrschenden aufgeheizten politischen Klima, so Schoppe,

wäre es naiv zu glauben, dass Stokowskis kaum verhohlene Aufrufe zu Straftaten und zur Vortäuschung von Straftaten bloß als Ironie verstanden werden. Denn dieser Punkt zumindest ist ganz sicher nicht ironisch gemeint: Stokowski stellt klar, dass gegen Politiker und Anhänger der AfD jedes Mittel recht ist – solange es nur dazu dient, ihnen persönlich zu schaden.

Ich habe keinerlei Sympathien für diese Partei, würde die auch niemals wählen – finde aber solch ein Vorgehen gegen ihre Mitglieder oder Sympathisanten gleichwohl irre. Einmal ganz abgesehen von den offenkundigen Schwächen im zivilen menschlichen Umgang: Wenn schon ich, als jahrzehntelanger Rot-Grün-Wähler, die Skrupellosigkeit von Stokowski und anderen im Umgang mit dem politischen Gegner abstoßend finde – wie werden dann darauf erst Menschen reagieren, die heimlich oder offen mit der AfD liebäugeln?

Wer so agiert wie Stokowski et.al., der signalisiert unweigerlich, dass ihm im politischen Disput die Argumente fehlen und dass er gegen politische Gegner nur noch auf dem Weg der persönlichen Schädigung ankommt.

Wer aber nicht einmal gegenüber einer Knalldeppenpartei wie der AfD Argumente hat – der hat generell keine.

Zweifelnde AfD-Anhänger wiederum werden bestärkt – niemand muss ihnen erzählen, dass der politische Gegner gewissenlos und hilflos agiert, das führt ihnen die queerfeministische AfD-Wahlkampfhelferin Margarete Stokowski in Deutschlands größtem Nachrichtenmagazin kostenlos vor.


Auch auf dem Blog Geschlechterallerlei geht es um die Frage, ob Margarete Stokowski in ihrem Artikel Straftaten gegen politisch unliebsame Personen begrüßt.



3. Das BILDblog beleuchtet, wie frappierend unterschiedlich die BILD-Zeitung über Vorwürfe sexueller Übergriffe berichtet, je nachdem ob der Beschuldigte der BILD-Chef Kai Diekmann oder ein AfD-Politiker ist.



4. In der Schweiz gibt es von Männerseite Proteste gegen das neue Unterhaltsrecht. Der feministisch orientierte Männeraktivist Markus Theunert versucht, für Ruhe zu sorgen, und spricht von "Gejammer", räumt aber andererseits ein, die Aufregung zu verstehen.



5. Unter der Schlagzeile "Frauen, habt mehr Vertrauen in eure Männer!" stellt Spiegel-Online den Nürnberger Männerbeauftragten Matthias Becker vor. (Beckers Behauptung, in exakt 18 Prozent aller Fälle würden Männer von ihren Frauen geprügelt, ist angesichts der tatsächlichen breiten Forschungslage allerdings fast niedlich. Sicher, dass es nicht 17,8 Prozent sind, Herr Becker?)



6. MANNdat hat den Ideologiekritiker Gunnar Kunz unter anderem zum Thema Feminismus interviewt.



7. Warum schreiben politisch Korrekte nicht "TerroristInnen" oder "Terrorist*innen?" fragt sich Rainer Zitelmann im European.



8. Disney ersetzt den Weihnachtsmann durch eine Frau.



9. Das schwedische Parlament entscheidet sich gegen eine neue Frauenquote. Die linke Regierung des Landes wurde hier von der Opposition überstimmt.



10. Für den 21. Januar ist ein feministischer Frauenmarsch nach Washington geplant, um gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump zu protestieren. Allerdings gibt es hierbei eine Reihe von Problemen.

Zunächst einmal, argumentiert Brynne Krispin, sei vollkommen unklar, wofür oder wogegen sich dieser Protest überhaupt konkret richte:

The mission statement ends in all caps, "HEAR OUR VOICE." (...) But while this information alone has prompted thousands to register for the event already, its purpose has left many of us confused and disappointed. It's upsetting to read the three paragraph mission statement and not be able to answer the most basic question: What rights are we fighting for? (...) Nowhere on the website does it list plans for what they hope to accomplish by marching in Washington, nor do they discuss goals for the next four years.

Motivating hundreds of thousands of women to come together and fight for a cause is compelling, but if you're organizing a women's movement, it needs to be for a specific cause that affects many women in our country and around the world — the gender wage gap, equal rights to education, the list could go on and on. We need to know what we're fighting for and have a clear strategy to get things done. (...) So why should we show up to march? According to the logic of the organizers for the Women's March, simply because we're women.

(...) Being the loudest person in the room is not leadership. We need less women with noise makers and no agenda and more women with a vision and a strategy to move us forward.

(...) The problem isn't with our volume, it's with our message. This march will make a big splash on social media, but because it has no call to action, no succinct, unifying message, this march will soon be forgotten and replaced by whatever is trending the following day.

As we stand on the shoulders of the great female leaders before us — Susan B. Anthony, Elizabeth Cady Stanton, and others — let's make sure it isn't merely our voices that are heard and our message itself actually sinks in.


(Zu den "großen Frauenführerinnen" Susan B. Anthony und Elizabeth Cady Stanton sage ich weiter unten noch etwas.)

Noch sarkastischer äußert sich Heather Wilhelm zu diesem Marsch. Dessen unklares Ziel hat offenbar jetzt schon zu massiven innerfeministischen Grabenkämpfen geführt:

Alas, thanks to obsessive left-wing identity politics, it has morphed into yet another exhausting episode of "Which college-educated woman who resides in the richest country on earth and who was also just profiled in a glowing Vogue puff piece is the most oppressed person in the room?" The feminist infighting, sometimes fierce, has begun. "If all goes as planned, the Jan. 21 march will be a momentous display of unity in protest of a president whose treatment of women came to dominate the campaign’s final weeks," the New York Times reports. "But long before the first buses roll to Washington and sister demonstrations take place in other cities, contentious conversations about race have erupted nearly every day among marchers, exhilarating some and alienating others."

(...) "When it comes to the upcoming march, it is important to all of us that the white women who are engaged in the effort understand their privilege," wrote Bob Bland, a New York fashion designer who launched the idea for the march on Facebook. Bland, along with the march’s other original co-founder, is white — but "that’s not okay right now," one rally organizer told Vogue, "especially after 53 percent of white women voted for Donald Trump." (...) "The sense of betrayal white women have expressed in the post-election season is at best disingenuous, since we cannot say enough about the ways they turned out at the polls," LeRhonda S. Manigault-Bryant, a Williams College professor who refuses to join the march, wrote at the New York Times. (...) Apparently, at this point, the way forward involves a cavalcade of left-wing causes — abortion, as usual, is taking top billing — buckets of vague platitudes, lots of hectoring, and endless, obsessive, identity-based infighting. Sounds like a prescription for victory!


Der Newssite Heatstreet zufolge bricht der Marsch jetzt schon vielfach auseinander:

New York isn’t the only place the March is coming apart at the seams. In Tennessee, organizers were forced to change the name of the "sister march” from Women’s March on Washington — Nashville" to "Power Together Tennessee" after attendees claimed labeling the march as "women’s" marginalized the rest of Tennessee’s social justice community.

In Louisiana, the March’s state coordinator finally gave up on her efforts after she couldn’t find enough minorities to put in March leadership to satisfy March attendees and local activists.

In New Jersey, women took the March’s Facebook event page to claim they no longer felt welcome at the protest, after an African-American activist posted a quote on the page claiming that white women needed to “confront” the way they’d “dominated and exploited other women.”

In Maryland, feminists ended up at each others throats after white women, whom some activists claimed might be the victims of sexual assault and rape, were being asked to "check their privilege" by fellow March attendees.


Fast ist es beruhigend, dass wir "Masku-Hater-Trolle" für Feministinnen nicht die einzige Zielscheibe, sondern dass sich die feministischen Fraktionen auch untereinander spinnefeind sind.

Das liberale Magazin Reason befürchtet sogar, dass feministische Windbeutelinnen die Anti-Trump-Bewegung schwächen werden. Zwar hätten sich bereits über 100.000 Teilnehmerinnen auf Facebook für den Marsch angemeldet, und die Logistik verspreche zu funktionieren.

Everything else about the Women's March, however, is reaching a level of absurdity worthy of the man they are protesting. Start with the fact that they are billing this event as the voice of women when 42 percent of women (and 62 percent of non-college educated white women) actually voted for Trump.

Then there's the almost-comical progressive hysteria over the event's name. It was initially called the Million Women March. But that was hastily dropped after the original organizers, three white women, were slammed for "cultural appropriation." Why? Because they were allegedly poaching the heritage of the 1997 Million Woman March for black women. Further appropriation concerns arose because the event evidently encroached on the legacy of the 1963 March on Washington by Martin Luther King Jr. when he delivered his famous "I Have a Dream" speech. In response to this objection, the organizers had to actually release a statement billing the Women's March as a tribute to King.

As if such bickering over semantics wasn't enough, the Facebook page of the event is rife with arguments about whether an event organized primarily by white women can be sufficiently "intersectional" — or attuned to the issues faced by, say, poor minority women who reside at the "intersection" of class, race, and gender concerns in America.

Wasn't this supposed to be about opposing Donald Trump?

Some amount of conflict in a rally (organizers don't want to call it a "protest" because they insist they are not protesting Trump, just putting him on notice) of this size and complexity is natural. But when an event is grounded in a genuine existential threat, it helps people overcome their particular interests and agendas – and find a unifying vocabulary without this level of squabbling.

If that is not happening in this case, could it be because women are not really feeling Trump's threat?

(...) On women's issues, there is a wide gulf between Trump's character and his policy positions. (...) Trump has made a concerted attempt to extend an olive branch to the feminist lobby. He has embraced gender wage parity, government-mandated maternity leave, and child tax deductions in defiance of his own party. One can debate the wisdom of these ideas, but not that they are intended to help women. And then there are his three female Cabinet appointments, and a fourth woman as U.N. envoy.

This is all in sharp contrast to his rhetoric and agenda to deal with immigrants, Latinos, Muslims, and blacks. (This is reflected in voting patterns: The minority gap was far wider than the gender gap between Trump and Clinton.) Trump has demonized immigrants, giving voice to every nativist trope against them, vilified Mexicans as rapists and criminals, and painted all Muslims as a security threat. He has developed frightening plans to deal with these alleged threats, ranging from mass detention and deportation of undocumented immigrants to creating a registry for Muslims. Meanwhile, he has trivialized police brutality in black communities, claiming that the real problem is the "war on cops." He emphasizes the need for more "law and order" in inner cities, historically a dog whistle to white concerns about blacks. And he has given no indication since he got elected that he'll fundamentally change course on any of this.

Donald Trump is a danger to Americans and America itself. Opposing him will require focused vigilance, and concerted activism that is targeted, intelligent, nuanced, and appropriately calibrated (as as I have argued previously). But prematurely elevating the faux concerns of a hyper-active feminist lobby will make it far more difficult to launch a serious resistance movement. It will allow Trump to depict his critics and dissenters as overwrought hysterics and dismiss the concerns of genuinely targeted groups.

Feminists are confusing the issue by making Trump's threat about themselves. If they really wanted to help, they would have kept their powder dry for now, rather than embark on this confused and pointless march.


Für Deutschland rechne ich allerdings mit einer Berichterstattung der Leitmedien über diesen Marsch, die komplett unreflektiert und unkritisch sein wird.



11. Selbst die Washington Post, tendenzell eher im linken Spektrum angesiedelt, macht sich inzwischen Gedanken über die Schäden, die dadurch entstehen, dass an Hochschulen politische Korrektheit vor Gedankenfreiheit steht. Ein Auszug aus dem Artikel:

To combat these threats to "safety," campus administrators have morphed into civility police. On some campuses, "bias response teams" investigate professors’ online comments. Several universities, including Yale, may soon introduce a smartphone app that lets users anonymously report offensive remarks. These anonymous reports will allow university bureaucrats — and perhaps even the public — to compile a directory of "subversive" professors in the spirit of dictatorial regimes. One can easily imagine dueling "watchlists" compiled by liberal and conservative activists with the shared aim of chilling unwanted speech.

At Yale and elsewhere, reports of sexual misconduct (and soon, perhaps, other offenses as well) end up in the hands of a centralized bureaucracy, which has the self-appointed obligation to retain them indefinitely — and to sift them for patterns of deviationism. The result is a university in which an unknown percentage of faculty members have been accused of something but don’t yet know it. It’s not hard to see how unscrupulous administrators might come to value the new "surveillance university" as a tool for policing the teaching and research of the professoriate.




12. Ein Teil der universitären Mechanismen ist seit einiger Zeit der Kampf gegen angebliche Mikroaggressionen, den Telepolis einmal als "der neuste Trend in der Sexismusdebatte" bezeichnete. Jetzt jedoch zeigt die neueste Forschung, dass der Theorie von den Mikroagressionen trotz ihrer Beliebtheit in einer bestimmten Szene jegliches wissenschaftliches Fundament fehlt, weshalb es besser aufgegeben werden sollte. So heißt es in einer gestern veröffentlichten Studie:

The microaggression concept has recently galvanized public discussion and spread to numerous college campuses and businesses. I argue that the microaggression research program (MRP) rests on five core premises, namely, that microaggressions (1) are operationalized with sufficient clarity and consensus to afford rigorous scientific investigation; (2) are interpreted negatively by most or all minority group members; (3) reflect implicitly prejudicial and implicitly aggressive motives; (4) can be validly assessed using only respondents’ subjective reports; and (5) exert an adverse impact on recipients’ mental health.

A review of the literature reveals negligible support for all five suppositions.

More broadly, the MRP has been marked by an absence of connectivity to key domains of psychological science, including psychometrics, social cognition, cognitive-behavioral therapy, behavior genetics, and personality, health, and industrial-organizational psychology. Although the MRP has been fruitful in drawing the field’s attention to subtle forms of prejudice, it is far too underdeveloped on the conceptual and methodological fronts to warrant real-world application. I conclude with 18 suggestions for advancing the scientific status of the MRP, recommend abandonment of the term "microaggression," and call for a moratorium on microaggression training programs and publicly distributed microaggression lists pending research to address the MRP’s scientific limitations.




13. Für eine kleine Aufmerksamkeit im Netz hat dieses gestern auf Genderama veröffentlichte Ratespiel gesorgt, das zeigt, dass schon der frühe Feminismus ausgrenzende und menschenfeindliche Züge trug. Man könnte hier ergänzen, dass die heute wohl bekanntesten Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht, die Amerikanerinnen Susan B. Anthony und Elizabeth Cady Stanton, sich von ihrer weit weniger bekannten Mitstreiterin Lucy Stone trennten, weil sie lieber mit George Franics Train, einem bekannten Rassisten ihrer Zeit, paktieren wollten. Train glaubte, Frauen könnten dabei helfen, den wachsenden politischen Einfluss von Afroamerikanern einzudämmen. Anthony und Stanton waren Gegner des fünfzehnten Zusatzartikels zur amerikanischen Verfassung, der schwarzen Männern das Wahlrecht gewährte. Dass sie heute als feministische Idole gefeiert werden, könnte sehr gut irgendwann zu den ohnehin schon bestehenden Konflikten zwischen schwarzen und weißen Frauenrechtlerinnen beitragen.

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